Veranstaltungsberichte

"Der freie Markt und der Sozialstaat: eine Annäherung aus Sicht der Sozialen Marktwirtschaft"

von Magdalena Jetschgo-Morcillo

Seminar im Rahmen der Cátedra für Soziale Marktwirtschaft in Chihuahua

Am 26. September organisierte die KAS Mexiko in Zusammenarbeit mit Canacintra Chihuahua, Coparmex Chihuahua, der Universität La Salle und USEM Chihuahua ein weiteres Seminar im Rahmen der Cátedra für Soziale Marktwirtschaft Chihuahua. An der Universität La Salle in Chihuahua hielt Herr Johann Gottschalk einen Vortrag zum Thema "Der freie Markt und der Sozialstaat: eine Annäherung aus Sicht der Sozialen Marktwirtschaft" und erläuterte die Umsetzung des Konzepts in Mexiko.

Das Ziel des Seminars war die Reflexion über die fundamentalen Aspekte der Sozialen Marktwirtschaft, ihre ordnungspolitischen Grundsätze und den sozialen wirtschaftspolitischen Rahmen in Deutschland im Gegensatz zur wirtschaftspolitischen Lage in Mexiko. Am Seminar nahmen 62 Personen aus dem Bereich der Unternehmer, der Universitäten, der öffentlichen Verwaltung sowie zivielgesellschaftliche Organisationen teil.

Der vortragende Experte, Johann Gottschalk, Professor für Ökonomie und Umweltpolitik an der Universität ITESO in Guadalajara, begann seine Ausführungen mit der Darstellung des historischen Kontextes zur Geburtsstunde der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Er erläuterte die wirtschaftliche und politische Situation in der sich Nachkriegsdeutschland befand, und wie die Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde.

Im Folgenden stellte er heraus, dass es aus ethisch-moralischer Sicht und für die effizienteste Nutzung der Ressourcen im Allgemeinen notwendig ist, ein Gleichgewicht zwischen freien Märkten, sozialer Gerechtigkeit und Wirtschaftswachstum zu erlangen. Er ging auf vergangene Versuche in Mexiko ein, den Wohlstand im Land gerechter zu verteilen und erklärte die Gründe dafür, dass diese scheiterten. Gemäß Gottschalk stellen die sozialpolitischen Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft sicher, dass eine Gesellschaft sich der Einzelperson gegenüber verantwortungsvoll verhält. Er betonte weiterhin, dass ein solches soziales Bewusstsein auch positive Auswirkungen auf die Wirtschaft hat. In diesem Zusammenhang erläuterte er die Konzepte der Eigenverantwortung, Solidarität, Subsidiarität und Konsens. Anschließend stellte er strukturelle Wirtschaftsprinzipien wie Privateigentum, offene und wettbewerbsorientierte Märkte oder Transparenz vor und stellte ihnen regulierende Wirtschaftsprinzipien wie Eingreifen des Staates, sozialpolitische Maßnahmen und die Kontrolle von Monopolen gegenüber. Zuletzt erwähnte er die staatlichen wirtschaftlichen Ziele für nachhaltige Entwicklung: Wachstum, stabile Preise, Beschäftigung, eine ausgeglichene Handelsbilanz, soziale Gerechtigkeit und Schutz der Ressourcen.

Zum Ende der Veranstaltung machten die Teilnehmer von der Möglichkeit Gebrauch, spezifische Fragen zum Thema Soziale Marktwirtschaft und ihre Implementation in Mexiko zu stellen, wie zum Beispiel: Auf welchem Weg könnte sich das Land in Richtung Subsidiaritätsprinzip bewegen? Wie könnten die Städte beim Thema Steuerföderalismus unterstützt und das Prinzip in Mexiko umgesetzt werden? Wird Mexiko von der Energiereform profitieren?

Verfasserin: Judith Radtke, Praktikantin

Teilen

Ansprechpartner

Magdalena Jetschgo-Morcillo

Magdalena  Jetschgo-Morcillo bild

Referentin Afrika im Team Inlandsprogramme

magdalena.jetschgo@kas.de +49 30 26996-3796 +49 30 26996-53796
3. Event KASMEX

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.

Bestellinformationen

erscheinungsort

Mexiko Mexiko