Fachkonferenz

China-ASEAN Cooperation in the 21st Century: Challenges and Prospects

Vom 12. bis 13. Dezember 2011 veranstaltete die KAS | Shanghai gemeinsam mit der Xiamen University und der University of Malaya eine Konferenz über „Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen der China-ASEAN Beziehungen im 21. Jahrhundert“.

Details

Insbesondere seit der Einrichtung der Freihandelszone zwischen China und der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten ASEAN (CAFTA) im Januar 2010 haben sich die Handelsbeziehungen stark intensiviert. Das Handelsvolumen zwischen China und den ASEAN-Staaten liegt mittlerweile bereits bei über 300 Mrd. USD. ASEAN ist der viertgrößte Handelspartner Chinas und umgekehrt China deren drittwichtigster Handelspartner.

Trotz der engen wirtschaftlichen Verflechtung sind die Beziehungen nicht frei von Konflikten. Es existiert eine Vielzahl von sich überschneidenden territorialen Ansprüchen im Südchinesischen Meer. Auf der Konferenz wurde deshalb u.a. diskutiert, wie diese Konflikte gelöst und verlorenes gegenseitiges Vertrauen zurückgewonnen werden können.

Dr. Xiao Bin, Forschungsmitarbeiter am Institut für Asien und Pazifik-Studien der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften (CASS), erläuterte in seinem Beitrag über den Umgang mit „Chinas Aufstieg“ in Südostasien, dass durch diese Streitigkeiten die Rolle der USA in der Region gestärkt und die „Rückkehr der USA nach Südostasien“ begünstigt werde. Einige ASEAN-Staaten würden sich enger an die amerikanische Supermacht anlehnen, um das Gewicht Chinas in der Region auszugleichen. Peking müsse einem solches kollektives „Balancing“ gegen die Volksrepublik deshalb durch den Aufbau von Vertrauen in der Region begegnen.

In ihrer Präsentation erläuterte Dr. Liu Aming vom Forschungsinstitut für Südostasien-Studien der Shanghaier Akademie für Sozialwissenschaften (SASS) wie China insbesondere seit der Asienkrise 1997-98 die politischen Beziehungen zu den ASEAN-Staaten verstärkt hat. So trat China etwa 2003 als erstes Land außerhalb von ASEAN dem "Treaty of Amity and Cooperation in Southeast Asia" bei. Zudem sei 2002 mit der “Declaration of Conduct of Parties in the South China Sea” bereits eine, wenn auch nicht juristisch bindende, Grundlage für die Beilegung von Konflikten geschaffen und einige Grenzstreitigkeiten mit südostasiatischen Nachbarstaaten bereits ausgeräumt worden. Als Beispiel führte sie die Einigung mit Vietnam über den genauen Verlauf der Landgrenzen von 2009 an. Auch im kulturellen Bereich findet reger Austausch statt und China hat eine Vielzahl von Konfuzius-Instituten in Südostasien eröffnet. Dennoch kooperieren viele südostasiatische Staaten mit den USA, um ihre Sicherheit zu gewährleisten, da eine strategische Konkurrenz in der Region zwischen China und Amerika ihren Handlungsspielraum ausweitet.

Neben den politischen wurden aber auch die ökonomischen Beziehungen im Rahmen der Konferenz diskutiert, wobei auch die enge Verzahnung der beiden Bereiche deutlich wurde. Prof. Dr. Emile Kok-Kheng Yeoh, Direktor des Instituts für Chinastudien der University of Malaya, stellte die hohe, auch ökonomische Bedeutung des Südchinesischen Meeres heraus. Den Gesamtwert der maritimen Wirtschaft im Südchinesischen Meer (Erdöl, Erdgas, Fischfang usw.) schätzt er auf über 1000 Mrd. USD. Zudem verlaufen hier strategisch wichtige Seehandelsrouten. Dem Disput liegen also auch handfeste wirtschaftliche Interessen zu Grunde. Gleichzeitig besteht aber auch ein großer Spielraum für Zusammenarbeit, etwa um Verschmutzung und Überfischung des Meeres zu verhindern oder bei einem gemeinsamen Vorgehen gegen Piraten, um die Sicherheit der Handelsrouten zu gewährleisten.

Des Weiteren wurden sowohl der Beitrag chinesischer Investitionen zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Region, als auch mögliche negative Implikationen thematisiert. Die Analyse des Chinabildes in der Region von Xiong Liying von der Yunnan Academy of Social Sciences verdeutlichte, dass Chinas Investitionen häufig erhebliche Vorbehalte unter der lokalen Bevölkerung hervorrufen. Dies zeigt sich auch an der Ende September 2011 getroffenen Entscheidung der Regierung von Myanmar unter dem neuen Präsidenten Thein Sein, das umstrittene chinesische Myitsone Staudammprojekt am Irrawaddy im Norden des Landes zu stoppen. Chinesische Investitionen müssen sich deshalb stärker an den lokalen Bedürfnissen orientieren. Dazu muss auch das Bewusstsein chinesischer Unternehmer für ihre unternehmerische Verantwortung gestärkt werden. Zudem ist laut Xiong eine Ausweitung der chinesischen „Public Diplomacy“ notwendig, um positive Aspekte des chinesischen Engagements stärker in den Vordergrund zu rücken.

Programm

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Veranstaltungsort

Xiamen

Referenten

Prof. Dr. Zhuang Guotu
Prof. Im-Soo Yoo
Prof. Dr. Emile Kok-Kheng Yeoh
Dr. Xu Ke
Prof. Shen Hong-fang
Phang Looi Fai
Prof. Phang Siew Nooi
Dr. Peter Hefele
Kontakt

Dr. Peter Hefele

Dr

Leiter des Regionalprojekts Energiesicherheit und Klimawandel Asien-Pazifik

peter.hefele@kas.de +852 28822245 +852 28828515
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