Glück, Alois

Landwirt, Journalist, Fraktionsvorsitzender, * 24.01.1940 Hörzing/Landkreis Traunstein, römisch-katholisch

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Besuch der Landwirtschaftsschule, 1957–1964 Leitung des elterlichen Hofes; 1964–1971 Landessekretär der Katholischen Landjugend Bayerns; Fortbildung und Tätigkeit in der Jugend- und Erwachsenenbildung; seit 1965 freier Fachjournalist für Agrar- und Umweltfragen; 1958 CSU, 1970-2008 MdL, 1973–1975 Vorsitzender des CSU-OV Traunwalchen, 1975–1986 Vorsitzender des Ausschusses für Landesentwicklung und Umweltfragen; 1975–1991 Vorsitzender des Arbeitskreises Umweltsicherung und Landesplanung, 1977 Vorsitzender des CSU-Kreisverbands Traunstein, 1981–2007 Mitglied im Parteivorstand der CSU, 1989–2007 Mitglied im Präsidium der CSU; 1986–1988 Staatssekretär im Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen, 1988–2003 Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, 1993–1997 Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz, 1994-2007 Bezirksvorsitzender der CSU Oberbayern (seit 2008 Ehrenvorsitzender), 1999-2007 Leiter der Grundsatzkommission der CSU; 2003–2008 Präsident des Bayerischen Landtags; seit 2004 stv. Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung, seit 2009 Vorsitzender des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

In seinen zahlreichen Publikationen plädierte Glück – auch innerhalb der eigenen Partei – für die Öffnung und Offenheit für neue Entwicklungen und notwendige Neuerungen: So trat er für einen bewussten Umgang mit der Umwelt ein, für eine sinnvolle Kombination von Tradition und Fortschritt und vermittelte zwischen ökologischen Interessen und technischen sowie wirtschaftlichen Zwängen. Als einer der ersten stieß er die Debatte um die „Neue Bürgergesellschaft" an. Er erwarb sich den Ruf eines „Vordenkers" seiner Partei, die er zu einer „liberal-konservativen Erneuerung" aufforderte und deren christliche, soziale und liberale Elemente er zu stärken suchte. Seine Gabe, den Konsens zu suchen, ließ ihn allmählich in der CSU in eine Rolle hineinwachsen, die er selbst als „wandelnder Vermittlungsausschuss" umschrieb. So hatte er nicht nur im Konflikt zwischen Theodor Waigel, Edmund Stoiber und Max Streibl zu schlichten, sondern immer wieder auch zwischen der Landtagsfraktion, der Parteispitze und der Staatsregierung zu vermitteln. Nach der Landtagswahl 2003 gab Glück den Fraktionsvorsitz auf und kandidierte erfolgreich als Landtagspräsident. Unter seiner Leitung wurde 2006–2007 das neue Grundsatzprogramm der CSU erarbeitet. In den parteiinternen Auseinandersetzungen um den Rücktritt Stoibers 2007 schrieb man ihm die Rolle des „Strippenziehers im Hintergrund“ zu. 2007 verzichtete er auf seine Wiederwahl als Bezirksvorsitzender, trat 2008 nicht mehr zur Landtagswahl an und gab damit auch das Amt des Landtagspräsidenten auf. 2009 wählte ihn das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) zu seinem Präsidenten.

Literatur

Abstieg oder Aufbruch: Plädoyer für eine liberal-konservative Erneuerung (1996); Neue Wege in der Kommunalpolitik: Durch eine neue Bürger- und Sozialkultur zur aktiven Bürgergesellschaft (2000); Solidarische Leistungsgesellschaft. Eine Alternative zu Wohlfahrtsstaat und Ellbogengesellschaft (2006); Warum wir uns ändern müssen. Wege zu einer zukunftsfähigen Kultur (2010).

Renate Höpfinger