Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte

Die CDU in der britischen Zone 1945-1949

von Horstwalter Heitzer
Gründung, Organisation, Programm und Politik.

Die CDU in der britischen Zone unter Führung Adenauers präsentierte sich im Kreis der Landesverbände aus den anderen Besatzungszonen schon früh als dominierende Kraft. Ihre starke Stellung demonstrierten nicht nur imponierende Mitgliederzahlen und effektive Organisation, sondern entscheidend Parteidisziplin und eine einheitliche politische Linie. Die acht Landesverbände waren aber bei aller Geschlossenheit nicht nur organisatorisch, sondern auch personal-, finanz- und landespolitisch eigenständige und unabhängige Parteien.

Unterschiedliche soziale Traditionen und politische Strömungen, die in die Unionsgründung einflossen, trafen sich in der Forderung nach Wiederherstellung der verletzten christlichen Grundwerte und der Idee von politischer Freiheit und sozialer Gerechtigkeit. Die verbreitete These von der frühen CDU als der milieubestimmten Sammlung, die sich erst seit den sechziger Jahren zur Volkspartei dynamisierte, ist für die britische Zone nicht haltbar. Bis Anfang 1947 gelang es Adenauer, der sich als Zonenvorsitzender unangefochten behauptete, aber in der Partei nicht ohne Kritik blieb, traditionelle Vorbehalte in den konfessionellen Lagern abzubauen und der CDU gegenüber Sozialismus und Liberalismus ein unverwechselbares politisches Profil zu geben.

Intensiv untersucht der Verfasser die parteiinternen Auseinandersetzungen um den „richtigen“ ordnungspolitischen Weg, der die zonale CDU an den Rand der Spaltung brachte, und anhand britischer Akten die Einstellung der Besatzungsmacht zur CDU und ihren führenden Persönlichkeiten. Die Frontstellung zwischen Wirtschaftsliberalen und christlichen Sozialisten motivierte einflussreiche britische Persönlichkeiten zu Planspielen über eine Spaltung der CDU in einen der SPD zugeneigten „progressiven“ Teil unter Arnold und Albers und einen „konservativen“ Adenauer-Rest.

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Über diese Reihe

In der Reihe „Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte“ veröffentlicht das Archiv für Christlich-Demokratische Politik seit 1980 wissenschaftliche Studien zur Christlichen Demokratie, Darstellungen zur Geschichte der Bundesrepublik und der CDU sowie Biographien wichtiger Repräsentanten. Zu den 50 bisher erschienen Büchern zählen auch Quelleneditionen, wie Protokolle von Parteigremien oder Tagebücher von einflussreichen Politikern.

Die Publikationen sind im Buchhandel erhältlich.

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Herausgeber

Günter Buchstab, Klaus Gotto, Hans Günter Hockerts, Rudolf Morsey und Hans-Peter Schwarz

ISBN

3-7700-0755-7

erscheinungsort

Düsseldorf Deutschland

seitenzahl

814