Die Europa der Werte

Wie kann man die Krise der europäischen Werte überwinden?

Am 15. März 2018 fand ein Workshop an der Universität LUMSA statt, der vom Auslandsbüro Rom der Konrad-Adenauer-Stiftung und vom Observatorium Deutschland-Italien-Europa (OGIE) organisiert wurde. Im Mittelpunkt der Debatte standen die Werte der Europäischen Union: Was einigt uns? Wie kann man die Krise der europäischen Werte überwinden?

Am 15. März 2018 fand ein Workshop an der Universität LUMSA statt, der vom Auslandsbüro Rom der Konrad-Adenauer-Stiftung und vom Observatorium Deutschland-Italien-Europa (OGIE) organisiert wurde. Professor Buttiglione (Pontificia Università Lateranense) und Professor Krienke (Facoltà di Teologia di Lugano; Pontificia Università Lateranense) erörterten den Studierenden der LUMSA-Universität und den Mitgliedern des Observatoriums die Werte, die die Gründerväter der EU als Fundament der Union identifiziert hatten.

Die Werte seien nicht abstrakt, sondern etwas konkretes, denn sie beziehen sich auf die Person, so Buttiglione. Heutzutage habe man den roten Faden verloren und die Mitgliedstaaten haben in der Vergangenheit Chancen verpasst. Wir müssen uns nun fragen, wer wir sind in Europa. Es gehe nämlich um Identität, so Buttiglione. Die auf europäischer Ebene fehlende Identität sei die Ursache der Entstehung und des Erfolgs der aktuellen populistischen Bewegungen.

In seinem Beitrag hob Krienke die Rolle der politischen Parteien als Träger einer europäischen Kultur und Identität hervor. Parteien, die einen starken Willen zum Dialog und zur Mitarbeit aufweisen sowie die Grundsätze der Subsidiarität und der Solidarität stellen die Elemente dar, die Adenauer, De Gasperi und Schuman damals einigten. Diese Aspekte sollen auch heute gefördert werden, um eine europäische Kultur zu kreieren, so Krienke.

Die Studierenden hatten im Nachgang der Vorträge die Möglichkeit, ihre Gruppenarbeit zu dem Thema „Die Werte der EU“ zu präsentieren. Ihre Recherche fokussiert sich in diesem Kontext auf die Entwicklung von Rechtsextremismus in einigen Mitgliedstaaten wie Ungarn und Polen, sowie auf das Wiederaufleben von Autonomiebestrebungen in einigen EU-Mitgliedsstaaten (Katalonien, Südtirol).