Veranstaltungsberichte

"Die Bedeutung der Sozialen Marktwirtschaft heute"

von Jue Wang , Kristina Glück , Ralf Altenhof
In ihrem Vortrag „Die Bedeutung der sozialen Marktwirtschaft heute“ betonte Dr. Karen Horn, die Leiterin des Hauptstadtbüros des Instituts der deutschen Wirtschaft, in der Konrad-Adenauer-Stiftung Bremen, dass die soziale Marktwirtschaft zeitgemäß sei und eine entscheidende Rolle für die Wirtschaft Deutschlands spiele.

Horn stellte zunächst die wichtigen Personen und die signifikanten Thesen der Freiburger Schule vor, die das Konzept des Ordoliberalismus entwickelten. Der Begründer Walter Eucken meinte, durch eine Wirtschaftsordnung könnte die größtmögliche Freiheit und eine rationale Steuerung der Wirtschaft erst ermöglicht werden. Franz Böhm, Rechtswissenschaftler und anderer Begründer der Freiburger Schule, betonte die Rolle der Freiheit bei der sozialen Marktwirtschaft. Weitere Ökonomen wie Alfred Müller-Armack, Wilhelm Röpke und Alexander Rüstow waren für die Entwicklung der sozialen Marktwirtschaft von Bedeutung. Müller-Armarcks zufolge läge der richtungsweisende Sinn der sozialen Marktwirtschaft darin, das Prinzip der Freiheit auf dem Markt mit dem Prinzip des sozialen Ausgleichs zu verbinden. Röpke betonte den ethischen Ansatz der sozialen Marktwirtschaft und Alexander Rüstow sagte, die soziale Marktwirtschaft brauche einen starken Staat.

Die „Gründungsväter“ der sozialen Marktwirtschaft sahen in ihr eine menschengemäße Ordnung. Hinsichtlich der Ordnungspolitik hob Karen Horn hervor, dass der „Ordnungsrahmen“ für alle gleich sein müsste. Die Referentin sah in der Freiheit den zentralen Gedanken im Konzept der sozialen Marktwirtschaft. Der Staat agiere nur als Regelsetzer.

Weiterhin erklärte Horn die Prinzipien der Wettbewerbsordnung, in der ein funktionsfähiges Preissystem der Kern sei. Die flexiblen Preise enthielten die Informationen über sich verändernde Knappheiten und Präferenzen. Sie kontrollieren die Macht sämtlicher Marktteilnehmer und lenken knappe Ressourcen in die effiziente Verwendungsrichtung. Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die durch die Manipulation der Preise ihre gewünschten Ziele erreichen wollen, würden die sozial wichtige Funktion des Marktes zerstören und zum Gegenteil des Erwünschten führen. Deshalb sollte man künstliche Veränderungen, wie Subventionen, staatliche Zwangsmonopole, allgemeiner Preisstopp und Einfuhrverbote, vermeiden. Dagegen seien offene Märkte, Privateigentum und Vertragsfreiheit gleichsam systemkonform. Diese Prinzipien ergänzten sich gegenseitig und gehörten untrennbar zusammen.

Karen Horn, die 2010 den Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik zugesprochen bekam, betonte schließlich, dass man zwischen dem Konzept der sozialen Marktwirtschaft und der Wirklichkeit unterscheiden müsse, wobei sich letztere von ersterem immer weiter fortbewege.

Über diese Reihe

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