Veranstaltungsberichte

Asia-Europe Counterterrorism Dialogue

"Der Weg, die terroristische Bedrohung abzuschwächen, ist ein Kooperationsformat, das die Interessen aller Parteien berücksichtigt." Dies war die Kernbotschaft des indonesischen Verteidigungsministers Ryamizard Ryacudu während seiner Grundsatzrede beim dritten jährlichen Asien-Europa-Dialog zur Terrorismusbekämpfung, organisiert von der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) und der S. Rajaratnam School of International Studies (RSIS).

Trotz der Erfolge im Kampf gegen Daesh in Syrien und im Irak sind weder die Organisation selbst noch ihr Netzwerk gleichgesinnter Gruppen im Niedergang begriffen. Stattdessen wurde die Struktur dezentralisiert und die Aktivitäten weltweit ausgeweitet, wobei Asien und Europa zu den Schwerpunktbereichen wurden. Das Ergebnis der Entwicklungen in Syrien und im Irak, der veränderten Arbeitsweise von IS-angeschlossenen Gruppen und der geografischen Ausdehnung des Terrornetzwerks ist eine vielfältigere, heterogenere und weniger vorhersehbare Bedrohung, die eine stärkere Zusammenarbeit - nicht nur Kooperation - auf allen Ebenen erfordert, wenn Länder gewalttätigen Extremismus erfolgreich und nachhaltig verhindern und bekämpfen wollen.

Vor diesem Hintergrund organisierten das KAS-Regionalprogramm Politikdialog Asien und RSIS den diesjährigen Asia-Europe Anti-Terrorism Dialogue. Die Veranstaltung wurde von S.E. General Ryamizard Ryacudu, Verteidigungsminister der Republik Indonesien, begrüßt, der seine Grundsatzrede im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion "The Terrorist Threat Landscape in Asia" am 16. Oktober 2018 hielt. In seinen Ausführungen betonte Minister Ryacudu die Bedeutung ganzheitlicher nationaler Ansätze, an denen alle Regierungszweige und nichtstaatliche Akteure beteiligt sind, und die Notwendigkeit, Zusammenarbeit zwischen den ASEAN-Mitgliedstaaten zu verbessern. Die "Our Eyes"-Initiative, die der Minister Anfang des Jahres gestartet hat, ist ein vielversprechender Versuch, einen Rahmen für diese Zusammenarbeit zwischen den Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden zu schaffen.

In Indonesien selbst arbeitet das Verteidigungsministerium eng mit dem Bildungsministerium und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um die Radikalisierung gefährdeter Jugendlicher zu verhindern und rehabilitierte Extremisten wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Als das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt und verschiedenen lokalen Konflikten erkennt Indonesien die Notwendigkeit an, dass das Land voranschreitet und bei der Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus und Terrorismus an vorderster Stelle steht. Das Land ist daher gerne dazu bereit, seine Erfahrungen zu teilen und mit überregionalen Partnern wie Deutschland und der Europäischen Union zusammenzuarbeiten.

Der Asien-Europa-Dialog zur Terrorismusbekämpfung 2018 fand vom 15. bis 17. Oktober 2018 statt. Zehn hochrangige Delegierte aus Indonesien, Malaysia, Pakistan, den Philippinen, Singapur und Sri Lanka reisten zunächst nach Brüssel, wo sie mit dem Büro des EU-Koordinators für Terrorismusbekämpfung, der belgischen Koordinierungsstelle für Bedrohungsanalyse und dem Außenministerium, EUROPOL, dem Europäischen Auswärtigen Dienst, EU INTCEN und der NATO zusammentrafen. Im zweiten Teil des Programms in Berlin führte die Delegation Gespräche mit dem Innenministerium, den beiden deutschen Sicherheitsdiensten - Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz -, dem Bundeskanzleramt und dem Netzwerk Gewaltprävention. Sie diskutierten unter anderem, wie Deutschland mit seinen asiatischen Partnern bei Fragen wie ausländischen Terroristenkämpfen, Rückkehr von Frauen und Kindern, behördenübergreifender Zusammenarbeit, Informationsaustausch, Prävention, Entradikalisierung und Rehabilitation zusammenarbeiten kann.

Während des Dialogs haben KAS und RSIS auch ihre neueste gemeinsame Publikation "Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus und Terrorismus in Asien und Europa - Form Cooperation to Collaboration" vorgestellt, die nun hier zum Download zur Verfügung steht.

Bereits 2015 haben KAS und RSIS eine Zusammenarbeit zur Förderung des Austauschs zwischen asiatischen und europäischen Ländern bei der Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus und Terrorismus begonnen. Das Ergebnis davon ist die Einrichtung des jährlichen Asien-Europa-Dialogs zur Terrorismusbekämpfung, der in Asien und Europa in wechselnden Jahren stattfindet. Der Dialog bietet politischen Entscheidungsträgern, Vertretern von Ministerien sowie Strafverfolgungsbehörden und Experten aus der Wissenschaft eine einzigartige Gelegenheit zum Austausch über aktuelle Entwicklungen und gemeinsame Aktivitäten. Darüber hinaus wird die Diskussion durch regelmäßige Publikationen unterstützt.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.