Veranstaltungsberichte

Die beste Zeit für eine Journalistenakademie in Dubai

Mitten in die seit langem turbulenteste Zeit für das Emirat Dubai fiel die vierte deutsch-arabische Journalistenakademie der Konrad-Adenauer-Stiftung. Neun deutsche JONA-Stipendiaten recherchierten vom 2. bis zum 12. Dezember zusammen mit neun arabischen Nachwuchsjournalisten für ein gemeinsames Printmagazin. Fazit: Im interkulturellen Austausch lässt sich die Lage am Golf viel besser verstehen. Und dass das Emirat bald wieder zur öden Wüste wird, zählt dann doch eher zu den Märchen aus 1001 Nacht.

Einen spannenderen Zeitpunkt hätte es für dieses Seminar in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) kaum geben können: Am 2. Dezember startete die Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit der Journalists Association der VAE ihre deutsch-arabische Journalistenakademie in Dubai. Nur wenige Tage zuvor war die Nachricht wie eine Bombe an den internationalen Börsen eingeschlagen: Die Scheichs sind in Zahlungsnöten, die Rückzahlung von Krediten muss aufgeschoben werden. Sollte dies das Ende eines Wüstentraumes sein?

In gespannter Erwartung bezogen also neun deutsche Stipendiaten der Journalistischen Nachwuchsförderung (JONA) sowie neun Nachwuchsjournalisten aus den Golf-Staaten ihr Quartier in der Dubai Media City. In seiner Begrüßung machte Thomas Birringer, der Leiter des neuen KAS-Regionalprogramms Golf-Staaten, deutlich, worum es bei diesem zehntägigen Seminar gehen sollte: um gute journalistische Arbeit – und vor allem auch um einen kulturellen Austausch zwischen den Teilnehmern.

Dass sich diese beiden Ziele wunderbar verknüpfen lassen, hatte die KAS schon bei ihren drei vorherigen deutsch-arabischen Journalistenakademien seit 2006 erlebt. Und so bildeten die Organisatoren wieder Zweierteams aus je einem deutschen und einem arabischen Teilnehmer, die gemeinsam ein Thema recherchieren und bearbeiten sollten. Die Themenvielfalt war groß: Sie reichte von der Krise als Chance für mehr Nachhaltigkeit über die Bedeutung lokaler Kunst für die nationale Identität bis hin zum Spagat der emiratischen Frauen zwischen traditionellen Familienbildern und moderner Arbeitswelt.

Experten vor Ort lieferten zu Beginn des Seminars das nötige Hintergrundwissen: FAZ-Korrespondent Rainer Hermann machte in einem eindrücklichen Vortrag deutlich, dass die Emirate zwar in einer schwierigen Phase sind, sie aber unbedingt zum „New Arabia“ gehören und durch Innovationen unter den zukunftsfähigsten Staaten der Region sind. Und auch Dr. Peter Göpfrich von der Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer erklärte, dass der deutsche Wirtschafsstammtisch in Dubai immer noch sehr gut besucht ist – und dies sicherlich auch bleiben wird.

Die 18 Teilnehmer recherchierten intensiv ihre Geschichten und produzierten unter der Leitung von JONA-Referent Jochen Markett und Jan Kuhlmann vom Rheinischen Merkur sowie von Dr. Muhammad Ayish (University of Sharjah) ein zweisprachiges Magazin mit dem Titel „Diwan“. Es ist Anfang April 2010 erscheinen und kann bei Tessa Fertala bestellt werden. Daneben gab es ein „Spezial“ des Rheinischen Merkur am 14. Januar 2010 mit den besten Geschichten des Seminars. Außerdem wurde die Akademie erstmals filmisch dokumentiert – von KAS-Online-Redakteurin Josephine Landertinger. Den Film mit den Namen „teamwork“ können Sie in der rechten Spalte sehen.

Am 11. Dezember beendeten die Teilnehmer ihre Akademie – gut gelaunt und in jeglicher Hinsicht um viele Erfahrungen reicher. Und schon drei Tage später bestimmte Dubai wieder die Schlagzeilen: Abu Dhabi stützt das hoch verschuldete Nachbaremirat mit zehn Milliarden Dollar – der DAX legte deutlich zu.

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Über diese Reihe

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erscheinungsort

Abu Dhabi Vereinigte Arabische Emirate