Literaturnobelpreis für Herta Müller

Die KAS-Literaturpreisträgerin Herta Müller wird am 10.12.2009 in Stockholm ausgezeichnet

Die Konrad-Adenauer-Stiftung gratuliert Herta Müller zur Verleihung des diesjährigen Literatur-Nobelpreises. „Wir gratulieren Ihnen von Herzen zu dieser großartigen Auszeichnung durch das Nobelkomitee und freuen uns mit Ihnen über diesen außerordentlichen Erfolg“ schreibt der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Ministerpräsident a.D. Prof. Bernhard Vogel, in seinem heutigen Glückwunsch an die Autorin. „Es ist uns eine große Ehre Sie in den Reihen der Literaturpreisträger der Konrad-Adenauer-Stiftung zu wissen.“

Herta Müller, die 2004 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet wurde und 2002 (in Prag) sowie 2009 (in Hermannstadt) an der internationalen Konferenzreihe der Stiftung „Europa im Wandel“ mitwirkte, gehört in die große Reihe deutscher Literaturnobelpreisträger des 20. Jahrhunderts, darunter Thomas Mann und Nelly Sachs. Ihre Werke sind, wie es in den Annalen der Schwedischen Akademie heißt, „bestimmt für die Dichtung der ganzen Welt“.

In der Begründung der Jury für den Literaturpreis 2004 der Konrad-Adenauer-Stiftung hieß es, die Autorin habe sich in ihren Romanen und Essays mit der Diktatur und der Tätergeneration der Eltern sowie mit dem Aufbruch nationaler Minderheiten in Osteuropa intensiv auseinandergesetzt. Als Chronistin des Alltagslebens in der Diktatur hat sie protestiert gegen verordnetes Denken und entmündigtes Sprechen, und sie hat sich für demokratische Grundwerte engagiert. Herta Müllers Essays dokumentieren die politischen und historischen Bedingungen ihres Schreibens und ihre kritischen Reflexionen über das gesprochene Wort: „Sprache war und ist nirgends und zu keiner Zeit ein unpolitisches Gehege, denn sie lässt sich von dem, was Einer mit dem Anderen tut, nicht trennen“.