Présentations & compte-rendus

Senegals Jugend fordert mehr Mitsprache

de Thomas Volk

Erster KAS-Jugendgipfel in Kooperation mit dem Jugendrat

Am 20. und 21. Februar 2018 fand in Dakar der erste vom Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung im Senegal in Kooperation mit dem Nationalen Jugendrat, dem Conseil National de la Jeunesse du Senegal (CNJS), organisierte Jugendgipfel zum Thema „Herausforderungen und Perspektiven der Jugendbeschäftigung in Senegal“ statt. Mehr als 300 Teilnehmer aus allen Landesteilen Senegals nahmen an der Großveranstaltung teil, darunter zahlreiche Vorsitzende von Jugendparteiorganisationen und Vereinigungen der Jugendarbeit des Landes.

Jugendminister fördert duale Berufsausbildung

Die Auftaktveranstaltung wurde vom Jugendminister Senegals, Pape Gorgui Ndong, eröffnet. Der Minister betonte in seiner Ansprache, dass die Förderung der senegalesischen Jugend ein zentrales Anliegen des seit 2012 regierenden Staatspräsidenten Macky Sall und seines 2013 verabschiedeten Senegalesischen Entwicklungsplans (Plan Senegal Emergent, PSE) sei. So würden in diesem Jahr bis zu 25.000 junge Senegalesen von einem staatlichen Stipendium der dualen Berufsbildung profitieren können. Ohnehin sei die Förderung von Unterneh-mungsgründungen junger Senegalesen ein Anliegen der Regierung unter Premierminister Mohammed Ben Abdallah Dionne. Bei der Auftaktveranstaltung im Pressehaus in Dakar waren auch Abgeordnete der senegalesischen Nationalversammlung, Vertreter des diplomatischen Korps sowie Repräsentanten zahlreicher zivilgesellschaftlicher Organisationen vertreten.

Der Präsident des Nationalen Jugendrats in Senegal, Khadim Diop, verwies in sei-ner Ansprache darauf, dass Staatspräsident Macky Sall das Jahr 2018 zum „sozialen“ Jahr erklärte und neben Frauen vor allem die Jugend in den Fokus seiner Politik gestellt habe. Diop betonte ebenfalls, dass die demographische Entwicklung Senegals mit seiner sehr jungen Bevölkerung ein Vorteil für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Landes sei. Notwendig hierfür sei jedoch eine gute Ausbildung der jungen Generation. Der CNJS-Präsident dankte zwar der Regierung für die Unterstützung der senegalesischen Jugend, stellte zugleich jedoch einen Forderungskatalog an die Regierung auf.

Quote gefordert: 30 Prozent junge Vertreter in allen gewählten Instanzen

Zu den wesentlichen Forderungen des Nationalen Jugendrats zählen die Förderung der handwerklichen Ausbildung, die Stärkung der Berufsausbildung und eine verstärkte Investition in Bildungseinrichtungen, die Eröffnung der angekündigten neuen Universität Amadou Mactar Mbow in Diamniado sowie die Einrichtung von lokalen Agenturen zur Schaffung von Arbeitsplätzen in den Regionen. Die wichtigste Forderung richtete Diop direkt an den Jugendminister selbst. Der Jugendrat setzt sich für eine landesweite Quote ein, die in allen gewählten Instanzen einen Anteil von mindestens 30 Prozent junger Abgeordneter vorsieht. So solle etwa vom lokalen Ortschaftsrat bis zur Nationalversammlung gewährleistet sein, dass die Stimme der jungen Generation – also der eigentlichen Bevölkerungsmehrheit Senegals – vertreten sei. Als Jugendliche gelten für den CNJS alle Senegalesen unter 35 Jahre. In der Nationalversammlung sind bereits 46 Prozent der Abgeordnetensitze für Frauen vorgesehen; eine ähnliche Quote sei nun auch für die Jugend einzuführen, so die Forderung des Jugendrates.

60 Prozent der Senegalesen sind unter 25 Jahre

60 Prozent der senegalesischen Bevölkerung sind jünger als 25 Jahre. Somit vertritt der Nationale Jugendrat Senegals etwa acht Millionen Senegalesen und wird von der Regierung als offizielles Vertretungsorgan der Jugend angesehen. Der CNJS versammelt nahezu alle im Land registrierten Jugendvereinigungen und versteht sich als Dachverband von Jugendorganisationen, die im politischen, kulturellen, wirtschaftlichen oder karitativen Bereich aktiv sind. Die Her-ausforderungen für die Jugend Senegals sind vielfältig: Das Bevölkerungswachstum relativiert das Wirtschaftswachstum von zuletzt 7,1 Prozent und erschwert vielen jungen Senegalesen den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Die Jugendarbeitslosigkeit bleibt sehr hoch und treibt viele junge Menschen auf der Suche nach einer neuen Perspektive in die irreguläre Migration. Das Bildungssystem Senegals ist zudem reformbedürftig, die Schaffung von Ausbildungsplätzen und neuen Schulen und Universitäten dringend geboten.

KAS-Kooperation mit CNJS vereinbart

Seit 2017 arbeitet das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem Nationalen Jugendrat zusammen und organisiert in den Regionen des Landes Workshops und Seminare zu Themen wie: „Schaffung von Arbeitsplätzen“, „Reduzierung von Fluchtursachen“, „Politisches Engagement in der Gesellschaft“, „Digitalisierung“ und „Politi-sche und wirtschaftliche Herausforderungen Senegals vor der Präsidentschaftswahl 2019“. In den kommenden Monaten werden landesweite Foren stattfinden, die für eine verstärkte politische Teilhabe der jungen Generation werben und im Vorfeld des Wahljahres 2019 mit Präsidentschafts- und Kommunalwahlen für ein verstärktes Engagement der aktiven senegalesischen Jugend sensibilisieren sollen.

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Interlocuteur

Thomas Volk

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