Fachkonferenz

"Beginn der Staatlichkeit in D und I" - "Das Europabild von Adenauer und De Gasperi"

Der Beginn der Staatlichkeit in Italien und in Deutschland - Neue VerfassungsordnungenPauseDie Europapolitik Italiens und der Bundesrepublik Deutschland

Details

Grußwort

Giuseppe della Torre

Rektor der LUMSA

Katja Christina Plate

Leiterin der Repräsentanz der Konrad-Adenauer-Stiftung Rom

"Neue Verfassungsordnungen in Deutschland und Italien"

Einführung

Burkhard Steppacher

Professor am Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen, Universität zu Köln

Giuseppe Ignesti

Stellv. Rektor und Professor für Geschichte internationaler Beziehungen

PAUSE

Grußwort

Moderation und Einführung in das Thema:

Maria Romana De Gasperi,

stellv. Vizepräsidentin der Alcide De Gasperi Stiftung

"Das Europabild von Adenauer und De Gasperi"

Antonio Varsori,

Professor für Geschichte internationaler Beziehungen an der Università degli studi di Padova

Carsten Kretschmann,

Dozent für Zeitgeschichte Universität Stuttgart

Tiziana Di Maio,

Dozentin für Geschichte internationaler Beziehungen an der LUMSA

Der ideale Aspekt der Europapolitik Italiens und der Bundesrepublik Deutschland wurde seit der zweiten Hälfte der Fünfzigerjahre durch eine Reihe von Untersuchungen hervorgehoben, welche die von De Gasperi im europäischen Einigungsprozess neben Adenauer und Schuman gespielte Rolle zum Gegenstand hatten. Die Geschichtsschreibung hat zu Recht in diesen drei Staatsmännern die Gründerväter des vereinigten Europas ersehen, wobei die Ähnlichkeiten hinsichtlich ihrer biographischen, politischen und religiösen Eigenschaften als Säulen des Europabaus unterstrichen wurden. Dabei wurde ihrer Tätigkeit für den europäischen Einigungsprozess ein romantisches, vom Mythus einer Erzählung von Freundschaft und Wahlverwandtschaft gewobenes Mäntelchen umgehängt, in dessen Schatten die Untersuchung der praktischen Gründe, der Realpolitik aufging, von der sich De Gasperi und Adenauer nach der Niederlage leiten lassen mussten. Italien und Deutschland befanden sich nach dem Krieg in einer teilweise ähnlichen Situation: beide hatten eine Niederlage erlitten, beide galten – wenngleich aus verschiedenen Gründen – als „unzuverlässig“. De Gasperi und Adenauer verstanden, dass die westliche Wahl für eine Überwindung des Nationalstaats im Sinne einer europäischen Integration, das einzige Mittel darstellte, um im neuen Geschehen der internationalen Beziehungen den höchsten Grad der Eigenständigkeit zu erzielen.

Im Mittepunkt des letzten Treffens steht das Thema von De Gasperis Europa und Adenauers Europa, ihrer jeweiligen ideellen, geistigen und politischen Motivationen als Grundlage einer Wahl, die heute noch als für beide Länder ausschlaggebend gilt und die nicht zur Genüge gewürdigt wird, wenn man nicht die andere Säule der Außenpolitik der beiden Länder berücksichtigt, nämlich den Atlantikpakt.

De Gasperis und Adenauers Jahre sind auch die Jahre der special relationship zwischen Italien und Deutschland. Beide Staatsmänner waren nämlich nicht nur zwei der Gründerväter Europas, sondern insbesondere die Urheber der Wiederaufnahme des deutsch-italienischen Dialogs, dessen erster Schritt in der Überwindung einer Reihe von gegensätzlichen Mythen bestand, die der Krieg und die Besetzung in der kollektiven Vorstellungswelt beider Bevölkerungen geschaffen hatte. Die Überwindung der Kriegserinnerungen war also ein höchst wichtiges Thema bei der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen den Ländern Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Überall in Europa herrschten Missmut und Revanchegedanken, insbesondere gegenüber den Deutschen. Auch in Italien mussten bei der Wiederaufnahme offizieller Beziehungen - zunächst auf Parteiebene und sodann auf Regierungsebene – auch die Tatsache berücksichtigt werden, dass die öffentliche Meinung von der zweijährigen nazifaschistischen Besetzung noch stark beeindruckt war. Trotzdem war Italien das erste Land, das „Deutschland die Hand reichte“, und als der Kalte Krieg eine gleichberechtigte Wiedereingliederung Deutschlands in das internationale Geschehen als unerlässlich erscheinen ließ, zögerte Italien nicht, es zu unterstützen. Die diesbezüglich von den Regierungen unter De Gasperis Leitung eingeleiteten Handlungen – die sehr bald zu einem guten Einvernehmen und einer engen Zusammenarbeit mit der Adenauer-Regierung führten – gingen über die Grenzen der Diplomatie hinaus, dehnten sich auf den kulturellen Sektor aus und gelangten bis zur Durchführung regelrechter Medienkampagnen zur Verbreitung eines „neuen Deutschlandbildes“ in der Bevölkerung, eines demokratischen Deutschlands, das auf die Ansprüche und besonders die Methoden des Nationalsozialismus verzichtet hatte und zur Zusammenarbeit mit den demokratischen Ländern Westeuropas im Hinblick auf die Schaffung eines neuen Europas bereit war.

Konferenzsprachen: Italienisch und Deutsch (Simultanübersetzung)

Wissenschaftliche Organisation:

Prof. Tiziana Di Maio, Dozentin für Geschichte der internationalen Beziehungen, Lumsa, Rom

Organisation und Betreuung:

Prof. Tiziana Di Maio, Dozentin für Geschichte der internationalen Beziehungen, Lumsa, Rom;

Patricia Liberatore, Projektkoordinatorin, KAS Rom

Info:

Lumsa: tiziana.dimaio@lumsa.it, Tel. 06. 68422210

KAS- Rom: Info.Italien@kas.de, Tel. 06. 68809281

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Veranstaltungsort

Lumsa - Sala Giubileo, Rom - Via di Porta Castello, 44

Kontakt

Patricia Liberatore

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Patricia.Liberatore@kas.de +39 06 6880-9281 +39 06 6880-6359

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