Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte

Deutsches Berufsbeamtentum und britische Besatzung

von Ulrich Reusch
Planung und Politik 1943-1947.

Der Autor untersucht Anspruch und Wirklichkeit der Beamtenpolitik der britischen Besatzungsmacht. Er kommt zu dem Ergebnis, dass das traditionelle Beamtentum relativ unverändert in der Bundesrepublik fortbestand, lag vor allem am Konzeptionswirrwarr der Briten weniger am Beharrungsvermögen auf deutscher Seite.

Theoretisch forderte die britische Regierung einen Demokratisierungsprozess, verbunden mit einer grundlegenden Reform des Berufsbeamtentums nach britischem Muster: Dezentralisierung des Beamtentums, Verringerung des Beamtenstatus’ sowie strikte parteipolitische Neutralität der Beamten. Als diese Konzeption im Sommer 1946 formuliert wurde, scheiterte sie an der Realität. Denn die Militärregierung hatte aufgrund der chaotischen Verhältnisse und der Notwendigkeit einer halbwegs intakten Verwaltung entschieden, dass das Beamtengesetz von 1937 – von nationalsozialistischen Passagen gereinigt – zunächst gültig blieb. Die Reform scheiterte auch an der Ablehnung und dem hinhaltenden Widerstand der Länderregierungen und der Beamten. Nur die Änderung der Kommunalverfassung, Trennung von Verwaltung (Oberstadtdirektor) und politischer Spitze (Oberbürgermeister), konnte London 1946 durchsetzen.

Teilen

Über diese Reihe

In der Reihe „Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte“ veröffentlicht das Archiv für Christlich-Demokratische Politik seit 1980 wissenschaftliche Studien zur Christlichen Demokratie, Darstellungen zur Geschichte der Bundesrepublik und der CDU sowie Biographien wichtiger Repräsentanten. Zu den 50 bisher erschienen Büchern zählen auch Quelleneditionen, wie Protokolle von Parteigremien oder Tagebücher von einflussreichen Politikern. Die Publikationen sind im Buchhandel erhältlich.

Bestellinformationen

Herausgeber

Günter Buchstab, Klaus Gotto, Hans Günter Hockerts, Rudolf Morsey und Hans-Peter Schwarz

ISBN

3-608-91231-2

erscheinungsort

Düsseldorf Deutschland

seitenzahl

419