Falsche Vorbilder

Sich an „großen Männern“ zu orientieren, ist für den Rechtsextremismus, der das „Führerprinzip“ hoch hält, nahe liegend. Die großen Vorbilder stammen - kaum überraschend - weitgehend aus dem historischen Nationalsozialismus. Das bringt bei der Verehrung den Nachteil mit sich, dass die Vorbilder nicht selten in die Verbrechen der Nationalsozialisten aktiv verstrickt waren. Ihre Biographien müssen daher geschönt und „gesäubert“ werden.

Nicht bei allen funktioniert das: Aus Heinrich Himmler kann man auch mit größten Anstrengungen keinen Sympathieträger machen. Der Rechtsextremismus konzentriert sich bei der Heldenverehrung daher bevorzugt einerseits auf soldatische (allerdings parteitreue) Heldenfiguren, andererseits auf Nationalsozialisten, die nicht unmittelbar in die schlimmsten Verbrechen verstrickt waren. Häufig handelt es sich um Funktionäre aus dem sozialrevolutionären „linken“ Flügel der NSDAP, die 1934 einer Säuberung zum Opfer fielen.

Rudolf van Hüllen

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