Länderberichte

Mali - Wie geht es weiter?

von Andrea Kolb (in Elternzeit)

Welche Weichen müssen jetzt gestellt werden, um das Land nachhaltig wieder aufzubauen?

Am 28. Juli und 11. August 2013 sollen in Mali Präsidentschaftswahlen stattfinden. Die Wahlen sind eine wichtige Etappe im Wiederaufbauprozess, aber keineswegs ausreichend für einen grundlegenden Veränderungsprozess, den das Land dringend benötigt. Die Fokalisierung auf das Terrorismusproblem stellt eine Behebung der tatsächlichen Konfliktursachen der Krise in den Hintergrund. Diese liegen vor allem in der fragilen Staatlichkeit und Führungsschwäche einer alten politischen Elite, die die Tuareg-Frage nicht zu lösen vermochte.

Die ehemalige Regierung von Amadou Toumani Touré (ATT) war im März 2012 durch das malische Militär geputscht worden. Kurz darauf haben Tuareg-Rebellen und islamistische Terroristen den Norden Malis besetzt. Dank der französischen Militärintervention SERVAL, die im Januar 2013 auf Anfrage der malischen Übergangsregierung begonnen wurde, konnten die von den islamistischen Terroristen besetzten Städte zurückerobert werden. Nur Kidal wird noch immer von der Tuaregbewegung MNLA (Mouvement de Libération de l’Azawad) kontrolliert. Insgesamt hat sich die Sicherheitslage in Mali aber deutlich verbessert.

Durch das militärische Eingreifen Frankreichs wurde schließlich auch die internationale Gemeinschaft zum Handeln gedrängt. Eine Friedensmission der Vereinten Nationen (MINUSMA) soll möglichst am 1. Juli 2013, noch vor den Wahlen, die afrikanische Mission MISMA ablösen. Die grundlegenden politischen, wirtschaftlichen, sozialen und sicherheitspolitischen Probleme Malis sind damit jedoch noch nicht gelöst. Die Spannungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Norden bestehen weiter fort und werden durch willkürliche Übergriffe malischer Sicherheitskräfte auf unschuldige Tuareg und Araber täglich verschärft.

Der Norden ist noch weit davon entfernt, nachhaltig sicher zu sein, die Krise keineswegs überstanden. Die Herausforderungen sind zahlreich. Der Wiederaufbau beginnt erst gerade, und die kommenden Monate werden wegweisend sein für seinen Erfolg oder Misserfolg.

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Senegal Senegal