Veranstaltungsberichte

„Echtheit und Authentizität sind das A und O“

von Stefan Stahlberg

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer auf der IKPK 2018 über Wahlkampf in politisch bewegten Zeiten

„Ein Wahlkampf darf sich nicht auf die letzten Wochen erstrecken“, befand Konrad Adenauer bereits 1960. Auf Grundlage dieser alten Weisheit sollten auch die heutigen Kampagnen geplant und geführt werden, findet Annegret Kramp-Karrenbauer. Wahlkampf sei keine kurze Kampagne, die mit dem Wahltag abgeschlossen sei, erläutert die Generalsekretärin der CDU Deutschlands: „Kampagne müssen wir weiter definieren, sowohl im zeitlichen Umfang, aber wir müssen es auch zeitlich früher denken und weiter denken.“ Besonders in „politisch bewegten Zeiten“ könne nur ein grundsätzlicher und neu gedachter Kommunikationsansatz Erfolg versprechen.

Denn „dass die Zeiten bewegt sind, spüren wir seit einiger Zeit“, so Kramp-Karrenbauer in ihrer Analyse bei der internationalen Konferenz für politische Kommunikation der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Sie diagnostiziert einen Vertrauensverlust der Bürger in die Politik, Politiker müssten sich daher die Frage stellen, wie sie damit umgehen können. Und ein erster Schritt sei ein offen kommuniziertes Eingeständnis: „Diese bewegte Zeit wir die neue Normalität sein. Es bleibt so dynamisch und disruptiv“, sagt die Unionspolitikerin.

Um Vertrauen zurückzugewinnen seien „Echtheit und Authentizität das A und O“. Deshalb müssten die kommunizierten politischen Inhalte mit der Form übereinstimmen. Mit fünf Fragen befassen sich die Strategen im Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Zentrale in Berlin: Was wird kommuniziert, mit wem, wie, wo und wann.

„Am Ende des Tages wollen aber Menschen von Menschen angesprochen werden“

Die Antwort könnte zusammengefasst lauten, die Partei müsse eine Haltung entwickeln, „abgeleitet aus Grundwerten“, daraus müsse dann eine Geschichte produziert werden, aus der heraus die nötigen Begriffe entstehen. Wenn dieses Grundgerüst steht, könne man die Menschen ansprechen, online sowie offline durch „horizontale Kommunikation im Sinne einer Graswurzelbewegung“ und zwar nicht nur faktenbasiert: „Wir werden sehr viel stärker Emotionen vermitteln müssen“, resümiert Kramp-Karrenbauer. Ganz wichtig: „Am Ende des Tages wollen aber Menschen von Menschen angesprochen werden.“

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