Wolfgang Gerhardt zum 70. Geburtstag

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Dr. Wolfgang Gerhardt

Der Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Wolfgang Gerhardt, vollendet am 31. Dezember 2013 sein 70. Lebensjahr. Seit 1965 ist Gerhardt Mitglied der FDP. In zahlreichen Ämtern hat er sich seither um den politischen Liberalismus in der Bundesrepublik verdient gemacht.

Jugend und akademischer Werdegang

Gerhardt wird am 31. Dezember 1943 in Ulrichstein-Helpershain als Sohn eines Berufssoldaten geboren. Sein Vater fällt im Jahr 1944 und Gerhardt wächst bei seiner Mutter auf einem Bauernhof auf. Nach der Volksschule besucht er die Realschule und dann das Gymnasium. Sein Abitur macht er im Jahr 1963 an der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld. 1965 tritt er in die FDP ein.

Von 1963 bis 1969 studiert Gerhardt an der Universität Marburg Erziehungswissenschaften, Germanistik und Politikwissenschaften. 1970 wird er mit einer Arbeit über die Bildungspolitik der FDP bei Leonhard Froese zum Dr. phil. promoviert. Während des Studiums ist Gerhardt Landesvorsitzender des Liberalen Studentenbundes und stellvertretender Landesvorsitzender der Deutschen Jungdemokraten.

Berufseinstieg, Landes- und Bundespolitiker

Nach seinem Studium erhält Gerhardt eine Anstellung als Leiter des Regionalbüros Hannover der Friedrich-Naumann-Stiftung. Mit der Bildung der sozial-liberalen Koalition nach den Wahlen zum Hessischen Landtag im November 1970 wird er persönlicher Referent des Innenministers Hanns-Heinz Bielefeld (FDP). In dieser Stellung verbleibt er auch nach Bielefelds Ausscheiden aus dem Ministeramt 1976. 1978 übernimmt er die Leitung des Büros des Hessischen Innenministers Ekkehard Gries (FDP).

Auch Gerhardts eigene politische Karriere beschleunigt sich in diesem Jahr. Bei der Wahl im 8. Oktober 1978 wird er erstmals als Abgeordneter in den Hessischen Landtag gewählt. Von 1979 bis 1985 leitet er Kreisverband Vogelsberg der FDP. Nachdem die hessische FDP bei der Landtagswahl 1982 dramatisch an Stimmen verliert und nicht mehr im Landtag vertreten ist, übernimmt er die Führung des hessischen FDP-Landesverbands und wird Fraktionsvorsitzender im Landtag. Bei den vorzeitigen Neuwahlen 1983 erreicht er mit der FDP den Wiedereinzug in das Hessische Landesparlament. 1987 kommt es nach dem Scheitern der rot-grünen Regierungskoalition in Hessen zur Bildung einer Koalition aus CDU und FDP. In der Regierung unter Ministerpräsident Walter Wallmann erhält Gerhardt das Amt des Hessischen Ministers für Wissenschaft und Kunst und er wird stellvertretender Ministerpräsident.

Auf Bundesebene ist Gerhardt seit 1983 Mitglied des FDP-Bundesvorstandes. 1985 wird er zum stellvertretende Bundesvorsitzenden der FDP gewählt. Beim Bundesparteitag der FDP am 10. Juni 1995 in Mainz setzt sich Gerhardt mit 57% der Stimmen gegen Jürgen Mölleman als neuer FDP-Bundesvorsitzender durch.

Bei der Bundestagswahl am 16. Oktober 1994 wird er über die hessische Landesliste der FDP zum Abgeordneten des Deutschen Bundestages gewählt. Bis 2013 vertritt er die FDP im Bundestag.

Als Vorsitzender der FDP verfolgt Gerhardt einen wirtschaftsliberalen und unideologischen Kurs. In der Regierungskoalition mit CDU und CSU im Bund führt er seine Partei als verlässlichen Partner.

Bei der Bundestagswahl 1998 haben die Liberalen nur geringfügige Stimmverluste zu verzeichnen, allerdings sind sie nicht mehr drittstärkste Kraft im Parlament. In dieser Situation meldet Gerhardt seinen Anspruch auf den FDP-Fraktionsvorsitz an. Am 5. Oktober wird er in der Nachfolge Hermann Otto Solms einstimmig gewählt. Als „kämpferische Opposition“, die sich auch von CDU und CSU klar abgrenzt, versteht er die Arbeit der FDP-Bundestagsfraktion in dieser Zeit.

2001 kommt es zu einem Generationenwechsel in der FDP und Guido Westerwelle und Wolfgang Gerhardt einigen auf eine neue Rollenverteilung: Westerwelle wird neuer Bundesvorsitzender, Gerhardt bleibt Fraktionsvorsitzender. Nach der Bundestagswahl 2005 und der Bildung der Großen Koalition kandidiert Gerhardt nicht mehr für den FDP-Fraktionsvorsitz.

Im Anschluss an seine Wahl durch das Stiftungskuratorium am 6. April 2006 übernimmt Gerhardt am 1. Mai 2006 den Vorsitz der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. An der Spitze der Stiftung engagiert er sich seither für die Stärkung von bürgerlicher Selbstverantwortung und politischem Liberalismus. Dass das deutsche Parlament auf eine starke liberale Stimme längerfristig nicht verzichten kann, ist seine feste Überzeugung.

Markus Lingen

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