Veranstaltungsberichte

„Orient und Okzident können harmonieren.“

Tag der KAS 2012 - Die Autorin Mariam Kühsel-Hussaini begeistert am Kulturabend im Vorfeld des Tags der KAS

Mit einer Lesung aus dem Roman „Gott im Reiskorn“ durch die Autorin Mariam Kühsel-Hussaini hat die Konrad-Adenauer-Stiftung ihren traditionellen Kulturabend im Vorfeld des Tags der KAS begangen.

Das Event steht in diesem Jahr anlässlich des Jubiläums der internationalen Abteilung der KAS unter dem Motto „50 Jahre für Demokratie weltweit“.

Kühsels vielgelobtes Debüt handelt von dem jungen deutschen Kunsthistoriker Jakob Benta, der Ende der1950er-Jahre nach Afghanistan reist und von der Familie des Kalligraphen Da´ud Hussaini aufgenommen wird. Dort wird er in die Kunst dieses Handwerks und die Bedeutsamkeit der persischen Dichtkunst eingeführt. Im weiteren Verlauf wird der Sturz des Königs, der Einmarsch der Sowjets, der Bürgerkrieg sowie die Flucht der Familie aus Afghanistan im Jahre 1989 geschildert. Kühsel-Hussaini erinnert sehnsüchtig an ein Afghanistan, das nicht durch Kriege und Bürgerkriege zerrüttelt war, sondern im dem Frieden herrschte und die Kultur blühte.

Durchaus autobiografisch untermauert, konzentriert sich Kühsel auf das Verhältnis von Orient und Okzident. Sie erzählt von Heimat, Heimatverlust und Exil und vereint dabei die deutsche und die afghanisch-persische Welt. Feuilletonisten schwärmen, dass sie wie einst Goethe mit seiner Gedichtsammlung „West-östlicher Divan“, die eine Hommage an den persischen Dichterfürsten Hafis darstellt, eine poetische Metapher entrollt. Die Kernaussage ihres Buches lautet: „Orient und Okzident können harmonieren.“ Es sind zwei unterschiedliche Welten, die sich niemals angleichen, dafür aber lieben können.

Bemerkenswert ist ihre opulente, blumige, bildprägnante, bedeutungsreiche und feinsinnige Sprache, von der das Publikum von der ersten Sekunde an gefesselt ist. Sie bringt ihre Poesie zum Klingen und vereint, ja verschmilzt, die persische mit der deutschen Welt. Völlig zu Recht nennt sich selber im Vorwort des Buches als „Tochter beider Epen“.

Ähnlich wie ihr Großvater, dem es mit seinem Genie gelang, filigran und fingerfertig sogar Suren auf eine Reiskorn zu schreiben, entwickelt sie das Talent mit dem Blick einer aus dem Orient angereicherten Sprache die Farben, Gerüche und Gefühle des Orients ausdrucksstark zu Papier zu bringen.

Zur Überraschung und Freude der 130 Zuhörer las Kühsel-Hussaini erstmalig öffentlich auch aus dem Manuskript ihres neuen Buches. „Attentat auf Adam“ wird voraussichtlich im Herbst 2012 erscheinen.

Ansprechpartner

Christian Schleicher

Christian Schleicher bild

Stellvertretender Leiter Politische Bildungsforen und Leiter Politische Bildungsforen Nord

Christian.Schleicher@kas.de +49 30 26996-3230 +49 30 26996-53230
Lesung
26. Juni 2012
Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
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Berlin Deutschland