Veranstaltungsberichte

„Königsdisziplin der Demokratie“ :: Kommunalpolitiker aus Lateinamerika besuchen NRW und Berlin

Die Kommunalpolitik ist der Ort, an dem die Folgen politischer Entscheidungen für Bürgerinnen und Bürger am direktesten erfahrbar werden. Dies macht sie zur „Königsdisziplin der Demokratie“, wie es Philipp Lerch, Leiter der Kommunalakademie der KAS, vor den zehn lateinamerikanischen Bürgermeistern formulierte, die sich vom 18. bis 24. März auf Einladung der KAS Montevideo und des Teams Inlandsprogramme in Deutschland aufgehalten haben.

Neben dem Austausch solcher best practices stand bei der Reise die Vernetzung der Teilnehmer untereinander, aber auch mit der KAS-Zentrale sowie mit CDU-Politikern auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene im Vordergrund. Mit Sabine Preiser-Marian, Bürgermeisterin von Bad Münstereifel, sowie Daniel Schranz, Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen, hatten die lateinamerikanischen Gäste Gelegenheit zu einem Erfahrungsaustausch. Themen wie Gemeindefinanzierung, Verkehr, Infrastruktur und Stadtplanung standen dabei besonders im Fokus. Gerade in einer Stadt wie Oberhausen, die seit mehreren Jahrzehnten einen Strukturwandel durchläuft, steht die Kommunalpolitik angesichts des Verlusts von Arbeitsplätzen und fehlenden finanziellen Spielraums vor großen Herausforderungen. Der Dezernent für Strategische Planung, Ralf Güldenzopf, erklärte schließlich die Maßnahmen, die innerhalb der Stadt ergriffen werden, um den Städtebau sozialverträglich zu gestalten.

Neben einem Besuch im Duisburger Binnenhafen, dem größten der Welt, folgte auch eine Besichtigung des Müllheizkraftwerks Ruhleben. Aus insgesamt 520.000 Tonnen Müll der Berliner Haushalte entsteht dort genug „grüne“ Energie, um fünf Prozent der Haushalte klimaneutral mit Strom zu versorgen. Vor Ort im politischen Berlin ergab sich außerdem die Möglichkeit, mit Politikern wie Philipp Amthor MdB, Danny Freymark MdA oder Christian Gräff MdA in den Austausch zu treten. Abgerundet wurde die Reise mit einem Besuch im Axel-Springer-Haus, einem der größten Medienhäuser Europas, wo die Journalistin und Lateinamerika-Expertin Dr. Hildegard Stausberg die Gruppe empfing.

Diese Reise soll nur der Anfang sein. Die hier gesponnenen Netzwerke werden auch in Zukunft einen kontinuierlichen Austausch ermöglichen, damit gemeinsame Lösungsansätze für kommunalpolitische Herausforderungen in Lateinamerika gefunden werden können.

Sandra Wahle und Sören Soika

Ansprechpartner

Dr. Kristin Wesemann

Dr

Leiterin Regionalprogramm "Parteienförderung und Demokratie in Lateinamerika"

Kristin.Wesemann@kas.de +598 2902 0943 - 108

Über diese Reihe

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