Veranstaltungsberichte

25 Jahre deutsch-ungarischer Freundschaftsvertrag

von Bálint Lengyel
Diskussionsveranstaltung der Stiftung für ein Bürgerliches Ungarn, des Antall József Wissenszentrums und der KAS Ungarn
Anlässlich des 25. Jahrestages des deutsch-ungarischen Freundschaftsvertrages veranstaltete die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Kooperation mit dem Antall József Wissenszentrum und der Stiftung für ein Bürgerliches Ungarn am 6. Februar 2017 mit über 140 Teilnehmern eine Diskussionsveranstaltung über den Stand der bilateralen Beziehungen mit Politikern aus Ungarn und Deutschland.

Ádám Kégler, stellv. Direktor des Antall József Wissenszentrums und Frank Spengler, Leiter des Auslandsbüros Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung, gingen in ihrer Begrüßung auf die traditionsreichen Beziehungen beider Länder ein, die nach Beendigung des Kalten Krieges auf der Grundlage gemeinsamer Werte und Interessen neu belebt wurden.

Zoltán Balog, Minister für Humanressourcen und Vorsitzender der Stiftung für ein Bürgerliches Ungarn, erklärte in seiner Eröffnungsrede, dass es vor dem Hintergrund der gegenwärtigen globalen Turbulenzen wichtig sei, die prosperierenden Beziehungen zwischen den Nationen aufrechtzuerhalten. Das Erarbeiten von gemeinschaftlichen Lösungen sei dabei unabdingbar.

Dr. Manfred Emmes, Gesandter der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn, erklärte in seinem Grußwort, dass schon vor 25 Jahren die Errichtung eines gemeinsamen Europas im Mittelpunkt des politischen Handelns stand. Dabei habe Ungarn einen wichtigen Beitrag geleistet. Dr. Péter Györkös, Botschafter von Ungarn in Deutschland, unterstrich in seinem Grußwort, dass es in Ungarn vor einem Vierteljahrhundert einen starken gesellschaftlichen Konsens darüber gab, die deutsche Wiedervereinigung zu unterstützen. Beide Völker hätten die Einschätzung geteilt, dass ein gemeinsames Demokratieverständnis in einem einheitlichen Europa nur durch ein souveränes Ungarn sowie durch die deutsche Einheit erreicht werden könne.

Die im Anschluss stattfindende Podiumsdiskussion wurde von Gergely Prőhle, Direktor des Petöfi Literaturmuseums, moderiert. Teilnehmer waren: die beiden Bundestagsabgeordneten Arnold Vaatz (CDU), stellv. Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Tobias Zech (CSU) sowie die beiden stellv. Vorsitzenden der Ungarischen Nationalversammlung Dr. Gergely Gulyás (Fidesz) und Dr. István Hiller (MSZP). Vaatz mahnte an, dass es wichtig sei, auf das geänderte Wahlverhalten mit mehr Realismus zu reagieren. Zech wies auf die wichtige Rolle der Europäischen Union bei der Sicherstellung der längsten Friedensperiode des Kontinents hin. Um diese weiter gewährleisten zu können, bedürfe es gemeinsamer europäischer Antworten, solidarischer Zusammenarbeit und eines umfassenden gesellschaftspolitischen Dialogs. Gulyás bezeichnete die Zeit seit der Unterzeichnung des deutsch-ungarischen Freundschaftsvertrags als eine erfolgreiche Periode, die im 21. Jahrhundert durch gegenseitiges Verständnis und Toleranz aufrechterhalten werden müsse. Der Freundschaftsvertrag sei ein Meilenstein in der Geschichte der beiden Nationen, so Hiller, der die ungarische Position in der europäischen Staatengemeinschaft nachhaltig geprägt habe. Es herrsche Einvernehmen darüber, dass die EU nur durch erfolgreiche Mitgliedsstaaten stabilisiert werden könne.

Über diese Reihe

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