Workshop

Argument - Biographie

Menschliche Werte in einer unmenschlichen Welt
Initiatoren und Organisatoren der Workshopreihe "Argument Biografie. Menschliche Werte in einer unmenschlichen Welt" sind die Internationale Jugendbegegnungsstätte Auschwitz/Oświęcim und die Konrad-Adenauer-Stiftung in Polen.

Details

Zofia Posmysz’ Erzählung „Christus von Auschwitz“ ist eine äußerst persönliche, dem Vergessen entrissene KZ-Geschichte. Ein literarisches Meisterstück, das von großer künstlerischer Könnerschaft zeugt. Die Geschichte birgt darüber hinaus eine geballte Ladung Emotionen und Ergriffenheit, der sich kein Leser entziehen kann. Verstärkt wird diese Wirkung noch durch die Authentizität der geschilderten Ereignisse und beteiligten Personen, insbesondere der Autorin selbst und des polnischen Offiziers Tadeusz Paolone-Lisowski. Zudem ist die Geschichte künstlerisch wertvoll, weil sie zu existentiellen Reflexionen anregt. Das ist auch der Grund, weshalb wir die Erzählung zum Thema eines Workshops für Jugendliche gemacht haben. Der deutsche Philosoph Max Scheler, der sich vor allem mit ethischen Fragen beschäftigte, erklärte: „Das menschliche Leben ist ein Prozess der Realisierung von Werten“. Der Mensch als freies Wesen wählt seine Werte, das heißt er wählt, was er für wichtig hält, was für das Individuum und die Gesellschaft wertvoll ist, wofür es lohnt, sich anzustrengen und aufzuopfern, was für den Menschen ein erstrebenswertes Ziel ist. Werte sind die elementare Stimulanz für die geistige, kulturelle, gesellschaftliche und moralische Entwicklung der Menschheit. Auf ihnen gründet das Recht, die Religion, die Kunst und die Wissenschaft. Werte zu erkennen, das ist die Grundlage der Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Das akzeptierte Wertesystem prägt die Persönlichkeit, gibt dem menschlichen Leben eine Form und der Existenz einen Sinn. Die Respektierung humanistischer Werte – wie zum Beispiel das Recht auf Leben, Frieden, Freiheit, Toleranz, Wahrheit, Mut, Aufopferung, Gerechtigkeit, Liebe, das Gute oder das Schöne – verhindert, wie Ethiker behaupten, die Entmenschlichung vieler Lebensbereiche, ja wirkt ihr entgegen. Diese Werte machen folglich unser Menschsein aus, bestimmen die Würde des Menschen. Sind die angeführten Werte dauerhaft, allgemeingültig, zeitlos und universell? Oder sind alle Werte wechselhaft, durch aktuelle oder sozioökonomische Lebensbedingungen determiniert?

Das Ziel des Workshops ist es, nachdem die Teilnehmer die Lebensgeschichten der ehemaligen Auschwitzhäftlinge Zofia Posmysz und Tadeusz Paolone-Lisowski kennen gelernt haben, darüber nachzudenken, was mit den Werten geschieht, wenn der Mensch sich in einer Extremsituation befindet, zum Beispiel in einem Konzentrationslager während des Zweiten Weltkriegs. Verfallen die Werte? Werden sie den jeweiligen Umständen angepasst? Sind sie eine Quelle der Kraft oder der Schwäche? Glaube, Hoffnung, Liebe und Freiheit, das sind Werte, auf die die Internationale Jugendbegegnungsstätte und die Konrad-Adenauer-Stiftung, ausgehend von Zofia Posmysz’ Erzählung, ganz besonders die Aufmerksamkeit der Jugendlichen lenken wollen.

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Veranstaltungsort

Oświęcim

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