Notas de acontecimientos

Unruhig, hungrig und auf der Suche nach Mehr

de David Brähler

Wie die Generation Y in der Arbeitswelt ihren Platz sucht

Auf der Suche nach Chancen, Sinn und neuen Formen der Arbeit - so beschreiben Soziologen die Generation der zwischen 1980 und 2000 Geborenen. In Kooperation mit dem christlichen Unternehmerverband Uruguays (Acde) organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. eine Konferenz zur Analyse dieses Wandels in der Arbeitswelt.

Unruhig, hungrig und auf der Suche nach momentaner Befriedigung beschreibt Karen Buck, eine uruguayische Unternehmerin, die neue Generation in einem TEDx-Talk, der viral wurde. Seitdem ist das Thema auf dem Tisch von Unternehmern, und Analysten sehen einen Wandel in der Arbeitswelt heraufziehen.

Maia Brenner ist eine Millenial aus Montevideo. „Unser Motto lautet ‚ja, ja, ja, ja - ständig alles gleichzeitig und mehr“, so die Ökonomin. „Einige Dinge, die andere Generationen interessierten, haben für uns keine Relevanz mehr.“ An ihrer ersten Arbeitsstelle wurde ihr nach vier Monaten langweilig, weil die Unternehmensberatung ihr klar machte, dass sie erst einmal lange dienen müsse, um voranzukommen. Sie packte ihre Koffer, studierte ein halbes Jahr in Portugal und machte ein Volontariat in Indien. Während ihre Oma die Hände über dem Kopf zusammenschlug, meinte Maia: „Wir sind eine privilegierte Generation, die Kost und Logie sicher hat und mehr sucht.“ Bei ihrer nächsten Arbeit kam es noch dicker: In einem Einzelbüro mit 70-jährigen Kollegen schrieb sie Berichte, die niemand lesen würde. Nach neun langen Monaten gingen ihr wieder tausend Ideen durch den Kopf. Eine Exceltabelle, die alle ihre Wünsche gewichtete, brachte ihr schließlich das, was sie suchte: „Ich habe einen Job, der mich erfüllt, genug Freizeit und gute Aufstiegsmöglichkeiten“, so die junge Erwachsene.

„Auf unserem Arbeitsmarkt arbeiten Baby Boomers, Generation X, Y und Z mittlerweile zusammen“, erklärte dazu Verónica Melián, die bei der Beratung Deloitte das Thema unter die Lupe nimmt. „In Uruguay sitzen die älteren noch fest auf ihren Stühlen, und den nachfolgenden Generationen fehlt Erfahrung. Knapp 50 Prozent der Arbeitnehmer werden in den kommenden Jahren wechseln“, analysierte Melián. Viele der Jugendlichen haben keine Lust, Montag bis Freitag acht Stunden zu arbeiten, hätten aber Fähigkeiten, die der Arbeitsmarkt brauche. „Unternehmen, die Spezialisten brauchen und vernachlässigt haben, Nachwuchs aufzubauen, haben es sehr schwer in Uruguay“, so die Analystin zu den Herausforderungen Uruguays. Die Explosion an Informationen durch das Internet habe die neuen Generationen komplett verändert. „Die letzte Generation, Generation X, die den ganzen Tag in sozialen Medien verbringen, werde später Probleme im interpersonalen Kontakt haben“, ergänzte Melián. „Work-Life-Balance, Aufstiegschancen, Sinn und Fortbildung stehen mit dieser Generation zur Debatte, aber viele Unternehmen ignorieren dies – sicherlich zu ihrem Nachteil“, schloss die Analystin.

Der Vorstandschef von Bimbo, der größten Backfirma der Welt, Rafael López, brachte zu seinem Vortrag gleich fünf Millenials aus seinem Unternehmen mit. „Von ihnen habe ich am meisten gelernt. Zum Beispiel, dass ohne Werte nichts geht“, so López. In 2017 wurde Bimbo zum ethischsten Unternehmen der Welt gewählt, ein Kurs, den es weiter zu verfolgen gelte. „Ich glaube, wenn die Generation Y an das Unternehmen glaubt und zufrieden ist, dann bleiben sie auch länger“ ergänzte der CEO und präsentierte jeden seiner jungen Mitarbeiter, die mit kaum 23 bis zu 27 Jahren Spitzenposten im Unternehmen inne hätten. Ein Komitee zu Diversität und Integration aus allen Generationen, Geschlechtern und Ländern arbeite in Bimbo bereits seit einigen Jahren.

In einer angeregten Debatte fragten die Teilnehmer nach weiteren Details der neuen Generationen. Es wurde klar, dass, egal ob als Chefs, als Eltern oder als Generation Y, es gerade in Uruguay gilt, viel voneinander zu lernen und die Debatte in die Gesellschaft und Politik zu tragen, um den kommenden Wandel zu gestalten.

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