Veranstaltungsberichte

Fortbildungskurs in Sozialer Marktwirtschaft für Journalisten

von Magdalena Jetschgo-Morcillo
Vom 3. bis 4. Oktober 2014 fand das dritte Seminar im Rahmen eines Fortbildungskurses zum Thema Wirtschaft für Journalisten statt, der von der Universidad Popular Autónoma del Estado de Puebla (UPAEP) und der KAS Mexiko ausgerichtet wird. An sechs aufeinanderfolgenden Wochenenden werden Journalisten regionaler und nationaler Kommunikationsmedien die Grundlagen der Volkswirtschaftslehre mit Fokus auf dem Konzept der Sozialen Marktwirtschaft beigebracht.

Der Fortbildungskurs in Sozialer Marktwirtschaft für Journalisten hat zum Ziel, einen Raum für Reflexion und Austausch zwischen Experten und Journalisten regionaler und nationaler Kommunikationsmedien zu schaffen. Im Rahmen der sechs Seminare werden den Teilnehmern Wirtschaftskonzepte vorgestellt und Werkzeuge an die Hand gegeben, um die wirtschaftliche Realität besser analysieren und verstehen zu können, ausgehend vom Konzept der Sozialen Marktwirtschaft. Experten aus dem wirtschaftlichen, akademischen und unternehmerischen Umfeld präsentieren eine Vielzahl an Themen und bieten den Teilnehmern die Möglichkeit, Fragen zum wirtschaftlichen Kontext zu stellen und zu diskutieren.

Zum Auftakt des dritten Seminars im Rahmen des Fortbildungskurses war Dr. Marcelo Fernando Resico, Leiter des Doktorandenprogramms im Fach Wirtschaft der Katholischen Universität Argentiniens (UCA), von der UPAEP und KAS Mexiko eingeladen worden. Im Rahmen des Moduls „Leitlinien der Sozialen Marktwirtschaft“ stellte er den Kursteilnehmern die Hauptprinzipien dieses wirtschaftlichen Modells und seine wirtschaftliche Umsetzung vor. Anhand anschaulicher Beispiele erklärte er die Phasen des Wirtschaftszyklus im Allgemeinen und stellte den Unterschied zwischen zyklischen und antizyklischen wirtschaftspolitischen Maßnahmen heraus. Mit Bezug auf die wirtschaftliche Realität nannte er konkrete Beispiele konjunktureller Krisen, wie die Weltwirtschaftskrise 1930, die Dotcom-Blase im Jahre 2000 oder die Hypothekenkrise 2007 und ihre Auswirkungen auf die Finanzwelt in den darauffolgenden Jahren. Die Journalisten zeigten großes Interesse an den behandelten Themen und nutzen die Gelegenheit mit einem Experten zu sprechen. So stellten sie Fragen zu den konkreten Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft oder zu wirtschaftspolitischen Reformen der Regierungen Lateinamerikas und der Welt.

Den zweiten Tag des Seminars eröffnete Dr. Resico mit dem Thema Soziale Marktwirtschaft. Um den Teilnehmern das Thema näher zu bringen, stellte er zunächst verschiedene Wirtschaftsmodelle wie den Neoliberalismus oder den „Staatskapitalismus“ vor. Deren Grundpfeiler verglich er daraufhin mit den Prinzipien, die der Sozialen Marktwirtschaft zugrunde liegen. Er betonte, dass die Soziale Marktwirtschaft auf freiem Wirtschaften in einem institutionellen Rahmen unter gesellschaftlich gerechten Bedingungen beruht. Weiterhin nahm er die Teilnehmer auf „einen Ausflug in die Geschichte“ mit und stellte ihnen die Gründer des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft, unter ihnen Konrad Adenauer, Ludwig Erhard oder Alfred Müller-Armack, vor.

Das folgende Modul trug den Titel „Unternehmerisches Handeln als Wertschöpfung“. Ziel des Modells war es, die Rolle großer Konzerne für die Wirtschaft zu erklären sowie ihre Bedeutung für die Entwicklung von innovativen Produkten, Dienstleistungen, Technologien und Prozessen. Außerdem sollte die Rolle der KMUs und Unternehmer in diesem Prozess analysiert werden. Geladener Experte im Rahmen dieses Moduls war Ing. Carlos Albicker Albicker, Generaldirektor des international tätigen Wasseraufbereitungsunternehmens Ozono Polaris. In seinem Vortrag mit dem Titel „Unternehmensführung mit Prinzipien“ hob er hervor, dass der wichtigste Faktor eines jeden Unternehmens die Mitarbeiter sind, und dass aus diesem Grund die humanistische Unternehmensführung verantwortliches und vorbildliches Handeln von Seiten der Unternehmen verlangt. Weiterhin betonte er, dass Exzellenz keine Eigenschaft an sich sondern die Konsequenz guten Handelns ist, und Unternehmen aus diesem Grund auf der Basis nachhaltiger und guter Werte und Prinzipien agieren müssten. Angesichts seines großen Erfahrungsschatzes als Unternehmer griff Albicker während seines Vortrages mehrmals auf seine eigene berufliche Erfahrung zurück, um den Teilnehmern bewährte Praktiken guter Unternehmensführung im wirtschaftlichen Kontext zu verdeutlichen.

In seinem zweiten Vortrag widmete Albicker sich dem Thema Nachhaltigkeit. Der Klimawandel und die Herausforderungen des Umweltschutzes hätten die Menschheit in eine „Krise der Zivilisation“ gestürzt. Mit Hilfe einer Titanic-Metapher stellte er die Reise der Menschheit durch Raum und Zeit dar: wir sind unterteilt in soziale Schichten, streben nach Fortschritt und Reichtum, prallen aber immer wieder mit der harschen Realität zusammen. Aus diesem Grund betonte er die Notwendigkeit, unsere Einstellung zu ändern und uns anzustrengen, mehr Nachhaltigkeit in allen Sektoren zu schaffen, ganz besonders jedoch im Unternehmenssektor.

Der Fortbildungskurs in Sozialer Marktwirschaft wird an den nächsten drei Wochenenden im Oktober fortgeführt.

Verfasserin: Judith Radtke, Praktikantin

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Magdalena Jetschgo-Morcillo

Magdalena  Jetschgo-Morcillo bild

Referentin Afrika im Team Inlandsprogramme

magdalena.jetschgo@kas.de +49 30 26996-3796 +49 30 26996-53796

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