Länderberichte

Politische Kurzberichte der KAS-Auslandsbüros

Indiens Christen wieder in den Schlagzeilen

von Helmut Reifeld

Die politische Stellung der Christen und ihre Integration in die indische Gesellschaft waren in den vergangenen zwei Wochen wiederum in den Schlagzeilen fast der gesamten indischen Presse. Vordergründig geht es um ein neues Heiratsgesetz, das im Parlament zur Verabschiedung ansteht, das aber gleichzeitig von hindunationalistischen Kräften zum Anlaß genommen wird, erneut öffentlich Vorwürfe gegen die Christen in Indien zu erheben.

Misstrauensantrag - "wegen Korruption" gegen das Kabinett gescheitert

von Josef Gruber

Nach Monaten ungestümer Korruptionsattacken gegen das Kabinett der Vereinigten Demokratischen Kräfte (VDK) hat die Opposition einen Mißtrauensantrag im Parlament ein-gebracht, dem sie selbst allerdings keinerlei Erfolgschancen beimaß. Nach fast 8-stündigen Debatten, die keine sensationellen neuen Fakten und Erkenntnisse brachten, wurde der Antrag erwartungsgemäß mit der Mehrheit der Regierungsparteien zurückgewiesen.

Friedlicher Machtwechsel im Senegal - Opposition gewinnt Präsidentschaftswahl

von Anke Christine Lerch

Der Europäische Sondergipfel zu Beschäftigung, wirtschaftlicher Reform und sozialem Zusammenhalt in Lissabon

von Daniela Senk

Der auf Initiative der portugiesischen Ratspräsidentschaft am 23. und 24. März in Lissabon abgehaltene "ausserordentliche Sozialgipfel" hat, nach Meinung des portugiesischen Regierungschefs und derzeitigen Präsidenten des Europäischen Rates, Antonio Guterres, die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt. Dieser Gipfel sollte in den Bereichen Wachstum, Beschäftigung und Soziales die Prozesse weiterführen, die die Europäischen Räte von Köln, Cardiff und Luxemburg begonnen haben.

Gescheitertes Referendum in Italien

von Thomas Lütke Entrup

Nur 32.1 % aller 49 Mill. italienischen Wahlberechtigten haben sich am Sonntag, 21. Mai 2000, auf den Weg gemacht, um sich zu sieben Fragen zu äussern, die ihnen in der Form eines Referendums gestellt wurden. Bei keiner der sieben Fragen wurde das erforderliche Quorum von 50 % erreicht, so dass insgesamt eindeutig von einem totalen Fehlschlag gesprochen werden muss.

Ghanas Vizepräsident Mills als Präsidentschaftskandidat

von Martin J. Wilde

Wirtschaftskrise und breite Unzufriedenheit lassen
Die Regierungspartei NDC (National Democratic Congress) hat auf einem außerordentlichen Parteitag den Vizepräsidenten Prof. John Atta Mills zum Präsidentschaftskandidaten für die Wahlen am 8. Dezember 2000 gewählt. Die Opposition wittert gleichzeitig angesichts der derzeitigen Wirtschaftskrise eine Chance, wie im Senegal die langjährige Regierungspartei von der Macht zu verdrängen. In beiden Lagern gibt es ein heftiges Gerangel um die Vizepräsidentschaftskandidatur.

Menschenrechte und Aufarbeitung der Vergangenheit in Guatemala

von Peter Fischer-Bollin

Nach vielen Jahrzehnten der Militärherrschaft und systema-tischer Menschenrechtsverletzungen hat Guatemala eine Reihe von Fortschritten auf diesem Gebiet erzielt. Allerdings werden noch immer Menchenrechte verletzt und steht vor allem die juristische Aufarbeitung der Vergangenheit noch aus. Die Anklage der Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú vor einem spanischen Gericht gegen Verantwortliche der Militärregime hat einen Stein ins Rollen gebracht.

Organisation für Afrikanische Einheit Erster EU-Afrika-Gipfel in Kairo

von Reiner Biegel †

Befürworter und Kritiker des ersten EU-Afrika-Gipfels, der vom 3. bis 4. April in Kairo stattfand, sind sich über Sinn und Zweck, Erfolg und Mißerfolg der Mammutkonferenz höchst uneinig: während die Optimisten sich schon darüber freuten, daß der Gipfel zwischen der Europäischen Union und dem südlichen Nachbarkontinent überhaupt zustande kam, bemängelten die Pessimisten, die Veranstaltung in Kairo habe wenig Konkretes gebracht. Regierungschefs und Staatsoberhäupter der 15 EU-Mitgliedsstaaten und von 52 afrikanischen Staaten unterzeichneten zum Abschluß des Gipfels eine Erklärung, in der die Eckpunkte einer künftigen Zusammenarbeit festgelegt sind. Die EU-Außenminister und ihre afrikanischen Amtskollegen hatten sich schon vor dem eigentlichen Gipfel getroffen.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist in rund 80 Ländern auf fünf Kontinenten mit einem eigenen Büro vertreten. Die Auslandsmitarbeiter vor Ort können aus erster Hand über aktuelle Ereignisse und langfristige Entwicklungen in ihrem Einsatzland berichten. In den „Länderberichten“ bieten sie den Nutzern der Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung exklusiv Analysen, Hintergrundinformationen und Einschätzungen.

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Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.