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Open Debates 6: Recovery and Return of Yezidis and Christian Minorities in Iraq

Open Debates 6: Recovery and Return of Yezidis and Christian Minorities in Iraq

Seit dem Aufkommen des Terrorismus durch den Islamischen Staat (ISIS) im Irak 2014 hat sich die Region Kurdistan zu einem sicheren Hafen und einer Heimat für Vertriebene der religiösen, ethnischen und kulturellen Vielfalt des Irak entwickelt. Von diesen Minderheiten waren es besonders die Jesiden und Christen, die ISIS am Stärksten verfolgte. Um die aktuelle Situation der Jesiden und Christen im Irak zu diskutieren und die Herausforderungen zu analysieren, mit denen beide Gemeinschaften in Fragen der Rückkehr und Wiedereingliederung konfrontiert sind, veranstaltete das Syrien/Irak-Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Zusammenarbeit mit Open Think Tank und der American University of Kurdistan eine eintägige Konferenz in Dohuk. Im Mittelpunkt der Konferenz standen insbesondere die Ermittlung der Bedürfnisse dieser Minderheiten sowie die Erörterung konkreter Maßnahmen, die das Fortbestehen sowohl der Jesiden als auch der Christen im Irak gewährleisten können.

Details

Nach der Eröffnung der Konferenz durch die stellvertretende Präsidentin des kurdischen Parlaments, Hemin Hawrami, stand zunächst der schwierige Erholungsprozess der jesidischen Gemeinschaft nach dem Völkermord durch ISIS auf der Tagesordnung. Auf der einen Seite gehören rechtliche Fragen wie die Anerkennung des Völkermords zu den Anliegen der jesidischen Gemeinschaft, auf der anderen Seite gibt es viele Hindernisse für die Rückkehr der jesidischen Binnenvertriebenen aus Kurdistan in ihre Heimat im Sinjar. Die Mehrheit der Jesiden wurde als Folge des Völkermords vertrieben; etwa 400.000 von ihnen leben heute in Vertriebenenlagern in der Region Kurdistan und können aufgrund mangelnder Sicherheit nicht zurückkehren. Selbst wenn ihre sichere Rückkehr gewährleistet werden könnte, blieben sozioökonomische Herausforderung im Zusammenhang mit ihrer Wiedereingliederung in die irakische Gesellschaft bestehen.

Obwohl sie aus ähnlichen Gründen vertrieben wurden, war das Schicksal der christlichen Gemeinschaften nach der Herrschaft von ISIS ein anderes und wurde daher in einem separaten Panel der Konferenz diskutiert. Auf internationaler Ebene wurde auf die mangelnde Unterstützung anderer christlicher Gemeinschaften hingewiesen, während im Irak die Diskriminierung von Christen sowie ein Mangel an Rechten und politischer Repräsentation als aktuelle Anliegen genannt wurden. Bei der Rückkehr christlicher Binnenvertriebener spielen ebenfalls Sicherheitsfragen eine große Rolle, aber auch das Gefühl, nicht mehr im Irak willkommen zu sein. In den letzten Jahren ging der Platz der Christen im irakischen Sozialgefüge stark zurück. Während vor 2003 fast eine Million Christen im Irak lebten, sank die Zahl aufgrund von Verfolgung und religiösem Extremismus auf 15.000 bis 20.000.

Auf dem letzten Panel der Konferenz wurden politische Empfehlungen formuliert, um die Wiedereingliederung von Jesiden und christlichen Minderheiten in die irakische Gesellschaft zu erleichtern. Insgesamt schuf die Konferenz einen Raum für Gesetzgeber, Entscheidungsträger, politische Parteiführer sowie Gemeinschafts- und Religionsführer ethnischer und religiöser Minderheiten, um die Herausforderungen, Möglichkeiten und Versuche zur Rückkehr und Wiedereingliederung der Minderheiten im Irak, insbesondere nach dem ISIS-Krieg, besser zu verstehen. Darüber hinaus bereicherten die Diskussion eine Reihe von Experten, Wissenschaftlern, Medien- und Vertretern der Zivilgesellschaft, Vertretern von Botschaften, Konsulaten und diplomatischen Vertretungen aus der Region Kurdistan und aus dem Irak.

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