Veranstaltungsberichte

Globaler Klimawandel - Fakt oder Fiktion

von Bastian Köhler
Climate Change - Is it real?
Am Montag den 13. Februar 2012 organisiertedie Konrad Adenauer Stiftung (KAS)gemeinsam mit der namibischen Industrieund Handelskammer (NCCI) eine öffentlicheVeranstaltung zum Thema “Der GlobaleKlimawandel und seine Einflüsse aufdie namibische Wirtschaft und Gesellschaft“.Hauptthema der Veranstaltungwar die Fragestellung „Ist der Klimawandelecht oder bloß eine Fiktion?“.

Eingeladen

waren Parlamentsabgeordnete, Umweltaktivisten

und Vertreter der Wirtschaft.

Die Veranstaltung beinhaltete 3

verschiedene Präsentationen und das

Publikum war am Ende dazu angehalten,

eine öffentliche Diskussion zu führen sowie

mit den Rednern und anderen Anwesenden

in den Dialog zu treten.

Die Auswirkungen der globalen Erwärmung

auf die namibische Wirtschaft sind enorm

und kosten die Regierung schon heute Milliarden.

Dennoch wohnen den sich ändernden

klimatischen Bedingungen auch Chancen

und Potentiale inne, welche für ökonomisches

Wachstum, Entwicklung und wirtschaftliche

Stabilität stehen können.

Im kommenden Jahrzehnt wird die namibische

Regierung dazu gezwungen sein, ein

anpassungsfähiges und effektives System

zu entwickeln, dass es ermöglicht dem Klimawandel

und seinen einhergehenden Veränderungen

in angemessener Art und Weise

entgegenzutreten.

Eine Basis in Form von Gesetzen und Interventionsstrategien

wurde in den vergangenen

Jahren bereits geschaffen. Nun ist es

jedoch an der Zeit, sich für den Klimawandel

vorzubereiten und die bereits vorformulierten

Ideen und Strategien in die Tat umzusetzen.

Des Weiteren sollten die ökonomischen

Einflüsse die im Zusammenhang

mit dem Klimawandel stehen analysiert

werden und es sollten mögliche Lösungen

diskutiert werden, von denen das Land vielleicht

sogar profitieren kann.

Die erste Rednerin des Tages war Finanzministerin

Saara Kuugongelwa-Amadhila. Sie

sprach über Kosten die bereits durch extreme

Wetterbedingungen und Fluten entstanden

sind. So habe die namibische Regierung

im vergangenen Jahr bereits 500 Millionen

Dollar ausgegeben um durch Fluten und

Wetterbedingte Katastrophen zerstörte

Strassen, Brücken zu reparieren und in

Stand zu halten. Außerdem seien bereits im

letzten Jahr große Beträge abgestellt worden

um Geld für Reparaturarbeiten in der

nächsten Regenperiode zur Verfügung zu

haben. Kuugongelwa-Amadhila erwähnte

außerdem das mehrer Milliarden Dollar nötig

seien um, mit den negativen Auswirkungen

und Konsequenzen des Klimawandels in

Notsituationen entsprechend umgehen zu

können.

Sie sprach von beispielsweise 2 Milliarden

Dollar um nur die Oshakati Region vor Fluten

beschützen zu können. Die Wassersituation

sei Kuugongelwa-Amadhila nach die

größte Hürde die Namibia in den kommenden Jahren zu überwinden habe und von

daher Bedarf die Wassersituation besonderer

Beachtung. Am Ende ihrer Rede erwähnte

die Ministerin noch die „Nationale Strategie

für den Klimawandel in Namibia“ welche

bereits 2011 formuliert wurde und forderte

die Umsetzung dieser Strategien indem sie

die besondere Dringlichkeit der Anpassung

an die sich verändernde Umweltsituation

erwähnte. Außerdem ermutigte sie speziell

die im Publikum sitzenden Unternehmer, in

Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie

erneuerbare Energien und neue Technologien

zu investieren.

Die zweite Rednerin der Veranstaltung war

Frau Dr. Juliane Zeidler von der IECN. Zeidler

erklärte während ihrer Präsentation,

dass die südliche Hemisphäre deutlich trockener

und wärmer werde und hier im speziellen

Namibia große Veränderungen zu

erwarten haben wird. Sie griff die Argumentation

Kuugongelwa-Amadhilas auf und erwähnte,

wie viel Geld nötig sei um alleine

die Landwirtschaft auf den Klimawandel

vorzubereiten. Sie sprach hier von mehr als

20 Milliarden Dollar um nur diesen einen

Wirtschaftssektor angemessen vorbereiten

zu können.

