Länderberichte

Die Frauenbewegung in Mosambik geht weiter

In Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament und IBIS

Am 11. und 12. August 2011 kamen über 100 junge Frauen (und ein paar Männer) aus dem ganzen Land zusammen, um gemeinsam über die Herausforderungen und Chancen der Frauen in Mosambik zu diskutieren. Die Frente Feminina des Jugendparlaments hatte in Zusammenarbeit mit IBIS, der Konrad-Adenauer-Stiftung und Africa Groups of Sweden alle Interessierten eingeladen und so wurde die Veranstaltung ein Erfolg.
Am 11. und 12. August 2011 kamen über 100 junge Frauen (und ein paar Männer) aus dem ganzen Land zusammen, um gemeinsam über die Herausforderungen und Chancen der Frauen in Mosambik zu diskutieren. Die Frente Feminina des Jugendparlaments hatte in Zusammenarbeit mit IBIS und der Konrad-Adenauer-Stiftung alle Interessierten eingeladen und so wurde die Veranstaltung ein Erfolg.

Die Stellung der Frau in Mosambik ist nach wie vor weit entfernt von einer dem Mann gleichgestellten Position. Besonders in den ländlichen Gegenden müssen Frauen noch der traditionellen Rolle entsprechen: den Haushalt führen und vor allem den Regeln des Mannes folgen. Widersprechen Frauen, dann leiden viele unter häuslicher oder sexueller Gewalt. Bisher gibt es wenig juristischen Schutz für die Rechte der Frau, weshalb die Frente Feminina des Jugendparlaments sich das Engagement der mosambikanischen Frauen für Veränderungen zum Ziel gesetzt hat.

Nachdem jede Vertreterin der einzelnen Provinzen die Situation der Frauen dort vorgestellt hatte, wurde schnell klar, dass Aufklärung und Bildung über die Rechte der Frau und Menschenrechte im Allgemeinen noch vielerorts fehlen. Danach wurde das erste Thema eröffnet: „Politische Führung und Teilnahme“, vorgestellt von drei politisch aktiven Frauen. Elisa Amina Amisse von der OMM (Organização das Mulheres Moçambicanas), Angelina Enoque von der Partei RENAMO und Maria Moreno von der MDM (Movimento Democrático de Moçambique) bezogen Stellung zu diesem Thema. Dabei waren sich die Aussagen ähnlich und verfolgten dasselbe Ziel: den jungen Frauen Mut zu machen für ihre Rechte zu kämpfen. Die Politik bräuchte weibliche Führungskräfte um, unter anderem, die Korruption im Land zu senken – wo Maria Moreno einen eindeutigen Zusammenhang zitierte. Dieser Optimismus wurde auch bei dem zweiten Beitrag zu Schwierigkeiten, auf die Frauen bei dem Weg zu einer wirtschaftlichen Unabhängigkeit stoßen, in den Vordergrund gestellt. Dennoch betonte die Rednerin Cesta Chiteleca von COMUTRA (Comité Nacional da Mulher Trabalhadora), dass noch viele Veränderungen in den Einstellungen der Bürger untereinander und auch in der Politik nötig seien um eine Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen.

In den Diskussionsrunden nach den Vorträgen wurde klar, dass die jungen Frauen und auch Männer dies genauso sehen und mit viel Willensstärke diese Aufgabe annehmen.

Der zweite Tag war geprägt von Vorträgen zur psychischen und physischen Gewalt gegen Frauen, da vor allem häusliche Gewalt im ganzen Land noch ein weit verbreitetes Problem ist. Zu Beginn präsentierte die Polizistin Maria Supinho ihre Abteilung in der Polizei, wo Frauen sexuelle und andere Gewalt ihrer Ehemänner oder anderer Familienmitglieder melden können. Hier erhalten sie psychologische sowie klinische Betreuung und Unterstützung. Dennoch melden viel zu wenige Frauen, wenn ihr Heim kein Refugium mehr ist. Sie arbeiten mit UNICEF zusammen und helfen den Opfern mit juristischem Beistand, wobei sie auch versuchen weitere Frauen zu ermutigen Schritte gegen diese nicht legitimierte Gewalt vorzunehmen. Nadia Gomes von der Liga dos Direitos Humanos machte auf die Schwierigkeiten bei der Menschrechtbildung aufmerksam. Viele vertrauen der Tradition oder ihrer Religion nach wie vor mehr als der Idee der Menschenrechte. Deshalb legt die Liga so viel Wert auf Menschenrechtsbildung, um die Veränderung auch in den Köpfen der Frauen und ihren Ehemännern sowie der folgenden Generation sicherzustellen. Wie alle weiteren Rednerinnen machte sie dem Jugendparlament Mut Verantwortung zu übernehmen und für die Menschrechte einzustehen.

Der Höhepunkt des Tages war der Besuch der Justizministerin Bemvinda Levy bei der Versammlung. Sie nahm sich die Zeit um Fragen aus dem Plenum zu beantworten und stellte sich zudem der Kritik der jungen Leute an dem mosambikanischen Rechtssystem. So zollte auch eine Vertreterin der Regierung ihren Respekt dem Jugendparlament und betonte seine Bedeutung für die demokratische Entwicklung des Landes.

Die Teilnehmer verließen die Konferenz mit viel Information, was die Veranstalter hoffen lässt mehr als einen Denkanstoß geliefert zu haben und auch auf aktive Verbreitung der Überzeugungen zählen können. Im nächsten Jahr wird die Frente Feminina zum dritten Mal zusammenkommen und die Teilnehmerzahl wird sicherlich weiter steigen.

Maputo, den 22. August 2011

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Finanzministerin Bemvinda Levy bei der Frente Feminina KAS

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist in rund 80 Ländern auf fünf Kontinenten mit einem eigenen Büro vertreten. Die Auslandsmitarbeiter vor Ort können aus erster Hand über aktuelle Ereignisse und langfristige Entwicklungen in ihrem Einsatzland berichten. In den „Länderberichten“ bieten sie den Nutzern der Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung exklusiv Analysen, Hintergrundinformationen und Einschätzungen.

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Mosambik Mosambik