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Medien und Konflikt im Jemen

нь Peter Sendrowicz, Sebastian Pfülb

Journalist oder Aktivist? Junge Jemeniten erlernen Grundlagen konfliktsensitiver Berichterstattung

Jemen kommt nicht zur Ruhe. Nichtregierungsorganisationen und unabhängige Journalisten werden in ihrer Arbeit zusehends durch das aggressive Vorgehen der Konfliktparteien behindert. Das Land, dessen Nationaler Dialog zuvor als Modell für die Aussöhnung von Konfliktparteien galt, steht nunmehr vor einer ungewissen Zukunft. Vor diesem Hintergrund organisierte das Regionalprogramm Golf-Staaten in Amman in Zusammenarbeit mit dem Yemen Polling Center vom 7. – 9. September 2015 einen dreitägigen Workshop zur Rolle konfliktsensitiver Berichterstattung für jemenitische Journalisten und Aktivisten.

Seit der Machtübernahme durch die Houthi-Rebellen und die Eskalation des Konfliktes durch die Intervention Saudi-Arabiens im März 2015, dominieren Berichte über Kampfhandlungen, Luftangriffe und täglich neue Opfermeldungen die mediale Tagesordnung. Das Land, dessen Nationaler Dialog zuvor als Modell für die Aussöhnung der unterschiedlichen Konfliktparteien und einen geordneten Übergang nach dem Sturz des ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh galt, steht nunmehr vor einer ungewissen Zukunft.

Obwohl mittlerweile mehr als 21 Millionen von insgesamt knapp 27 Millionen Jemeniten von humanitärer Hilfe abhängig sind, werden Nichtregierungsorganisationen und unabhängige Journalisten in ihrer Arbeit zusehends durch das aggressive Vorgehen der Konfliktparteien behindert. Viele Journalisten mussten daher aus ihrer Heimat ins Exil fliehen. Statt ihrer eigentlichen Aufgabe einer möglichst objektiven Berichterstattung und der unabhängigen Überprüfung von Fakten nachzugehen, beteiligen sich die meisten verbliebenen Medien an der Fortführung der zahlreichen Konfliktnarrative und sind somit selbst zu einem Instrument der Machtsicherung der einzelnen Akteure im Jemen geworden.

Vor diesem Hintergrund organisierte das Regionalprogramm Golf-Staaten in Zusammenarbeit mit dem Yemen Polling Center in Amman vom 7. – 9. September 2015 einen dreitägigen Workshop zur Rolle konfliktsensitiver Berichterstattung für auf der ganzen Welt verstreut lebende jemenitische Journalisten und Aktivisten. Die Teilnehmer, die sich während der Transitionsphase des Jemen in verschiedensten Medienbereichen engagierten, wurden dazu eingeladen, ihr Wissen darüber, welchen Anteil Medien sowohl an der Eskalation als auch Beilegung von Konflikten spielen können, zu erweitern. Über die drei Workshoptage sollten sie möglichst praxisnah in interaktiven Übungen die notwendigen Werkzeuge und Kenntnisse erlernen, um mit ihrer Arbeit einen direkten konstruktiven Beitrag zur Deeskalation der Konfliktspirale in ihrer Heimat zu leisten.

Unterstützung erhielten sie hierbei von dem erfahrenen Journalisten und Workshopleiter Jan Keulen, der im Laufe seiner Karriere selbst schon aus zahlreichen Krisen- und Konfliktgebieten berichtet hat, beispielsweise aus dem libanesischen Bürgerkrieg. Wie man an der momentanen Berichterstattung im Jemen deutlich sehen könne, sei das erste Opfer eines jeden Konflikts immer die Wahrheit, führte der Trainer seine Teilnehmer zur Eröffnung in die Materie ein. Gegenseitige Schuldzuweisungen, Gerüchte und Propaganda, die oftmals auch über die Medienkanäle der verfeindeten Gruppierungen verbreitet werden, blieben unkommentiert im Raum stehen und würden so die Spirale der Gewalt nur noch weiter anheizen. Daher sei es umso wichtiger, sich noch einmal zu verdeutlichen, was überhaupt professionelle Medienarbeit ausmache: So sei ein Journalist zu allererst immer der Wahrheit sowie seiner Bevölkerung gegenüber verpflichtet, müsse auf die Akkuratesse seiner Meldungen achten und vor der Freigabe jeglicher Nachricht alle Quellen auf ihre Korrektheit hin prüfen, erklärte Keulen. Trotzdem könnten auch Journalisten als Beobachter selbst nie gänzlich objektiv sein. Gerade deshalb sei es unabdingbar, gewisse Standards und Methoden in der Arbeit, wie die Pflicht, alle Seiten zu Wort kommen zu lassen, stets im Blick zu behalten. Diese Prinzipien seien die Wurzeln, die den Baum des guten Journalismus tragen und nähren würden, führte Keulen metaphorisch aus. Doch dies alleine bedinge noch keinen Erfolg. Es müsste außerdem Klarheit über die Zielgruppen herrschen, damit der Baum auch Früchte tragen könne. Diese Früchte – der konstruktive, gesellschaftliche Beitrag, den guter Journalismus als „Watchdog“ leistet – würde gleichzeitig aber auch von einer Reihe an Faktoren bedroht, die es zu bekämpfen gelte.

