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Eröffnungsrede: „In Verantwortung und Freiheit für ein geeintes Europa“

Dr. Hermann Kues, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugen

Die Eröffnungsrede von Dr. Hermann Kues gehalten auf dem Jugendkongress „In Verantwortung und Freiheit für ein geeintes Europa“ der KAS am 29. Juni 2007 in Leipzig.

Sperrfrist: Redebeginn! Es gilt das gesprochene Wort!

Anrede,

ich habe die Ehre, den Europäischen Jugendkongress der Konrad-Adenauer-Stiftung zu eröffnen – und begrüße Sie herzlich hier in Leipzig.

Der Europäische Jugendkongress heute und morgen bildet den Abschluss einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, mit denen die Konrad-Adenauer-Stiftung die deutsche Ratspräsidentschaft begleitet hat.

Unter dem Leitmotiv „Christliches Menschenbild – Fundament und Zukunft Europas“ wurden aktuelle und historische Ereignisse aus Politik, Bildung und Kultur auf nationaler und internationaler Ebene aufgearbeitet.

Ziel war es, Wissen zu vermitteln und das Vertrauen der Bürger in die EU zu stärken.

Unser Fazit ist:

den jungen Europäern brennen die gleichen Themen auf den Nägeln:

  • die Folgen der Globalisierung und wie sie zu gestalten sind (Klimawandel, Energiesicherung),
  • die Auswirkungen der demographischen Entwicklung,
  • die Themen Migration, Bildung, Außen-und Sicherheitspolitik,
  • die Vollendung des europäischen Binnenmarktes und -auf lange Sicht des transatlantischen Binnenmarktes.

Das sind große Herausforderungen und sie können von keinem der Nationalstaaten allein bewältigt werden.

Sie sind von weit her gereist, um heute und morgen über die Begriffe Freiheit und Verantwortung im Zusammenhang mit dem europäischen Gedanken zu diskutieren.

Viele von Ihnen kommen aus Ländern, die der EU angehören, einige aus Ländern, die offizielle Beitrittskandidaten sind, andere aus Ländern, die dies anstreben.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in all diesen Ländern besonders die Jugendlichen fasziniert sind vom Europa-Gedanken.

Die letzten Eurobarometer-Umfragen in den Mitgliedstaaten zeigen:

über 90% der jungen Europäerinnen und Europäer finden es eine gute Sache, zur EU zu gehören.

Sie verbinden mit der Europäischen Union in erster Linie die Freiheit, grenzüberschreitend zu lernen, zu arbeiten und zu leben.

Die Chancen, die die Europäische Union jungen Menschen bietet, können jedoch nicht von allen in Anspruch genommen werden.

15 % der jungen Europäerinnen und Europäer verlassen die Schule ohne höhere Schulbildung bzw. brechen sie vorzeitig ab.

Jeder fünfte Jugendliche in Europa ist arbeitslos.

Die Erfolge der nationalen Lissabon-Reformprogramme zur Verbesserung der Beschäftigungslage scheinen vielfach an den jungen Menschen vorbeizugehen.

Die existierenden jugendpolitischen Instrumente und Verfahren in Europa entfalten nicht die Wirkung, die wir uns erhofften.

Das Ziel der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in den vergangenen sechs Monaten war und ist daher, die Chancengleichheit und die uneingeschränkte gesellschaftliche Teilhabe aller jungen Menschen zu verbessern.

Vor diesem Hintergrund haben wir die „Soziale und berufliche Integration aller jungen Menschen“ zum gemeinsamen Motto der erstmals in der EU realisierten Teampräsidentschaft gemacht.

Gemeinsam mit Portugal und Slowenien haben wir ein 18-Monate-Programm für den Jugendbereich erarbeitet.

In diesen ersten sechs Monaten haben wir bereits einiges auf den Weg gebracht: Wir haben zwischen den europäischen Jugendministerinnen und -ministern einen Konsens erzielt über die weitere Umsetzung des europäischen Pakts für die Jugend zur sozialen und beruflichen Integration.

Hierzu hat der Ministerrat im Februar Schlüsselbotschaften verabschiedet und an die europäischen Staats-und Regierungschefs gerichtet.

Wir haben außerdem einen Konsens erreicht in der Analyse, dass Maßnahmen von der Stange für viele Jugendliche nicht erfolgreich sind, sondern dass wir uns mit den betroffenen jungen Menschen gemeinsam um individuelle maßgeschneiderte Lösungen bemühen müssen.

Und wir haben vereinbart, die Dimension der Chancengleichheit in allen nationalen und europäischen Politiken stärker zur berücksichtigen, um insbesondere junge Leuten mit weniger privilegiertem schulischen, sozi-ökonomischen, kulturellen und geographischen Hintergrund sowie Jugendliche mit Beeinträchtigungen zu stärken.

