Veranstaltungsberichte

Eine unabgeschlossene Vergangenheit!

von Moritz Reher , Christoph Bors
Schüler aus NRW besuchten mit uns Krakau und Auschwitz
Am 27.01.2016 jährte sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz bereits zum 71. Mal. Gemeinsam mit unseren Kollegen vom Regionalbüro Rheinland organisierten wir rund um den 27. Januar Gedenkstättenfahrten für 4 verschiedene NRW-Schulen.

Moritz Reher, unser FSJler, berichtet von seinen Erfahrungen mit dem Comenius-Gymnasium aus Datteln:

Insgesamt 5 Tage dauerte die Gedenkstättenfahrt des Geschichts-Leistungskurses. Nach der Anreise per Flugzeug bestanden die Schwerpunkte der Fahrt hauptsächlich aus den Besuchen der Gedenkstätten Auschwitz und Auschwitz-Birkenau sowie dem Kennenlernen des jüdischen Lebens in Krakau.

Ein Überlebender berichtet

Unmittelbar nach einem ersten kleinen Stadtrundgang stand ein Zeitzeugengespräch mit einem 92-jährigen Auschwitzüberlebenden an. Er nahm sich sehr viel Zeit, den Schülern seine persönliche Geschichte zu erzählen und beantwortete am Ende gerne die Fragen der Schüler.

Auschwitz: Am Ort des unaussprechlichen Grauens

Am zweiten Tag fuhr die Schülergruppe mit dem Bus von Krakau nach Oświęci, der Stadt, bei der sich das Stammlager von Auschwitz befindet. In Form einer Führung wurden die Schüler durch die Dauerausstellung und die Baracken des Lagers geführt.

Den zweiten Programmpunkt des Tages bildete ein Workshop, der das Schicksal Kinder und Jugendlichen in Auschwitz thematisierte. Die Schüler konnten in Quellen und Dokumenten vom Konzentrationslager persönliche Recherchen anstellen und dadurch viel zum Schicksal der ca. 200.000 Kinder und Jugendlichen im Konzentrationslager Auschwitz erfahren.

Zum Abschluss des Tages stand abends ein traditionelles polnisches Essen in einem Krakauer Restaurant an.

Auschwitz – Birkenau

Am folgenden Tag ging es wieder Richtung Oświęci. Nicht weit entfernt vom "Stammlager" Auschwitz befindet sich das noch größere Gelände des "Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau". Dort wurde thematisch am Vortag angeschlossen. Über gut vier Stunden wurden die Schüler über das weitläufige Gelände, in den übergebliebenen Baracken und an den Ruinen vorbeigeführt.

Am Abend gab es in einem jüdischen Restaurant dann ein gemeinsames Abendessen, welches selbstverständlich traditionell Koscher zubereitet wurde.

Das Jüdische Leben in Krakau

Am letzten Tag beschäftigte sich der Geschichts-LK aus Datteln mit dem Jüdischen Leben in Krakau aus der Perspektive der Vergangenheit und der heutigen Zeit.

Ein zweisprachiger Guide führte die Schüler an allen wichtigen und bedeutungsvollen Orten des jüdischen Lebens vorbei. Station wurde unter anderem am ehemaligen jüdischen Ghetto gemacht, wo noch die letzten Überreste der Mauer des Ghettos zu besichtigen sind sowie an der Schindler-Fabrik. Die Schindler-Fabrik ist heute ein Geschichtsmuseum welches ebenfalls von den Schülern besucht wurde. Die Führung endete im jüdischen Stadtviertel Kazimierz, wo heute jüdisches Leben mit vielen jüdischen Restaurants und Synagogen Ausdruck findet.

Die fünf Tage hinterließen bei den Schülerinnen und Schülern tiefe Eindrücke eines dunklen Kapitels der deutschen Geschichte, das weder verschwiegen noch jemals vergessen werden darf.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.