Griechenlands neuer Kurs nach der Sommerpause
Zwischen Demografiekrise und Reformhoffnung
Nach der Sommerpause ist es in Griechenland Tradition, dass der Premierminister auf der Internationalen Messe Thessaloniki (TIF) die politische Agenda für das kommende Jahr skizziert. 2025 geschah dies unter besonderen Vorzeichen: Kyriakos Mitsotakis (Nea Demokratia - ND) trat Anfang September spürbar unter innenpolitischem Druck auf. In den Umfragen liegt seine Partei derzeit nur noch bei rund 25 Prozent – ein deutlicher Einbruch im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Die Inflation, der geerbte Korruptionsskandal bei den Agrarbeihilfen und die Aufarbeitung des Zugunglücks Tempi lassen mehr Menschen aktuell unschlüssig zurück.
Umso wichtiger war eine positive und nach vorne blickende Botschaft, die Mitsotakis von der TIF aus senden wollte: ein politischer Fahrplan, der kurzfristige soziale Entlastungen mit einer langfristigen Reformagenda verknüpft. Im Zentrum stand die Lösung der demografischen Krise: Steuererleichterungen für junge Menschen und Familien, Wohnungsbauprogramme und gezielte Hilfen für ländliche Regionen sollen niedrigen Geburtenraten und Abwanderung entgegenwirken. Ergänzend präsentierte der Premier Maßnahmen für Wirtschaft und Mittelschicht, etwa Steuererleichterungen und Impulse zur Stärkung der Kaufkraft. Schließlich unterstrich er die Notwendigkeit tiefgreifender Reformen mit europäischer Dimension – hin zu einem modernen Staat, der seine Rolle als verlässlicher Partner in der EU behauptet.