Die Europäische Union

– und das stellen wir selbstverständlich nicht nur im Jugendbereich fest – bestimmt zunehmend die Rahmenbedingungen für die Lebenslagen ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Und das ist gut so – denn die 50 Jahre ihres Bestehens waren Garant für Frieden und Freiheit.

Nur ein gemeinsames europäisches Handeln wird uns auch in Zukunft wirtschaftliches Wachstum, Wohlstand und sozialen Zusammenhalt ermöglichen.

In diesem Zusammenspiel müssen Kinder und Jugendliche mitbedacht und einbezogen werden.

In Europa geht der Anteil der jungen Menschen an der Gesamtbevölkerung stark zurück – Berechnungen sagen, dass im Jahr 2050 auf eine Person im erwerbstätigen Alter zwei Rentner kommen werden.

Als Teampräsidentschaft haben wir uns daher die Stärkung der europäischen Jugendpolitik und des Jugendrates zum Ziel gesetzt.

Europäische Jugendpolitik soll effektiver und kohärenter werden, an Kontinuität zunehmen und damit als politisch relevante Dimension an Sichtbarkeit gewinnen – und sie soll bei den jungen Menschen ankommen.

Die europäische Jugendpolitik stärken heißt natürlich auch, der nationalen Jugendpolitik mehr Raum und Gewicht zu geben.

Doch was ist Jugendlichen wichtig, wo können wir sie unterstützen?

Die letzte große Jugendstudie in Deutschland stammt aus dem Jahr 2006.

Die Shell-Jugendstudie zeigt erfreulicherweise, dass die Bedeutung von Familie und Freunden immer weiter wächst.

Jugendliche verstehen sich gut mit ihren Eltern, sie bleiben immer länger dort wohnen.

Entgegen der These von der Auflösung von Ehe und Familie lässt sich eine starke Familienorientierung feststellen.

Die Familie bietet Sicherheit, sozialen Rückhalt und emotionale Unterstützung.

Die Shell-Studie zeigt aber auch, dass immer mehr junge Erwachsene auf eigene Kinder verzichten.

Inbesondere junge Frauen sind bei der Familiengründung mit vielfältigen Schwierigkeiten konfrontiert, weil Ausbildung, beruflicher Ein- und Aufstieg und die Familiengründung in einem sehr kurzen Zeitfenster komprimiert sind.

Außerdem sind die Jugendlichen stärker noch, als bei der letzten Befragung 2002, besorgt, keinen Arbeitsplatz zu finden bzw. diesen wieder zu verlieren.

Der Anteil der Jugendlichen, die diese Sorge belastet, stieg von 55% in 2002 auf fast 70% in 2006.

In Deutschland hat die soziale Herkunft, die Zugehörigkeit zur Familie einen besonders starken Effekt auf die Bildungs-und Berufslaufbahn.

Jugendliche aus sozial privilegierten Elternhäusern finden sich an aussichtsreicheren Schulformen wieder, Jugendliche aus bildungsfernen Familien besuchen meist Haupt-oder Sonderschulen.

Die Jugendlichen sind sich der Verknüpfung zwischen ihrer Bildung und den resultierenden Chancen sehr wohl bewusst:

Junge Menschen an Hauptschulen blicken mit deutlichem geringerer Zuversicht in die Zukunft (38% bezeichnen sich als zuversichtlich) als ihre Altersgenossinnen und –genossen an den Gymnasien (57%).

Hier müssen und wollen wir mit einer Jugendpolitik ansetzen, die in sich stimmig ist:

Gleichzeitig mit dem Ausbau der Kinderbetreuung – qualitativ und quantitativ –arbeiten wir an einer Reform unseres Bildungssystems.

Das heißt:

  • Auf-und Ausbau von Kindertagesstätten und Kindertagespflege,
  • Auf-und Ausbau von Ganztagsschulen,
  • individuelle Förderung, die auf die unterschiedlichen Stärken und Voraussetzungen des Kindes eingeht,
  • bessere Verzahnung von Unterricht und außerschulischen Bildungs-und Freizeitangeboten,
  • Programme für Schulverweigerer und
  • sog. Case Management für Jugendliche an der Schwelle zwischen Schule und Beruf.

Damit wollen wir uns den europäischen und internationalen Maßstäben schulischer Förderung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen annähern.

Denn ein Europa in Freiheit und Verantwortung heißt auch, sich nicht abzuschotten, sich immer wieder auf den Prüfstand zu stellen, sich zu vergleichen, anzuerkennen, dass andere Länder es besser machen und voneinander zu lernen.

Freiheit und Verantwortung haben zwei Seiten sie bedeuten Arbeit und Anstrengung, aber sie geben auch Freude und Kraft.

Vielen Dank.

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Tobias Bott

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