Veranstaltungsberichte

Chancen für Frieden in Israel

Melody Sucharewicz zu Gast in Berlin
„Ja.“ Selten hat wohl jemand die Frage, ob es Frieden im Nahen Osten geben wird, so klar und überzeugend beantwortet, wie Melody Sucharewicz. Die ehemalige „good-will Botschafterin“ Israels erntete für diese mit Verve vorgebrachte Antwort am Ende ihrer emotionalen Rede von den 180 Zuhörern in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin spontanen Applaus.

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Melody Sucharewicz wurde als Gewinnerin des israelischen TV-Wettbewerbs ‘Der Botschafter’ bekannt.

„Es bedarf der gemeinsamen Vision, die aufbaut auf Demokratie, Freiheit, wirtschaftlicher Kooperation, dem klugen Gebrauch der Medien und gegenseitigem Verständnis“, erklärte die gebürtige Münchnerin. Gefordert seien nicht allein Politiker, sondern auch die Medien, die Zivilgesellschaften und eine geänderte Einstellung.

So sei der 14. Mai, der Tag an dem Ben Gurion den Staat Israel ausrief, für die jüdische Bevölkerung die Erfüllung eines nationalen Traumes - für die Palästinenser jedoch ein Datum der Trauer. Der seitdem herrschende Konflikt sei binnen sechs Jahrzehnten für die Betroffenen zu einem Teil ihrer Kultur geworden. Erschwerend käme hinzu, dass an die Stelle von Freunden und Familie, die den Menschen normalerweise sozialisieren, die Hamas mit ihren radikalen Ansichten und Zielen getreten sei. Schon palästinensische Kinder würden instrumentalisiert, um den Konflikt am Leben zu halten. „Diesen Kindern ist es nicht möglich, eine freie Gedankenwelt zu entwickeln. Das ist ein Verbrechen,“ sagte die 28-jährige. Die Hamas unterziehe schon die Kleinsten einer systematischen „Gehirnwäsche“. Dreijährige würden als Selbstmordattentäter verkleidet, Siebenjährige in Camps auf einen Tod als „Märtyrer“ vorbereitet.

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Jochen Feilcke von der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft: „Wir haben heute Abend einen Star zu Gast.“

Sucharewicz kritisierte die Rolle der Medien in der Auseinandersetzung zwischen Israelis und Palästinensern: „Publizistische Hetze ist in diesem Konflikt lebensgefährlich.“ Die Hass-Propaganda der Hamas müsse im Keim erstickt werden, forderte sie. Gleichzeitig müssten die zahlreich vorhandenen positiven Nachrichten aus Israel endlich die Berichterstattung dominieren. „Diese wichtigen Metainformationen aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft können in einem Mehr an gegenseitigem Verständnis münden.“ Eine wichtige Rolle auf dem Weg zu mehr gegenseitigem Verständnis könne auch das Internet übernehmen. Das Netz könne auf fast einzigartige Weise Stereotype durchbrechen und Brücken bilden.

Sucharewicz, die bis zu ihrem 19 Lebensjahr in Bayern gelebt hat, lobte abschließend die Arbeit der über 100 israelischen und 60 palästinensischen Zivilgesellschaften und unterstrich deren Bedeutung im Friedensprozess. „Die NGOs kämpfen Tag für Tag. Sie öffnen Herz und Verstand für Frieden.“ Sei es nun die medizinische Kooperation oder die gemeinsame Fußballschule, jedes Mal kämen die an sich verfeindeten Gruppen zusammen und lernten am anderen eine neue, positive Seite kennen. „Die Menschen müssen begreifen, dass auf der anderen Seite Kinder, Väter, Mütter leben wie sie.“

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Die Konrad-Adenauer-Stiftung begleitet das 60-jährige Staatsjubiläum Israels mit zahlreichen bundesweit stattfindenden Veranstaltungen: Diskussionen, Foren, Festen und Symposien. Verschaffen Sie sich einen Überblick. Sie sind herzlich eingeladen. Melody Sucharewicz können Sie noch am 16. April in Zwickau und am 17. April in Dresden erleben.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.