Veranstaltungsberichte

VI. Internationales Treffen Politische Kommunikation: Wie kann man Likes in Wählerstimmern verwandeln

Am Donnerstag, dem 18. Oktober fand im Hotel Dann Carlton in Medellín das VI. Internationale Treffen Politische Kommunikation zum Thema „Cómo convertir Likes en Votos” (etwa Wie kann man Likes in Wählerstimmen verwandeln).
ENCUENTRO INTERNACIONAL DE ESTRATEGIA POLÍTICA KAS Colombia
ENCUENTRO INTERNACIONAL DE ESTRATEGIA POLÍTICA

Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit dem Ko-Partner „Politisches Analyse- und Schulungszentrum“ CAEP und den Universitäten Cooperativa und Pontificia Bolivariana, dem Fernsehsender TeleAntioquia und dem Online-Portal Minuto 30 organisiert. Als Referenten nahmen kolumbianische und internationale Experten im Thema “Digitaler Wahlkampf” aus Spanien, Argentinien und Costa Rica teil.

Der Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kolumbien, Dr. Hubert Gehring hob in seinen Eröffnungsworten die Vorteile und Gefahren politischer Kampagnen in den Sozialen Netzwerken hervor. Der Direktor und Gründer des CAEP, Carlos Andrés Pérez, bedankte sich bei der KAS für die kontinuierliche Förderung solcher Treffen und betonte die Notwendigkeit, “schmutzige” Kampagnen zu bekämpfen, vor allem im Hinblick auf die Lokalwahlen in 2019. Ziel war es, die Wahlkämpfe in der digitalen Ära aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. 

Der Wahlkampfleiter des argentinischen Präsidenten Mauricio Macri, Guillermo Riera, äusserte die Ansicht, dass die Politiker heutzutage zum ersten Mal die absolute Kontrolle über ihre Kommunikation mit der Bevölkerung haben. Während im 20. Jahrhundert noch Vermittler zwischengeschaltet werden mussten, gebe es heute durch die Sozialen Netzwerke einen direkten Kontakt mit dem Wähler und dieser könne auch  unmittelbar mit Kommentaren reagieren. Das gebe dem Publikum das Gefühl mitbestimmen zu können. Medien wie Fernsehen oder Druckpresse seien in den Hintergrund getreten, so dass die Sozialen Netzwerke einen wirklichen kulturellen Wandel herbeigeführt haben; die Politik müsse sich dieser neuen Situation anpassen. Daher nütze das beste digitale Team der Welt nichts, wenn man nicht über einer entsprechende Strategie verfüge.  Die neuen digitalen Kampagnen müssten viel präziser und auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet sein. Vor allem die traditionellen Parteien müssten sich aktualisieren, um sowohl ihre althergebrachte Wählerschaft als auch Jungwähler in den Sozialen Netzwerken anzusprechen.

Der spanische Experte, Carlos Gutiérrez, der auch im Wahlkampf von Mariano Rajoy gearbeitet hat, hob hervor wie wichtig eine präzise Planung sowie Ordnung und Disziplin bei der Durchführung von Wahlkampagnen seien. Im Rahmen einer „Digitalen Politischen Intelligenz“ gelte oft der Grundsatz „Weniger ist mehr“ und es müsse vor allem eine visuelle Kontaminierung vermieden werden, um die Aufmerksamkeit des Publikums aufrecht zu erhalten. Da die Inhalte in den Sozialen Netzwerken nur kurzlebig seien, müssten sie ständig aktualisiert werden. 

Der Nachmittag begann mit der Präsentation des Wahlkampfexperten aus Costa Rica, Victor Rojas; er sprach über den effizienten Einsatz von Daten in einer Wahlkampagne. 

Am anschließenden Panel nahmen der Professor der Universidad Pontificia Bolivariana, Carlos Betancur Gálvez und der Direktor von “Estratégik Consultores”, Juan Sebastian Delgado teil. Thema waren „Die Herausforderungen für die digitale Politik in Kolumbien“. Das Panel wurde moderiert vom Direktor für Politische Angelegenheiten der Universidad Cooperativa de Colombia UCC, Juan Carlos Velásquez. Dabei ging man vor allem auf die extremen Veränderungen in der Führung politischer Kampagnen seit dem Aufkommen der Smartphones in 2005 ein.

Zum Abschluss dankte der Direktor des CAEP, Carlos Andrés Pérez, den Anwesenden für ihr Interesse.    

Über diese Reihe

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