Dritte Guggenheim-Ausstellung in Bonn eröffnet

Die Kooperation zwischen der Solomon Guggenheim Foundation und der Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn bietet einen einmaligen Überblick über die moderne Kunst und Museumsarchitektur (25.8.2006)

Als dritter Teil der „Guggenheim Collection“ wird heute die Ausstellung „The Guggenheim Architecture“ im Erdgeschoss der Artriumhalle der Kunst – und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn eröffnet. Anhand von Plänen und Modellen werden hier interessante neue Aspekte internationaler Museumsarchitektur und innovative Ausstellungskonzepte einem interessierten Publikum vorgeführt. Ausgehend von dem berühmten Bau des Solomon R. Guggenheim- Museums in New Yorks Lower East Side, welches nach den Plänen von Frank Lloyd Wright (1867 – 1959) ein halbes Jahr nach dessen Tod im Herbst 1959 fertiggestellt wurde, wurden im Auftrag des seit 1989 amtierenden Direktors des Guggenheim Museums, Thomas Krens, weitere Bauten von Guggenheim- Museen in Angriff genommen. So wurde im Bilbao (Spanien) im Herbst 1997 eine erste Zweigstelle des Guggenheim- Museums in Europa eingeweiht. Das avantgardistische Gebäude des kanadischen Architekten Frank O. Gehry setzte weithin Maßstäbe für zukünftige Museumsbauten. Weitere Guggenheim Museen sind in Rio de Janeiro, Guadalajara (Mexiko) sowie Taichung (Taiwan) geplant. Die Austellung bildet damit eine ausgezeichnete Ergänzung der beiden anderen Guggenheim Ausstellungen in Bonn. (25.8. – 12.11.2006)

Bereits am 21. Juli öffneten „The Guggenheim Collection“ in der Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und „The Guggenheim: Contemporary Art“ im benachbarten Kunstmuseum Bonn ihre Pforten.

Die Guggenheim Collection ist eine der größten und ambitioniertesten Ausstellungen der letzten Jahre und präsentiert auf 6000 m² eine Auswahl von 200 Meisterwerken der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart. So renommierte Künstler des Abstrakten Expressionismus wie Wassily Kandinsky, Paul Klee, Piet Mondrian und Picasso sind ebenso vertreten wie die Pop Art Künstler Warhol und Lichtenstein bis hin zu Vertretern der Minimal - und Postminimal Art. Die Guggenheim Foundation fasst die Bestände von sieben bedeutenden Privatsammlungen sowie zahlreicher Stiftungen und Ankäufen zusammen. Ihre Konzentration auf die umfassende Darstellung des Gesamtwerkes weniger Künstler in großen Werkgruppen macht diese Sammlung so einzigartig.

Ab 1927 begann der Magnat Solomon R. Guggenheim, dessen Familie ihren Reichtum durch den Erzbergbau erworben hatte, mit dem Aufbau einer Kunstsammlung in deren Mittelpunkt zunächst das Werk von Wassily Kandinsky stand. Seine sammlerischen Aktivitäten wurden maßgeblich von der deutschen Baroness Hilla von Rebay beeinflusst, welche sich besonders für die radikalen Spielarten der europäischen Avantgarde einsetzte. Im Jahre 1937 wurde in New York das Guggenheim Museum gegründet, welches heute mit fünf Häusern in New York, Bilbao, Venedig, Berlin und Las Vegas das erste wirklich globale Museum der Welt darstellt. Im Laufe der Zeit wurden die Sammlungen von Katherine Dreier, Walter Nierendorf, Justin K. Thannhauser sowie von Peggy Guggenheim (Surrealismus und abstrakter amerikanischer Expressionismus) integriert. Im Jahre 1990 konnte schließlich die Sammlung von Guiseppe Panza di Biumo mit Schlüsselwerken der Kunst nach 1960 aus den USA und Europa für das Guggenheim Museum erworben werden.

Die Integration dieser Sammlungen und die zahlreichen Einzelkäufe haben keineswegs zu einem heterogenen Nebeneinander, sondern vielmehr zu einem geordneten Miteinander geführt. Die Besonderheit des Guggenheim Museums liegt in seinen umfangreichen, sich kunsthistorisch ergänzenden Werk- und Sammlungskomplexen, welche dem Besucher - neben dem sinnlichen Erlebnis - die Möglichkeit gibt, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und einzelne Meisterwerke in ihren historischen Kontext einzuordnen.

Im benachbarten Kunstmuseum Bonn ist unter dem Titel: „The Guggenheim: Contemporary Art“ auf 1500 m² eine Auswahl zeitgenössischer Werke von Künstlern wie zum Beispiel Kara Walker, Matthew Barney oder Rachek Witheread ab 1990 zu betrachten, mit der das Guggenheim Museum sein anhaltendes Engagement für zeitgenössische Kunst dokumentiert.

Mit dieser bisher umfangreichsten Ausstellung mit Werken aus der Sammlung der Solomon R. Guggenheim Foundation setzt die Bundeskunsthalle die erfolgreiche Reihe „Die großen Sammlungen“ fort, die 1992 mit dem Besuch des Museum of Modern Arts, New York (MoMA) eröffnet wurde und sich durch die Präsentation weiterer berühmter Sammlungen aus dem Moderna Museet, Stockholm (1996), der Eremitage, St. Petersburg (1997), dem Prado, Madrid (1999) und dem Nationalmuseum Tokio (2003) fortsetzte.

Diese einzigartige kulturelle transatlantische Kooperation wurde durch das Engagement der Deutschen Telekom ermöglicht. Beide Kunstausstellungen sind bis zum 7. Januar 2007 geöffnet