Veranstaltungsberichte

Die Debatte muss versachlicht werden!

Die KAS-Büros in Washington D.C. und New York luden am 12. Dezember 2017 zu einer Diskussion über die Zukunft der öffentlichen Meinungsbildung ein.

Hatte nun der Kreml bei den letzten US-Wahlen 2016 seine Finger im Spiel und gar das Wahlergebnis beeinflusst? Und wenn ja - sind derartige "Praktiken" auf Russland beschränkt oder heute ohnehin längst weit verbreitet? Diese und ähnliche Fragen erörterte ein Expertenpanel am 12. Dezember 2017 im New Yorker KAS-Büro. Beide Visionen könnten der Wahrheit entsprechen, meinte Geisha Gonzalez, die sich beim Atlantic Council in Washington intensiv mit dem Thema befasst. Den Beitrag, den die Konrad-Adenauer-Stiftung zu diesem top-aktuellen Thema liefern will, ist in erster Linie, den Diskurs zu versachlichen, so Nico Lange, Büroleiter der KAS Washington, der die Veranstaltung initiierte.

Debattiert wurde dabei natürlich über Facebook und andere Plattformen, die heute bereits vielfach als Informationsquelle Nummer eins genützt werden. Diesbezüglich meinte Aljoscha Burchardt vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, dass diese digitalen Anbieter beginnen müssten, ihre Rolle mehr als Verleger zu verstehen und Verantwortung für die Inhalte auf ihren Seiten zu übernehmen. Für die Problematik rund um hetzerische oder anderwärtig gegen das Gesetz verstoßende Inhalte gäbe es keine technische Lösung, so der Experte. Eine besondere Gefahr verberge sich auch hinter Propaganda-Seiten, die auf den ersten Blick wie gut recherchierter Journalismus wirken, war sich das Panel einig.

Bei der Diskussion wurde auch klar, dass Ideen, wie man der Problematik begegnen könnte, vorhanden sind – sie reichen von verpflichtenden journalistischen Standards für Anbieter wie Facebook über die staatliche Regulierung globaler digitaler Plattformen bis zu einem "Fake-Index". Ohne Zweifel brauche es auch mehr Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft, um beispielsweise die Geschäftsmodelle hinter sozialen Plattformen besser zu verstehen, war sich das Expertenpanel einig. Die Zivilgesellschaft – zu der sich die Panel-Teilnehmer sowie die KAS als politische Stiftungen zählen – müsse sich in jedem Fall besser koordinieren, um Lösungen für diese Herausforderung zu finden, und den Austausch darüber voranzutreiben.

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Über diese Reihe

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