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„Manchmal muss man bittere Medizin schlucken.“

Vogel hält die aktuellen staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft angesichts der Ausmaße der Krise für gerechtfertigt

Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Dr. Bernhard Vogel, befürwortet die aktuellen Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft. Bei einer Veranstaltung des Bildungswerks Hannover warnte er zugleich vor „falschen Zungenschlägen“ der jetzt lauter werdenden „Demagogen und Ideologen“.
Das beherzte Handeln des Staates habe den drohenden Kollaps durch „unglaubliche Fehlentwicklungen“ am Finanzmarkt verhindert, ist sich Vogel sicher. Zwar seien die beschlossenen Maßnahmen nur schwer mit marktwirtschaftlichem Denken vereinbar, dennoch sei es manchmal notwendig, eine „bittere Medizin zu schlucken, wenn diese der Bekämpfung einer tödlichen Krankheit diene“. Vogel betonte allerdings, dass nach der Genesung des Patienten, die Medikation wieder abgesetzt werden müsse.

Das jetzige Eingreifen sei somit kein Verrat an der Sozialen Marktwirtschaft, erst recht nicht, da die Verantwortlichen wüssten, dass unter normalen Umständen das Maßnahmenpaket nicht zu rechtfertigen gewesen wäre. Dem Staat komme nun einmal eine Gewährleistungspflicht zu, damit der Mensch sich frei entfalten könne, so Vogel. „Der Staat muss Schiedsrichter sein, nicht Mitspieler. Er muss darauf achten, dass die Spielregeln eingehalten würden.“


Neuer Leiter im Bildungswerk Hannover

Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Dr. Bernhard Vogel, stellte auf der Veranstaltung im Alten Rathaus vor rund 300 Gästen den neuen Leiter des Bildungswerks Hannover vor: Jörg Jäger. Der gebürtige Bremer folgt Christian Schleicher, der nun stellvertretender Leiter der Akademie in Berlin ist.


Jäger ist Diplom-Ökonom und gelernter Industriekaufmann. Er war zuletzt beim Senator für Inneres und Sport in der Freien Hansestadt Bremen tätig. Zuvor war Jörg Jäger neben Berufstätigkeiten im Marketing- und Veranstaltungsbereich unter anderem von 1995 bis 2005 Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft und verantwortete sechs Jahre lang die Hochschul- und Wissenschaftspolitik für die CDU-Bürgerschaftsfraktion.


Worin liegt der besondere Reiz am Bildungswerk Hannover?

Als typisch Norddeutscher weise ich eine hohe Affinität zu den Regionen und den Menschen von Stadt und Land in Niedersachsen auf. Dies kommt mir hoffentlich zugute, da man insbesondere als Leiter eines Bildungswerkes die Menschen zu nehmen wissen muss.

Welche Schwerpunkte wollen Sie in Ihrer Arbeit setzen?

Bei der politischen Bildung verhält es sich wie in einem Kaufhaus: Nicht mehr der Gemischtwarenladen, sondern viele unterschiedliche Fachabteilungen werden vom Kunden bevorzugt. Das bedeutet für uns eine weitere Spezialisierung, eine weitere Anpassung unseres Programms auf die Zielgruppen, wenn wir auch zukünftig Wahrnehmung und Wirkung erreichen wollen.

Welche Maßnahmen planen Sie konkret?

Derzeit konzentrieren wir uns natürlich auf die Begleitung der Jubiläen von Einheit und Freiheit sowie der Finanz- und Wirtschaftskrise. Wir wollen Antworten geben, erklären und diskutieren, aber auch aufrütteln und provozieren. Mit über 100 Veranstaltungen im Jahr 2009 werden wir Kontinuität aber auch Wandel beweisen. Dabei ist es besonders wichtig, die Kooperation mit der Bundeswehr auszubauen und den Dialog mit der Wissenschaft zu intensivieren.

Ihr Prämisse?

Ich möchte am Handeln und nicht an Ankündigungen gemessen werden.


Auch wenn es den Deutschen nicht in die Wiege gelegt sei, in einer Krise Mut und Zuversicht zu verbreiten, erinnerte Vogel an die altgriechische Herkunft des Wortes „Krisis“: Es stehe für „Wendepunkt“ und nicht „Absturz.“

Wie auch Vogel, warnte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Niedersächsischem Landtag und Vorsitzende der CDU in Niedersachsen, David McAllister, vor „politischen Scharlatanen“, die die Systemfrage stellten. Er gab zu, dass die Soziale Marktwirtschaft momentan „das ein oder andere Problem“ habe. Der Sozialismus allerdings sei ein Problem im Ganzen.

Hoffnung mache ihm ein Nebeneffekt der Krise. Er beobachte ein neues politisches Interesse bei den Menschen, eine neue Ernsthaftigkeit. Das Vertrauen in den so arg gescholtenen Berufsstand des Politikers wachse wieder. Mit Nachdruck sprach McAllister sich dafür aus, die sich durch die Krise bietenden Chancen zu nutzen: Das Vergaberecht müsse zugunsten der Kommunen reformiert werden und der Bund müsse einen festgeschriebenen Tilgungsplan für die jetzt neu aufgenommenen Schulden beschließen. Denn, so McAllister, „wir dürfen nicht jetzt schon die Saat für die nächste Krise legen.“

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Hannover Deutschland