Veranstaltungsberichte

Die Zukunft der arabisch-kurdischen Beziehungen im Nordosten Syriens

von Maha Haddad

KAS, Atlantic Council und Foreign Policy Research organisieren Workshop zu den kurdisch-arabischen Beziehungen im Nordosten Syriens

In Zusammenarbeit mit dem Atlantic Council sowie der Foreign Policy Research organisierte das Syrien/Irak Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) einen zweitägigen Workshop in Erbil, Irak. Es wurden Dialoge zu den Themen Regierungsführung, der politischen Aussöhnung, der Rolle externer Akteure sowie der Zukunft des kurdisch kontrollierten Nordsyriens geführt.
Atlantic Council, Foreign Policy Research and KAS diskutieren über die arabisch-kurdischen Beziehungen im Nordosten Syriens
Atlantic Council, Foreign Policy Research and KAS diskutieren die arabisch-kurdischen Beziehungen im Nordosten Syriens

Die Vereinigten Staaten befinden sich weiterhin im Krieg gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) im Nordosten Syriens, weshalb die militärischen Bemühungen der Internationalen Allianz von den syrischen demokratischen Kräften (SDF), einer Dachorganisation arabischer und kurdischer Milizen, abhängig sind. Die wichtigste Miliz der SDF ist die Volksverteidigungseinheit der kurdischen Völker, die YPG. Die YPG ist der syrische Zweig der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), die seit mehr als drei Jahrzehnten im Südosten der Türkei kämpft, zunächst für die kurdische Unabhängigkeit und dann für eine dezentrale Regierung. Sowohl die arabisch-kurdischen Beziehungen wie auch das Management lokaler Dienstleistungen sind entscheidend für die Stabilisierungsmaßnahmen, welche zur Bekämpfung eines möglichen Wiederauflebens des IS erforderlich sind.

Die Aufrechterhaltung der politischen Ordnung und Stabilität im Nordosten Syriens ist in erster Linie eine humanitäre Notwendigkeit, um das lokale Leid zu lindern. Generell werden die lokalen Bemühungen Auswirkungen auf die globalen Interessen haben, wie zum Beispiel die Migration von Menschen aus Syrien oder die Umsiedlung von Binnenflüchtlingen. Dies könnte auch in umfassendere politische Verhandlungen einbezogen werden und eine Rolle darin spielen, wie lokale Regierungsstrukturen in eine syrische Nachkriegsordnung integriert werden können. Um von den militärischen Errungenschaften der Internationalen Allianz zu profitieren, müssen amerikanische, arabische und europäische Politiker den aktuellen Stand der arabisch-kurdischen Beziehungen innerhalb der SDF wie auch zwischen SDF und Assad-Regime besser verstehen. Das Thema ist für die internationale Gemeinschaft von großer Bedeutung: Die territoriale Niederlage des Islamischen Staates kann zu einem von IS-Anhängern geführten Aufstand führen, der auf ethnische Missstände setzt, um somit Unterstützung von der lokalen Bevölkerung zu erhalten. Um dieser Bedrohung entgegenzuwirken, hat die Internationale Gemeinschaft ein Interesse daran, die regionale Dynamik im Nordosten Syriens zu verstehen.

Der Workshop gliederte sich in fünf Sitzungen. In der ersten Sitzung wurde die künftige Rolle externer Akteure im Nahen Osten im Allgemeinen und in Syrien im Besonderen besprochen. Insbesondere Russland, die Vereinigten Staaten, die Globale Koalition zur Bekämpfung des IS und die Rolle der Türkei im Nordosten Syriens wurden diskutiert. Das zweite Panel diskutierte die Bemühungen, Erfolge und die wichtigsten Herausforderungen, die sich aus dem Zusammenwirken der Syrischen Demokratischen Kräfte ergeben, die mit zivilen Einheiten innerhalb der Autonomen Regierung von Nord- und Ostsyrien zusammenarbeiten. Das dritte Panel vertiefte den Schwerpunkt auf die sicherheitspolitischen und allgemein politischen Herausforderungen, mit denen sich die SDF aufgrund der Unsicherheit über die zukünftige Rolle der Vereinigten Staaten auseinandersetzen müssen. Im vierten Panel wurde das Potenzial für politische Versöhnung und Forderungen verschiedener Akteure im Nordosten im Rahmen einer Friedensregelung besprochen. Welche Rolle dabei externe Akteure einnehmen können und ob ein gemeinsamer Ansatz angesichts der unterschiedlichen Ambitionen der einzelnen am Konflikt beteiligten Länder möglich ist, wurde im letzten Panel in den Fokus gerückt.

Ziel dieses Workshops war es, zu einem besseren Verständnis der intraethnischen und politischen Dynamik in dieser komplexen Region Syriens zu gelangen, relevante Akteure in einen Dialog einzubinden und über die Erfahrungen mit der gegenwärtigen Regierung zu berichten. Das Projekt liefert politische Empfehlungen für internationale Akteure, die an Stabilisierungsbemühungen beteiligt sind. Intraethnische Konflikte sollen dabei minimiert, die Lebensqualität verbessert und das Wiederauftreten radikaler Akteure verhindert werden.

Ansprechpartner

Maha Haddad

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Projektkoordinatorin

Maha.haddad@kas.de +961 (0) 1388 061/062 +961 (0) 1388 064

Bereitgestellt von

Auslandsbüro Syrien/Irak

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.