Jurybegründungen 2011

Deutscher Lokaljournalistenpreis

1. Preis: General-Anzeiger Bonn für das Konzept der Familienzeitung

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Eltern, Großeltern, Kinder, Alleinerziehende, Patchwork oder das klassische Modell: Mit all ihren Facetten nimmt die Redaktion die Familie als Zielgruppe ins Visier, ein großes auf Kontinuität angelegtes Projekt. Die Zeitung macht Familien, ihre Alltagsprobleme und Herausforderungen, ihre Wünsche und Träume zur Richtschnur für die redaktionelle Arbeit, liefert in diesem Sinne Gesprächsstoff und Lebenshilfe. Richtungsweisend für das Erfolgsprogramm: Familien werden zu Mitgestaltern der Zeitung.

2. Preis: Mittelbayerische Zeitung für ihr Konzept der Themenwochen

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Themen, die die Menschen bewegen, macht die Redaktion zum Stadtgespräch. Sie nimmt sich Platz und Zeit, um diese Themen mindestens eine Woche lang von allen Seiten zu beleuchten, sie hakt nach, wo immer es erforderlich ist. Sie lässt Experten, Leser wie User mit ihren Ideen und Meinungen zu Wort kommen: Ein Beitrag zur Diskussionskultur in der Stadt. Die Zeitung erfüllt ihre Forumsfunktion, dient mit Öffentlichkeit.

2. Preis: Westfälische Rundschau für ihr Konzept der Themenpräsentation

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Die Zeitung entzieht sich dem routinierten Kleinklein der lokalen Berichterstattung. Sie setzt Themen und räumt den Platz frei, den diese brauchen. Großzügig gestaltete Seiten erfreuen mit ungewöhnlichen Ideen, origineller Optik und solidem Service. Die Redaktion findet immer wieder Erzählformen, die es gestatten, die Leser einzubeziehen.

Kategorie Geschichte: Augsburger Allgemeine für die Serie „Augsburgs starke Geschichte“

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Geschichte zum Anfassen: Eine gefällig strukturierte Serie zu 20 Höhepunkten der Stadthistorie und ein bunter Themenmix, eine gute Mischung aus Hintergrund und Porträt, aus wohl dosierter Expertenmeinung und der Rubrik „Geschichte in Kürze“. Sehr leseattraktiv: In jeder Serienfolge spüren die Autoren die Geschichte in der Gegenwart auf.

Kategorie Service: Badische Zeitung für das Projekt „BZ-Stadtteilcheck“

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Bis in die Hinterhöfe und Seitenstraßen hinein leuchtet die Lokalredaktion die 26 Stadtbezirke von Freiburg aus. Eine Generalstabsarbeit gepaart mit journalistischer Entdeckerfreude und Recherchefleiß. Im Visier ist immer die Alltagstauglichkeit eines Quartiers. Geboten wird eine Dienstleistung, wie sie nur die Zeitung bringen kann, wenn sie ihren lokalen Auftrag ernst nimmt.

Kategorie Alltag: DeWeZet für die Serie „Zeitgeschichten“

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Arbeitszeit, Zeitarbeit, Zeitmanagement, Famlienzeit, Lebenszeit, die Geschichte der Sonnenuhren in Hameln, und wie lange Ämter brauchen, um auf eine Mail zu antworten: Ohne Frage hat das große Thema Zeit eine lokale Dimension. Man muss sie nur entdecken. Die Redaktion demonstriert, wie es geht – mit über 90 Beispielen und liefert Lesestoff, der über den Tag hinausreicht.

Kategorie Reportage: Rhein-Zeitung für die Reportage „Lobo, der Wolf vom Zentralplatz“

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Der Reporter macht es sehr persönlich, schreibt in der Ich-Form, schildert auch, wie die Reportage über den Alltag eines Obdachlosen entsteht, mit dem er eine Woche auf der Straße lebt. Er schafft beides, kommt dem ungewöhnlichen Protagonisten seiner Geschichte nahe und bleibt doch auf Distanz. Er vermeidet Betuliches und drückt nicht auf die Tränendrüse.

Kategorie Wirtschaft: Süderländer Tageblatt für die Serie „Höchst elektrisierend – die neue Mobilität“

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Wie die automobile Zukunft aussehen wird – ein großes Thema für eine kleine Zeitung, aber wichtig vor Ort, weil am Auto viele Arbeitsplätze hängen. Die Redaktion leuchtet das globale Thema konsequent aus, lässt die Leser wissen, was es für die Region, die Wirtschaft und sie selbst bedeutet, wenn das Elektroauto kommt.

Kategorie Integration:Saarbrücker Zeitung für die Serie „Nix verstehen?!“

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Als Sprachpate begleitet der Reporter die junge Kasachin beim Deutschlernen. Er lokalisiert das große Thema Integration, erfasst die Probleme über den Aspekt Sprache. Er macht es persönlich und sehr differenziert. Seine Texte lassen begreifen, was geschehen muss, damit sich Einheimische und Einwanderer besser verstehen.

Kategorie Alltag: Stuttgarter Zeitung für die Serie zur Zeit

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Die alleinerziehende Mutter, der Bischof, der Sprinter, der Schönheitschirurg, die Todgeweihte: Menschen schildern, wie sie Zeit, Lebenszeit erfahren, wie sie zurechtkommen mit dem beschleunigten Lebenstempo, mit dem Zwang, ständig Dinge gleichzeitig zu tun. Der Reporter schreibt es auf, protokolliert in Ich-Form. Die Texte wirken so sehr persönlich, laden ein zu Besinnung und Gespräch.

Kategorie Zeitgeschichte: Thüringer Allgemeine für Serie „Auf dem Kolonnenweg“

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Die Serie beschreibt Schicksale und Geschichten aus dem Sperrgebiet an der ehemaligen Grenze. Die Redaktion leiht Menschen eine Stimme, die lange Zeit nicht zu Wort gekommen sind. Eine 15tägige Wanderung, 300 km den alten Kolonnenweg entlang, gibt das Programm für die Serie vor. 300 Leser begleiten die Reporter. Zusammen mit ihnen leisten die Journalisten historische Aufklärungsarbeit ohne Zeigefinger, ohne Aufgeregtheit. Mit Hilfe der Zeitzeugen schreiben sie, was war. Es sind Fakten, die der Kommentierung nicht bedürfen.

Kategorie Verbraucher:Weser Kurier für das Projekt „Ein Schweineleben“

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Futtermittelskandale, Rinderwahnsinn, Schweinepest: Die Massentierhaltung führt zu Skandalen, die kommen und gehen. Jenseits aller Skandale will die Redaktion für Aufklärung sorgen. Mit einer originellen Idee bringt sie Licht ins Schweineleben. Sie kauft ein Schwein, lässt es von einem Landwirt in der Region aufziehen und informiert in einer Serie über alle Aspekte der Schweinezucht. Die Redaktion verfolgt das Ziel, Verbraucher so zu sensibilisieren, dass sie Schweinefleisch bewusster einkaufen. Sie wirbt für die Einsicht, dass auch Zuchtschweine ein artgerechtes Leben vor dem Schlachten verdienen. Es gelingt – mit überraschenden Folgen.

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