Veranstaltungsberichte

Ich bin gesellschaftlich engagiert fand statt in Kiew

von Iuliia Skok
Das Seminar brachte 24 regionale Zivilaktivisten aus der Ukraine und 6 Zivilaktivisten aus der Republik Armenien zusammen. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der NGO „Ukraine student association“ ausgetragen.

Eine Schule Europäischer Studien in Charkiw, Aufbau einer Plattform des Dialoges zwischen der Ukraine und der Republik Armenien, ein Workshop zu Präsentationsfähigkeiten an Universitäten, Kulturprojekt und Organisation von Festivals, Entwicklung eines Inklusionsprojekts, Rundtischgespräche zu Problemen der Unterbringung von Jugendlichen – dies sind nur einige Ideen, die zu nennen sind, und die nun nach Beendigung des Seminars „ I am a civil activist“, welches vom 15.-17. Februar in Kiew stattfand, zu verwirklichen sind. Das Seminar brachte 24 regionale Zivilaktivisten aus der Ukraine und sechs Zivilaktivisten aus der Republik Armenien zusammen. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der NGO „Ukraine student association“ ausgetragen.

Das Projekt wurde im Rahmen des Programms „Östliche Partnerschaft“ durch die Konrad Adenauer-Stiftung in der Ukraine durchgeführt; Ziel war der Austausch bewährter Praktiken zwischen zivilen Aktivisten der Ukraine und Armenien.

In diesem Jahr lag der Schwerpunkt des fast dreitägigen Programmes auf Kommunikationsfähigkeiten, Projektmanagement, der Zusammenarbeit von Bürgeraktivisten mit staatlichen Institutionen, Jugendpolitik etc.

Die Leiterin des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kiew, Frau Gabriele Baumann, betonte in ihrer Rede den bedeutenden Beitrag der ukrainischen Zivilgesellschaft zur Reformumsetzung in den letzten fünf Jahren.

Für Tigran Sairanian, den armenischen Botschafter in der Ukraine, war die Teilnahme an der Veranstaltung der erste offizielle öffentliche Auftritt in dieser Position in der Ukraine. Er berichtete über die effektive Arbeit der armenischen Zivilgesellschaft bei der Entwicklung von Antikorruptions- und Justizreformen, die jetzt gerade im Land stattfinden würden.

Zusammen mit Roman Sinchenko, Kommunikationsexperte und Koordinator des Energieinnovationsnetzwerks, erlernten die Teilnehmer die Kunst des öffentlichen Redens und wie man seine Ängste davor verliert. Der Leiter der NGO "The Ideas Office" in Lviv, Mykhailo Yavorsky, sprach über die effektive Zusammenarbeit zwischen der Zivilgesellschaft und den lokalen Behörden sowie über die Formen und Mechanismen dieser Zusammenarbeit.

Liudmyla Samchuk, Expertin für Projektmanagement, erklärte den Teilnehmern wie sie einen Projektvorschlag verfassen, wie sie Spenden sammeln und Geberorganisationen über die Projektdurchführung berichten können.

Die Gruppe besuchte auch die Organisation „The Reanimation Package of Reforms“ (RPR), eine Dachorganisation der ukrainischen Zivilgesellschaft; dort führten die Teilnehmer ein Gespräch mit dem regionalen Koordinator Ivan Omelian und dem Manager für internationale Beziehungen Georgii Bushuev.

Die Vertreter der RPR sprachen über die Struktur ihrer Organisation und die wichtigsten Mechanismen bei der Arbeit mit Journalisten, internationalen Organisationen und Abgeordneten des ukrainischen Parlaments. Am letzten Veranstaltungstag hatten die Zivilaktivisten darüber hinaus die Gelegenheit, die nationale Abgeordnete Olena Sotnyk zu treffen, die derzeit für die Jugendabteilung der politischen Partei "Samopomich" verantwortlich ist. Frau Sotnyk betonte, dass das Hauptziel ihrer Arbeit die staatsbürgerliche Erziehung junger Menschen sei.

Die Jugendabteilung von Samopomich führte außerdem eine Umfrage durch, laut derer die Hauptprobleme junger Menschen in der Ukraine die Themen Arbeit, Gehalt, Unterkunft, Migration und Bildung umfassen. Aus diesem Grund versuche die Jugendabteilung junge Menschen mit eben diesen Themen anzusprechen, die sich als Hauptprobleme in der Studie herausstellten.  

Die separate Podiumsdiskussion befasste sich mit der Situation der Zivilgesellschaft in der Republik Armenien. Die Vertreter Armeniens sprachen über die allgemeine politische Situation nach der armenischen Revolution im Jahre 2018, die Massenmedien und wie die Zivilgesellschaft bei diesen Themen involviert ist. Laut einer USAID-Studie aus dem Jahr 2015 kann die armenische Zivilgesellschaft als Mischung aus Erfolg und Misserfolg charakterisiert werden. 54% der Bürger Armeniens glauben, dass die Zivilgesellschaft in Armenien keinen Einfluss hat. Im Gegensatz zur Ukraine genießt die armenische Zivilgesellschaft zudem nur ein geringes Vertrauen.

Die Hauptstärken der armenischen Zivilgesellschaft sind jedoch ein gutes Verständnis der wichtigsten politischen Probleme, die Unterstützung durch die armenische Diaspora und die Arbeit mit sozialen Netzwerken.

Während der Feedback-Sitzung beschlossen die Teilnehmer sich am Aufbau einer zivilgesellschaftlichen Plattform „Ukraine-Armenien“ zu beteiligen.  

Ansprechpartner

Gabriele Baumann

Gabriele Baumann KAS

Leiterin des Projekts Nordische Länder

gabriele.baumann@kas.de
Ansprechpartner

Iuliia Skok

Iuliia  Skok bild

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektassistentin (Kiew)

Iuliia.Skok@kas.de +380 44 4927443 +380 44 4927443

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