Auch stelle die Berichterstattung in Krisenzeiten Journalisten vor besondere Herausforderungen, wie die Teilnehmer in mehreren Übungen selbst merkten. Während kaum jemand lernen müsste, wie man Krieg und Zerstörung anfeuere, sei vielen Journalisten kaum bewusst, wie umsichtige Medienarbeit Frieden und Deeskalation fördern könne. Wichtig sei in diesem Kontext insbesondere das Konzept des „Friedensjournalismus“: Berichterstatter müssten sich ihrer eigenen Rolle und der ihrer Nachrichten in der Konfliktdynamik bewusst werden und konstant reflektieren, welche potentiell zerstörerischen Auswirkungen ihre Worte haben können. Dies betreffe schon vermeintlich triviale Entscheidungen, beispielsweise ob man ein Foto abdrucke, das die grausamen Auswirkungen der sinnlosen Gewalt den Lesern aufzeigt, oder ob man die konfessionelle Angehörigkeit der Gruppen im Text erwähnen sollte.

Gleichzeitig dürfe dies aber keineswegs Selbstzensur bedeuten. Vielmehr gelte es, die Faktenlage noch kritischer zu prüfen und alle relevanten Ereignisse und Entwicklungen in einer ausgewogenen, möglichst umsichtigen Art und Weise zu berichten. Dies sei, das wisse er aus eigener Erfahrung, nicht immer leicht, führte der Medienexperte Keulen aus. Denn mit der Ausnahme einiger weniger öffentlicher Rundfunkanstalten, sind die meisten Medien immer noch Unternehmen und müssten für genügend Absatz sorgen, um sich zu finanzieren. Und dieser finde sich leider oftmals durch sensationshaschende Berichterstattung.

Dennoch könne gerade in der fragmentierten, ideologisch aufgeladenen Medienlandschaft im Jemen unabhängiger Journalismus viel bewegen und der schweigenden Mehrheit der Bürger, die den Konflikt ablehnen, eine Stimme geben, um ein Gegennarrativ zu der Ausweglosigkeit des Krieges zu schaffen. Die Teilnehmer sollten in ihren Beiträgen daher den Fokus auf Gemeinsamkeiten und ähnliche Interessen statt auf die immer gleichen Unterschiede zwischen den Gruppen legen. Es gelte das Gefühl eines kollektiven „Wir“ zu erhalten und der eskalativen Rhetorik entgegenzutreten. Stattdessen könne unabhängiger Journalismus durch gute Recherche und stichfeste Fakten das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen und ihnen genauso wie der internationalen Gemeinschaft die tieferlegenden Ursachen des Konfliktes näherbringen. Wichtig sei daher auch, konkrete, inkrementelle Lösungsvorschläge auf lokaler Ebene zu formulieren und Empathie mit den Opfern auf beiden Seiten zu transportieren, um so dem Konflikt den Nährboden zu nehmen.

Trotz aller praktischer Tipps und Einblicke in die konstruktive Rolle der Medien konnte Keulen den jungen Teilnehmern für die vielen schwierigen Entscheidungen, die daraus folgen, kein Patentrezept mit an die Hand geben. Letzten Endes, so resümierte der ehemalige Krisenberichterstatter, sei der beste Rat, den er jedem angehenden Reporter geben könne, auf die innere Stimme zu hören und auf das eigene Gewissen zu vertrauen.

Der Workshop war die mittlerweile zweite Kooperation zwischen dem Regionalprogramm Golf-Staaten und dem Yemen Polling Center, die trotz der erschwerten Bedingungen auch in Zukunft weiter fortgeführt werden soll.

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Dr. Manuel Schubert

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RPG KAS
December 14, 2014
Konflikt im Jemen: wie können lokale Medien dazu gebracht werden, eine konstruktive Rolle zu spielen?

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