Weiskirch, Willi

Journalist, Sprecher der CDU, Wehrbeauftragter, * 01.01.1923 Welschen Ennest/Sauerland, † 11.09.1996 Altenhundem, römisch-katholisch

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1942 Abitur, 1942–1945 Wehrmacht, anschl. Studium der Geschichte, Philosophie und Zeitungswissenschaft in Münster, 1946 Eintritt in die CDU, 1949 Leiter des Pressesamtes des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend in Altenberg, 1952–1959 Chefredakteur der Zeitschrift „Wacht“ in Düsseldorf, 1959–1970 Chefredakteur der Zeitschrift „Mann in der Zeit“ bzw. „Weltbild“ in Augsburg, 1970–1976 Sprecher der CDU Deutschlands, 1970–1979 Chefredakteur des „Deutschen Monatsblatts“, 1976–1985 MdB, 1985–1990 Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages.

„Nie wieder Kommiß“ lautet der Titel einer von Willi Weiskirch 1954 verfassten Schrift des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend. Diesem Ziel fühlt sich der gebürtige Sauerländer auch Jahrzehnte später verpflichtet, als er am 19. März 1985 mit großer Mehrheit vom Deutschen Bundestag zu dessen Wehrbeauftragten gewählt wird. Das persönliche Erleben des Krieges prägt dabei sein politisches Wirken im Amt des Wehrbeauftragten. Als 19-Jähriger wird der Abiturient zur Wehrmacht eingezogen und nach Einsätzen an der Ostfront und in Griechenland durch eine Granatexplosion schwer verletzt. Nach dem Krieg engagiert sich der gläubige Christ zunächst in der katholischen Jugendbewegung und tritt der CDU bei. In den Zeiten der Auseinandersetzung um einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag weicht seine Ablehnung gegenüber dem Militär der Einsicht in das politisch Notwendige. Weiskirch arbeitet als Chefredakteur bei mehreren Zeitschriften, bevor er 1970 als Sprecher in die Bundesgeschäftstelle der CDU wechselt. Dort knüpft er intensive Kontakte zu den Medien, leitet die Mitgliederzeitung „Deutsches Monatsblatt“ und reformiert den Informationsdienst „Union in Deutschland“. 1976 wird er direkt in den Deutschen Bundestag gewählt und profiliert sich dort als Verteidigungsexperte der CDU. Dem Parlament gehört Weiskirch bis zur Übernahme des Amts des Wehrbeauftragten an. Militärischem Drill gegenüber weiterhin kritisch eingestellt, legt Weiskirch besonderes Augenmerk auf das Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“ und scheut auch nicht vor der Benennung von Defiziten bei der Durchsetzung des Prinzips der „Inneren Führung“ in der Bundeswehr zurück. Die Spätfolgen seiner Verletzung – die Granatsplitter können zeitlebens nicht entfernt werden – zwingen Weiskirch 1990 zu einem Verzicht auf eine mögliche zweite Amtszeit und führen wenige Jahre später zu seinem Tod.

Bestand: ACDP.

Tim B. Peters

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