Gesundheitspolitik

Gesundheitspolitik

Gesundheit ist nicht nur ein privates, sondern auch ein öffentliches Gut.

Die meisten Menschen messen Gesundheit einen ganz besonderen Wert zu. Sie gilt als ein essentieller Grundwert und eine wesentliche Voraussetzung für ein gelingendes Leben. Gleichwohl darf nicht vergessen werden, dass Krankheit, Leid und Tod untrennbar mit der Existenz des Menschen verbunden sind. Dieser oft verdrängte Sachverhalt wird – trotz aller Fortschritte – auch künftig zu den Grundkoordinaten des menschlichen Lebens gehören.

Gesundheit ist nicht nur ein privates, sondern auch ein öffentliches Gut. Nicht ohne Grund übernimmt daher der Staat Vor- und Fürsorgepflichten. Dennoch trägt jeder Einzelne Verantwortung für seine Gesundheit. Die Frage, wer welche Lasten trägt – der Staat, die Gesellschaft, die Solidargemeinschaft oder der Einzelne? –, gewinnt vor dem Hintergrund der immer deutlicher werdenden finanziellen Grenzen des Gesundheitssystems an Brisanz.

Unzweifelhaft wird auch künftig die Solidargemeinschaft im Gesundheitswesen eine zentrale Rolle spielen müssen. Am Umgang mit Kranken und Schwachen lässt sich das Humane einer Gesellschaft erkennen. Die Sozialsysteme, und insbesondere das Gesundheitssystem, sind sensitive Gradmesser für die „humane Wärme“ einer Gesellschaft.

Andererseits gehört das Bild des mündigen und eigenverantwortlichen Bürgers zum Selbstverständnis des modernen Menschen. Dies gilt auch in Bezug auf die Gesundheit und muss im Verhalten, in den Lebensstilen, in Prävention und Vorsorge seinen Niederschlag finden.