Veranstaltungsberichte

Die Soziale Woche 2013 in Mar del Plata

Democracia, equidad y desarrollo integral

Die Soziale Komission der Bischhöfe, Teil der argentinischen Bischofskonferenz, und das Bistum Mar del Plata, haben vom 28. bis zum 30. Juni zur Sozialen Woche 2013 in die Küstenstadt Mar del Plata eingeladen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Argentinien und die Asociación Civil Estudios Populares (ACEP) begleiten die Konferenz seit Jahren. Schwerpunktthema im diesen Jahr waren Demokratie und Gerechtigkeit die zukünftige Entwicklung Argentiniens.

Eröffnet hat die Soziale Woche Daniel Scioli, der Gouverneur der Provinz Buenos Aires. Demokratie sei für ihn die fundamentalste Errungenschaft in Argentinien. Sie habe einen enormen Stellenwert für ein friedvolles Zusammenleben und fördere Toleranz. Scioli sieht die größten Probleme seines Landes darin, den jungen Menschen Perspektiven zu bieten. Bildung, ausreichend Arbeitsplätze und gesundheitliche Grundversorgung seien für eine stabile Demokratie unerlässlich. Auch der Bekämpfng der aus dem Drogenhandel resultierenden Gewalt und der organisierten Kriminalität komme hier eine große Bedeutung zu.

Monsignore Jorge Lozano, Präsident der Comisión Episcopal de Pastoral Social (CEPAS) und Bischof von Gualeguaychú, einer Stadt im im Südosten der Provinz Entre Ríos, sagte, Ziel der Veranstaltung sei es, aktiv an der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken und diese nicht zu fürchten. Für eine bessere Zukunft müsse man stets kämpfen. Er erinnerte an diejenigen Priester, die an dem Aufbau der Demokratie in Argentinien beteiligt waren, und daran, dass dem Land aufgrund der Ernennung des Papstes Franziskus eine besondere Verantwortung bei der Stärkung demokratischer Werte zukomme.

Der zweite Tag der Veranstaltung war den Problemen der jungen Demokratie Argentiniens gewidmet. Die geladenen Redner waren sich darin einig, dass insbesondere die Qualität der Hochschulbildung zu wünschen übrig lasse. Um diese zu verbessern, müsse man diese einer laufenden Evaluation unterziehen, denn ansonsten würden die Erfolge, die in den lezten 30 Jahren in diesem Bereich zu verbuchen waren, gefährdet. Zudem gingen sie auf die anhaltenden sozioökonomischen Probleme des Landes und die daraus resultierenden Konsquenzen wie Armut, Chancenungleichheit und mangelnde Gesundheitsversorgung ein. Der Abgeordnete des Nationalkongresses Victor de Gennaro bemerkte, dass der Graben zwischen arm und reich in Argentinien sehr groß sei: „Um Armut flächendeckend zu besiegen, müssen wir ausfindig machen, weshalb der Reichtum unseres Landes zu Wenigen zu Gute kommt.“ Um dieser starken Konzentration entgegenzuwirken, sei es notwendig, Demokratie nicht nur in der Politik zu leben, sondern auch im ökonomischen Sinne.

Auf die ersten Vorträge folgten lebhafte Diskussionsrunden. Unter anderem zum Thema Jugend und Familie, Umweltschutz, Zivilgesellschaft und dem zerklüfteten Parteisystem Argentiniens. Die Bedeutung des Glaubens für die argentinische Gesellschaft debattierten die Konferenzteilnehmer im Anschluss.

In einem nachfolgenden Vortrag über die Qualität der Instutution in der argentinischen Demokratie, wurde die Bedeutung der Bildung erneut als Fundament einer funktionierenden Demokratie hervorgehoben. Juan Uturbey, Gouverneur der Provinz Salta, betonte, dass in seiner Provinz überdurchschnittlich in das Bildungswesen investiert werde. Dies hätte sich bereits ausgezahlt, was man an einem Wirtschaftswachstum erkennen könne, das um 1,5 Prozent über dem Argentiniens liege. Er sei davon überzeugt, dass die institutinelle Qualität einer Demokratie durch eine gesunde Wirtschaft mitbestimmt werde und Bildung hierbei eine bedeutende Rolle zu komme.

Dass für eine funktionsfähige Demokratie, die Pressefreiheit und der Zugang zu transparenten Informationen eine große Bedeutung haben, darin waren sich die Experten ebenfalls einig. Der bekannte Journalist Paulino Rodrígues meinte: „Argentinien Presse fehlt es derzeit an qualitativen Debatten.“ Tiefgehende Recherche und ein genauer Blick hinter die Kulissen seien für die Demokratie unerlässlich.

Der Abschluss der Konferenz am 30. Juni war den Menschenrechten und deren Bedeutung für die Demokratie gewidmet. Der Kongressabgeornete Gil Lavedra sagte, man müsse über Demokratie und Menschenrechte im gleichen Zuge sprechen, da man letztere nur in einem demokratischen System vollends realisieren könne. „Wir müssen den Menschenrechten in Argentinien mehr Bedeutung beimessen, gerade vor dem Hintergrund ihrer langjährigen Missachtung durch die Militärjunta.“ Diese müssten wieder Teil der argentinischen Kultur werden, die ebenso durch die Demokratie definiert wird, sagte Lavedra. Um diese grundlegenden Rechte in einer Gesellschaft zu verankern, sei eine aktive Zivilgesellschaft notwendig.

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Olaf Jacob

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