Veranstaltungsberichte

Die Palästinensischen Gebiete in einer sich wandelnden Region

Volesungsreihe
Im Zuge der Partnerschaft mit der KAS Ramallah hat das Ibrahim Abu-Lughod Institute of International Studies (IALIIS) eine dreiteilige Vorlesungsreihe zum Thema „Die Palästinensischen Gebiete in einer sich wandelnden Region“ organisiert.

Drei Experten hielten die Vorlesungen; Dr. Ahmed Azem, Professor an der Birzeit Universität, Wissam Rafidi, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bethlehem Universität, und Dr. Ibrahim Frihat, Professor für Internationale Konfliktlösung am Doha Institut sowie der Gorgetown Universität.

Das Thema der ersten Vorlesung, gehalten von Dr. Azem und Herr Rafidi, war die Zukunft der Palästina-Frage im Kontext des sogenannte „Deal des Jahrhunderts“, der von der Trump Administration erarbeitet wird. In den beiden folgenden Vorlesungen thematisierte Dr. Frihat die Ursachen und Aussichten der Golfkrise sowie den Kalten Krieg zwischen Iran und Saudi-Arabien im Hinblick auf seine Auswirkungen auf die regionale Politik.

Die drei Vortragenden vertraten unterschiedliche Meinung zum sogenannten „Deal des Jahrhunderts“, was die allgemeine Kontroverse um die Thematik widerspiegelt.

Herr Rafidi argumentierte, dass der Jahrhundertdeal sich bereits in der Umsetzung befinde. Als Indizien nannte er den Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem, die Vergrößerung der israelischen Siedlungen in den Palästinensischen Gebieten und die Blockade humanitärer Hilfsgüter in den Gazastreifen.

Dr. Azem sagte hingegen, dass der Deal eine von Arabern und Palästinensern kreierte Idee sei. So könne man den „Deal des Jahrhunderts“ weder in amerikanischen noch in israelischen Formaten finden.

Er erklärt, dass dieser Begriff zum ersten Mal während des Treffens zwischen dem US-Präsident Donald Trump und dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah El-Sisi gefallen sei, als dieser sagte: „Wenn Sie diesen Deal abschließen würden, dann wäre dies der Deal des Jahrhunderts“.

Weiterführend gab Dr. Frihat einen Überblick über die Außenpolitik Katars und die politischen Veränderungen, die auf die Blockade Katars durch die Nachbarstaaten zurückzuführen sei. Spezifischer ging er darauf ein welchen Effekt der Kalte Krieg zwischen Iran und Saudi-Arabien auf die Palästinensischen Gebiete hat.

Hierbei vertrat er die Position, dass der „ultimative Deal“ schlussendlich nicht zustande kommen würde und dies keine größeren Auswirkungen auf die Region haben werde.

Nach seiner Einschätzung gefragt, wie sich die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) zum Jahrhundertdeal positionieren solle, riet er zu einer neutralen Position. Auf diesem Weg solle verhindert werden, dass die palästinensische Bevölkerung ungünstige Kompromisse eingehen müsse oder als Marionette missbraucht werde.

Während den drei Vorlesungen waren jeweils rund 80 Studierende und Professoren der Birzeit Universität anwesend. Den Vorträgen folgte eine rege Diskussion mit dem Publikum.

Dr. Ibrahim Frihat giving a lecture.
Intressierte Zuhörerinnen und Zuhörer bei den Vorlesungen.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.