Wagner, Carl-Ludwig

Verwaltungsjurist, Oberbürgermeister, Minister, Ministerpräsident, Dr. jur., * 09.01.1930 Düsseldorf, † 27.07.2012 Trier, römisch-katholisch

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1949–1953 Jurastudium in Mainz und Montpellier, 1953-1955 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mainz, 1953 und 1957 juristisches Staatsexamen, 1960 Promotion, 1959–1969 Beamter im Generalsekretariat des Europäischen Parlaments in Luxemburg, ab 1964 als Direktor; 1951 CDU, 1969–1976 MdB; 1976–1979 Oberbürgermeister von Trier; 1979–1981 Minister der Justiz, 1981–1988 der Finanzen, 1989–1991 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, 1992–1997 Vorstandsvorsitzender der Thüringer Aufbaubank Erfurt; 1998 Schlichter bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst.

Wagner gewann als ein engagierter Verfechter der europäischen Einigung und der deutsch-französischen Freundschaft Ansehen. Sein Name steht jedoch vor allem für die erfolgreiche Konsolidierung des rheinland-pfälzischen Haushalts Mitte der 1980er Jahre. Bereits in seiner Zeit als MdB und als Oberbürgermeister und Kämmerer von Trier hat sich der mit einer Studie über die „Anfechtungsklage im französischen Verwaltungsrecht“ promovierte Jurist einen Ruf als Steuer- und Finanzpolitiker erworben. Nach dem Sturz Bernhard Vogels übernahm er als dessen Stellvertreter das Amt des Ministerpräsidenten. Wagner musste diesen Stuhl bereits im Mai 1991 für Rudolf Scharping räumen, da die „Tandem-Lösung“ mit Hans-Otto Wilhelm als Landesvorsitzenden und Wagner als Regierungschef bei den rheinland-pfälzischen Wählern keinen Anklang gefunden hatte. Nach der Niederlegung seines Landtagsmandats folgte Wagner Vogels Ruf in das rheinland-pfälzische Partnerland Thüringen.

Literatur

Carl-Ludwig Wagner im Gespräch mit Wolfgang Wiedemeyer (1991); Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (Hg.): „Etwas Kredit hatten wir immer ...“: Ministerpräsidenten erzählen (1998).

Monika Storm

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