Prinzipal-Agent-Ansatz

Das Prinzipal-Agent-Problem besteht z. B. in Aktiengesellschaften (Prinzipal: die Eigentümer; Agent: der Vorstand) und in der Demokratie (Prinzipal: der Wähler; Agent: die Regierung, der Politiker). Das Modell beschäftigt sich mit Kooperations- und Abhängigkeitsproblemen zweier Individuen, die am Erfolg einer Aktion beteiligt sind. Nur ein Individuum wählt die Aktion (Agent); es kann seinen eigenen Nutzen maximieren, nicht aber zwangsläufig den des anderen (Prinzipal). Dieser wird deshalb versuchen, auf die Wahl der Aktion einen Einfluss zu nehmen. Probleme ergeben sich hier vorrangig aus Informationsdefiziten, Kosten der Vertragsgestaltung und unterschiedlichen nutzenmaximierenden Verhalten der kooperierenden Individuen. Somit wird angenommen, dass ein soziales Optimum nicht mehr automatisch durch den Markt hergestellt wird. Beispiele sind Beziehungen zwischen Eigentümer und Manager eines Unternehmens oder Wähler und Politiker einer Partei. In einer Publikums-AG hat der Vorstand einen Informationsvorsprung dem Aktionär gegenüber, der dazu führen kann, dass der Agent seine Ziele mehr als die des Prinzipals realisiert.

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