DIE DIGITALISIERUNG DER ARBEITSWELT

KONFERENZ „THE FUTURE OF WORK IN THE DIGITAL ERA" IN MAILAND

Am 15. und 16. Februar 2018 veranstaltete das KAS-Auslandsbüro in Rom zusammen mit der Jugendorganisation der Europäischen Volkspartei (YEPP) und dem Wilfried Martens Centre for European Studies eine zweitägige Konferenz in Mailand unter dem Titel „The future of work in the digital era“. Die Arbeitswelt wird immer komplexer, neue Kompetenzen und mehr Qualifikationen werden gefordert. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Veränderung – sowie die Risiken und Chancen – der Arbeitswelt durch die Digitalisierung, aber auch das Modell der dualen Ausbildung und Berufsbildung und die Perspektive der jungen Unternehmer. An den Panel-Diskussionen nahmen unter anderem der Leiter des Teams Wirtschaftspolitik der KAS, Matthias Schäfer, Professor Franco Mosconi der Universität Parma und der Herausgeber von Funding Aid Strategies Investment (FASI), Andrea Gallo, teil.

In seinem Beitrag erklärte Matthias Schäfer das deutsche System der Aus- und Berufsbildung. Wie funktioniert es und wie kann es die Grundlage für eine berufliche Karriere darstellen? Welche Karrieremöglichkeiten bietet es? Antworten zu diesen Fragen wurden den über 130 jungen Nachwuchspolitikern aus verschiedenen europäischen Ländern gegeben. Außerdem zeigte Schäfer die Komplexität bezüglich des Wandels der Arbeitswelt und die notwendige Neugestaltung der dualen Bildung auf. Der Bildungsbedarf für den digitalisierten Arbeitsmarkt stelle nämlich eine der größten Herausforderungen der Digitalisierung dar und es sei wichtig, dass die Kompetenzvermittlung dem digitalen Zeitalter angepasst werde.

Prof. Mosconi erläuterte in seinem Vortrag die Folgen dieses Wandels für die Wirtschaft und die Arbeitswelt. Darüber hinaus zeigte Mosconi die Verbindung zwischen einer „manufacturing Renaissance“ und der „vierten industriellen Revolution“ auf und hob die Rolle beziehungsweise Verantwortung der Europäischen Union bezüglich wissensbasierter Investitionen hervor. Nur wenn sie auf supranationaler Ebene geregelt werden, könnten mehr Chancen den jungen Europäern gegeben werden, so Mosconi.

Auch Andrea Gallo verwies in seinem Beitrag auf den Stellenwert der EU in Bezug auf die Herausforderungen in der Arbeitswelt, für Wachstum und Kohäsion. Gallo präsentierte die Initiativen und Programme, die die EU den jungen Menschen bietet. Die Jugendarbeitslosigkeit in der EU stellt nach wie vor ein Problem dar, vor allem in Südeuropa. Deshalb seien Initiativen wie Youth Guarantee, EURES Job und Youth Employment Initiative notwendige und wichtige Programme. Die EU solle sich auch mit Blick auf die allgemeine und berufliche Bildung engagieren. In diesem Kontext erörtete Gallo den „Strategischer Rahmen – allgemeine und berufliche Bildung 2020“, der den EU-Ländern Rat und Unterstützung für politische Reformen in Bildungsbereich, Kompetenzvermittlung in der Arbeit 4.0 und technologische Entwicklungen bietet.

Die Nachwuchskräfte führten eine engagierte Diskussion, stellten Fragen und leisteten einen Beitrag in der Debatte zur Reform des Arbeitsmarktes und zur Anpassung des Digitalisierungsprozesses. Die Digitalisierung verändert insbesondere die Arbeitswelt: Sie bringt Risiken aber auch Chancen mit sich. Innovative Formen der Zukunftsgestaltung sollen daher gefunden werden.