Vortrag

Mythos und Wirklichkeit unterscheiden

Zu den Widersprüchen zwischen Selbstmarketing und Realität in der sogenannten DDR

Zeithistorische Abendveranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung bzgl. der deutsch-deutschen Teilung

Details

1989 beendete die Friedliche Revolution in der DDR eine fast 40-jährige Phase der politischen Unterdrückung, Entmündigung und Unfreiheit und ein Jahr später mündete sie in die Wiedervereinigung Deutschlands. Der politische Umbruch, der in diesen beiden Jahren kulminierte, führte nicht nur zum Untergang der DDR, sondern auch zum Ende des Kalten Krieges, der seit 1945 die Weltpolitik bestimmte. Wesentlich für die Friedliche Revolution in der DDR war, dass sie von der breiten Masse der Bevölkerung getragen wurde und gewaltfrei ablief. Dass, was im Herbst 1989 geschah, hatte es bis dato in der deutschen Geschichte noch nicht gegeben.

So groß die Freude über den Sturz der SED-Diktatur und die Wiedervereinigung in Ost- und Westdeutschland auch war – im Laufe der Jahre verblassten die Erinnerungen an das, was die DDR ausgemacht hat, zunehmend. Vor allem aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Situation in einigen der neuen Länder sind große Teile der Bevölkerung unzufrieden. Eine Folge dieser Unzufriedenheit ist, dass die DDR von vielen Menschen wieder positiv gesehen wird. Daraus kann zwar nicht abgeleitet werden, dass eine Mehrheit dieses Personenkreises die DDR zurückhaben möchte. „Ostalgie“ bezeichnet vielmehr eine Art Sehnsucht nach einer DDR, wie sie hätte gewesen sein können, wenn sie nicht die DDR gewesen wäre. Allerdings helfen bei der Lösung der aktuellen Probleme in den neuen Ländern „ostalgisch“ verklärte Rückblicke auf ein System, das die Lebenschancen vieler Menschen beeinträchtigt oder gar zerstört hat, nicht weiter. Vielmehr ist eine realistische Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit und dem Alltag in der DDR erforderlich.

Dieser Zielsetzung dient die Wanderausstellung der Konrad-Adenauer-Stiftung, die im Veranstaltungsjahr 2018 im Zeitraum 5.-26. April 2018 an der Sankt-Ansgar-Schule in Hamburg gezeigt wird. Sie kontrastiert Mythen über das Leben in der SED-Diktatur mit der tatsächlichen Realität. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband der Geschichtslehrer Deutschlands e.V. erstellt.

Die Ausstellung wird in inhaltlicher Hinsicht mit der Abendveranstaltung am 3. April 2018 um 19.30 Uhr eröffnet und kommentiert. Der Zeitzeuge und Referent Thomas Lukow, der seit vielen Jahren als freier Mitarbeiter im Stasi-Museum Berlin tätig ist, wird im Kontext der eigenen Biographie zu dem Thema sprechen. Im systemtreuen Elternhaus aufgewachsen, funktionierte Thomas Lukow, um die elterlichen Parteivorgaben zu erfüllen. Mit dem Austritt aus dem SED-Jugendverband FDJ im 18. Lebensjahr geht er den Weg in die politische Opposition, der dann in die Gefängnisse der Staatssicherheit führte - mit 20-monatiger Haft. Vor diesem Hintergrund erwartet die Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrer und interessierte BürgerInnen das folgende Programm:

19.30 Uhr Begrüßung und Eröffnung

  • Dr. Maria Meyer zu Natrup, Koordinatorin an der Sankt-Ansgar-Schule
19.40 Uhr Zeitgeschichte sprichwörtlich vor Augen haben: Einige Kommentare zur KAS-Ausstellung "DDR: Mythos und Wirklichkeit"

  • Lars Schröder Ramirez, Tagungsleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung Hamburg
19.50 Uhr Vortrag zum Thema "Mythos und Wirklichkeit unterscheiden: Zu den Widersprüchen zwischen Selbstmarketing und Realität in der sogenannten DDR"

  • Thomas Lukow, Zeitzeuge
20.30 Uhr Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern

21.30 Uhr Zusammenfassung und Abschluss

Die Veranstaltung wird fotografisch begleitet. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie die weiteren Gäste erklären sich mit ihrer Teilnahme damit einverstanden, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. das vor, während und nach der Veranstaltung entstandene Fotomaterial für Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit nutzt. Die Veranstaltung findet mithilfe von Zuwendungen der Freien und Hansestadt Hamburg statt. Wir bedanken uns im voraus für Ihr Interesse an unserer Veranstaltungsarbeit und freuen uns auf eine interessante Schulveranstaltung.

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Veranstaltungsort

Sankt-Ansgar-Schule
Bürgerweide 33,
20535 Hamburg
Deutschland
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Referenten

Dr. Maria Meyer zu Natrup
Koordinatorin an der Sankt-Ansgar-Schule
Thomas Lukow
Zeitzeuge
Lars Schröder Ramirez
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Lars Schröder Ramirez

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Wissenschaftliche Hilfskraft

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