Veranstaltungsberichte

Die Verfassung Boliviens übersetzt in die indigenen Sprachen Aymara, Quechua und Guaraní

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) präsentiert ab März 2018 die Verfassung Boliviens übersetzt in die drei wichtigsten indigenen Sprachen Boliviens erstmals als dreisprachige Ausgabe. Die drei Bände der Verfassung des plurinationalen Staates sind einzeln und als Sammelband im Schuber erhältlich. Mit dieser Ausgabe unterstreicht die KAS ihr Engagement für die demokratische Teilhabe und die politische Bildung aller Bevölkerungsteile Boliviens.

Nachdem 2009 die neue Verfassung Boliviens verabschiedet wurde, wurde aus der "Republik Bolivien" der "Plurinationale Staat Bolivien". Die neue Verfassung bezeichnet die indigenen Kulturen als fundamentale Säulen des Staates. Explizit in die Verfassung mit einbezogen wurden unter anderem Kollektivrechte, die Anerkennung verschiedener indigener Sprachen und Kulturen sowie die Ausweitung der Bürgerrechte.

Die KAS hat die Verfassung des plurinationalen Staates Bolivien in drei Sprachen übersetzt, welche mehr als 80% der indigenen Bevölkerung abdecken. Die Stiftung leistet mit dieser Übersetzung in die drei wichtigsten indigenen Sprachen Aymara, Quechua und Guaraní einen Beitrag für die demokratische Teilhabe, für die politische Bildung und zur Aufwertung der Muttersprachen der indigenen Völker. Die KAS hat seit 2009 die Verfassung des bolivianischen Staates übersetzt, um möglichst vielen Bolivianern den Zugang zu ihrem Grundgesetz zu erleichtern. Denn trotz der offiziellen Anerkennung der indigenen Sprachen, werden die meisten Aktivitäten des Staates nur auf Spanisch dokumentiert.

Weder zu Zeiten der spanischen Kolonie noch zu Zeiten der Republik wurde in Bolivien - einem Land mit einem der höchsten indigenen Bevölkerungsanteile Lateinamerikas - der kulturelle Reichtum der ursprünglichen Sprachen von ofizieller Seite explizit hervorgehoben. In Bolivien sprechen Millionen von Menschen Quechua oder Aymara; laut Verfassung werden 36 Sprachen anerkannt. Indigene Völker und die interkulturelle Demokratie sind heute zentrale Themen der bolivianischen Politik. Es besteht der Anspruch, überliefertes Wissen und Kulturen zu bewahren, die von indigenen Gemeinschaften gepflegt werden.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt in Bolivien seit mehr als 50 Jahren Projekte in Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen und Partnern aus der Zivilgesellschaft. Seit 2005 besteht das Regionalprogramm Politische Partizipation Indigener (PPI), das in ganz Lateinamerika aktiv ist.

2012 übersetzte die KAS die Verfassung auf Quechua. Das Produkt wurde in Zusammenarbeit mit dem Vizeministerium für Regierungskoordination erstellt.

2015 wurde gemeinsam mit dem Vizeministerium für Dekolonisierung die Übersetzung der Verfassung in Aymara in Auftrag gegeben.

Das dritte und letzte Produkt dieses von der KAS durchgeführten Projektes ist die Übersetzung des Verfassungstextes in Guaraní. Diese Arbeit wurde zusammen mit dem plurinationalen Institut für Sprachen und Kulturen in Santa Cruz durchgeführt.

Dank dieser kontinuierlichen Arbeit kann heute die übersetzte Verfassung als dreisprachige Ausgabe präsentiert werden. In Zukunft wird sich die KAS besonders der Verbreitung dieser Übersetzungen widmen. Dafür arbeitet die KAS eng mit dem plurinationalen Wahlorgan und seinen regionalen Büros zusammen.

Ansprechpartner

Dr. Georg Dufner

Dr

Leiter des Auslandsbüros in Bolivien und des Regionalprogramms PPI

georg.dufner@kas.de +591 22 71 26 75

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.