Initiative „Bildung der Persönlichkeit“

Allerdings haben die Diskussionen um TIMSS (Third International Mathematics and Science Study) und PISA (Programme for International Student Assessment) erneut deutlich gemacht, dass sich Schulpolitik und Schulpädagogik immer noch überwiegend auf strukturelle Fragen oder auf Fragen methodischer Kompetenzen konzentrieren. Bildung kann sich jedoch nicht auf bloße Lesefertigkeiten oder das Lösen einfacher mathematischer oder naturwissenschaftlicher Textaufgaben beschränken. Umfassende Allgemeinbildung setzt vielmehr einen sehr viel tiefergehenden kulturellen Auftrag der Schule voraus; dieser kann nur dann eingelöst werden, wenn die für das Unterrichten notwendige Folie der Inhalte „stimmt“, das heißt, wenn man sich wieder über grundlegende und verbindliche Bildungsinhalte verständigt. Inwieweit die seit 2003 im Kontext der deutschen PISA-Ergebnisse geführte Debatte um „Bildungsstandards“ hier zielführend ist, sei dahingestellt: Leistungsanforderungen kann man standardisieren, Bildung im umfassenden Sinn eher nicht.

Es bedarf einer Renaissance der Persönlichkeitsbildung. Vor diesem Hintergrund gründete die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) im Februar 2000 ihre Initiative ”Bildung der Persönlichkeit”. Ihr gehören an: Josef Kraus, Oberstudiendirektor und Präsident des Deutschen Lehrerverbandes; Dr. Hartmut Müller-Kinet, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium (+); Dr. Bernd-Uwe Althaus, Regelschulrektor und Bundesvorsitzender der Katholischen Erziehergemeinschaft; Heidemarie Mundlos, MdL und Vorsitzende des Deutschen Elternvereins; die vormalige Kultusministerin Steffie Schnoor und die vormaligen Kultusminister Dr. Peter Bendixen, Prof. Georg-Bernd Oschatz, Dr. Werner Remmers sowie für die Konrad-Adenauer-Stiftung Prof. Dr. Jörg-Dieter Gauger. Darüber hinaus wurde ein Beraterkreis aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultusverwaltung einbezogen.