Wirtschaftliche Einschnitte werde es in so

ziemlich jedem Wirtschaftssektor geben,

hier jedoch im speziellen in der Fischerei,

der Landwirtschaft, dem Tourismus und im

Handel. Besonders diese Sektoren könnten

Zeuge eines Zusammenbruchs von mehr als

50% ihrer Teilhabe am Bruttoinlandsprodukt

(BIP) werden. In ihrer Präsentation

behandelte sie die Frage, ob man Präventivmaßnahmen

durchführen sollte oder

nicht. Sie kam zu dem Schluss, dass entsprechende

Maßnahmen in jedem Fall sinnvoll

seien, und ein Land, seine Bevölkerung

und auch die Wirtschaft ein gutes Stück krisensicherer

machen werde.

Der letzte Redner des Tages war Harald

Schütt von der Amusha consultancy, ein

Experte auf dem Gebiet erneuerbarer Energien

und alternativer Energie Strategien. Er

konzentrierte sich im Wesentlichen auf die

Möglichkeiten und Chancen die sich durch

die Nutzung von Solar Energie in Namibia

ergeben könnten. Hierzu beschrieb er ein

System, welches überall in Namibia implementiert

werden könne. Zu diesem System

gehören Solaranlagen, ein Energiespeichernder

Generator und ein unendlich erweiterbares

Versorgungssystem. Wie Schütt

erklärte, könne dieses neuartige System,

welches schon vielfach getestet wurde problemlos

genutzt werden, um Dörfer und kleine

Orte aber auch Städte und Metropolen

mit Energie zu versorgen. Das System sei

einfach zu unterhalten und höchst effektiv,

so Schütt. Das einzige Problem sei, dass

Menschen bereit sein müssten in ein Projekt

zu investieren, das sich erst nach 5 bis 15

Jahren amortisiere. Diese Tatsache führe

dazu, dass weniger Menschen bereit seien

zu investieren. An dieser Stelle müsste also

die Regierung einspringen und Subventionen

für Projekte im Bereich erneuerbarer

Energien anbieten und somit einen Schritt

in eine gesunde und wirtschaftlich stabile

Zukunft zu gehen. Wirtschaftlich könne Namibia

enorm wachsen, würde man dieses

System auf nationaler Ebene einführen.

Namibia könnte der größte Energie Lieferant

des südlichen Afrikas werden und wäre nicht

länger abhängig von Energie as Südafrika

oder Botswana.

Zusammenfassend erklärte Herr Schütt,

dass Namibia eines der Länder mit der

größten Sonneneinstrahlung der Erde sei

und somit gegenüber anderen Staaten

durch den Klimawandel nicht nur verlieren

sondern auch stark profitieren könne, indem

es die Möglichkeit nutzt saubere und erneuerbare

Energie effektiv, effizient und nachhaltig

zu produzieren.

Das Ende der Veranstaltung bestand daraus

das sich Menschen aus dem Publikum äußern

durften und eine öffentliche Diskussion

stattfand. Einige Parlamentsabgeordnete ergriffen die Situation um auch ihre Meinung

und Eindrücke zu diesem Thema

preiszugeben. So sprach beispielsweise Ben

Amathila, der Vorsitzende des Parlamentsausschusses

für Wirtschaft, Natürliche

Ressourcen und öffentliche Verwaltung

über die Möglichkeit der Nutzung von entsalztem

Meerwasser für die Bewässerung

von Agrarprodukten. Weiterführend erwähnte

er, dass kleine Dörfer und Städte sich

selber über Solarenergie versorgen sollten

und nicht länger nur Energie kaufen sollten.

Ein weiterer Abgeordneter, der das Wort

ergriff war Moses Amweelo, er erwähnte die

Abholzung der Wälder und die damit verbundenen

negativen Effekte wie auch das

vernichten von Buschland um Platz für andere

Industriezweige zu schaffen.

Alles in Allem war die Veranstaltung ein Erfolg.

Sie regte alle Teilnehmer dazu an, sich

Gedanken über die Zukunft des Landes zu

machen. Aus diesem Grund sollten derartige

Veranstaltungen zukünftig häufiger und regelmäßig

durchgeführt werden, um die

Menschen zu informieren und vielleicht die

eine oder andere Lösung für bestimmte

Probleme zu finden.

Ansprechpartner

Thomas W. Keller

Thomas W

Leiter des Auslandsbüros Namibia

thomas.keller@kas.de +264 61 225-568 +264 61 225-678

Über diese Reihe

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