Komparative Kosten

Der Ansatz der „komparativen Kosten“ (von David Ricardo) erklärt, warum Außenhandel

zwischen zwei Ländern (z. B. Land I und Land II) auch dann für beide Länder von Vorteil

ist, wenn ein Land (z. B. Land I) in der Produktion aller Gütern absolute Kostenvorteile

hat. Entscheidend sind die relativen Kostenunterschiede, die „komparativen“ Kosten:

Wenn Land I bei der Herstellung von z. B. Tuch dem Land II um 20% überlegen ist, bei der Produktion von z. B. Wein aber um 40%, dann ist es für beide Länder vorteilhaft, wenn sich Land I auf die Herstellung von Wein spezialisiert, d. h. auf die Produktion des Gutes, für

dessen Erzeugung es am besten geeignet ist, da die Kostenvorteile gegenüber Land II hier

am größten sind.

Für Land II gilt analog: Da es bei der Produktion von Tuch dem Land I weniger unterlegen

ist (20% gegenüber 40% bei der Weinproduktion), muss es bei einer Konzentration auf die

Tuchherstellung auf weniger Wein verzichten, als wenn es den Wein selbst erzeugte. Auf

den Konsum von Wein muss es keineswegs verzichten, im Gegenteil: Durch den Austausch von Tuch und Wein können sowohl Land I wie Land II die Güterversorgung

verbessern. Spezialisierung und internationaler Handel tragen zur besseren Nutzung von

Produktionsfaktoren, zur Erhöhung der Produktion und zur besseren Versorgung der

Bevölkerung bei.