Veranstaltungsberichte

Buchvorstellung “Die venezolanische Krise: Auswirkungen und Herausforderungen“

Am 20. Mai stellte die Konrad-Adenauer-Stiftung zusammen mit der Escuela Superior de Administración Pública (ESAP) die Publikation zum Thema „Die venezolanische Krise: Auswirkungen und Herausforderungen“ vor. Drei Koautoren der Veröffentlichung begleiteten die Veranstaltung und bereicherten sie durch ihre eigenen Perspektiven und Analysen bezüglich der Situation Venezuelas.

Zum Auftakt des Events hielten der Repräsentant des Auslandsbüros der KAS in Kolumbien, Dr. Hubert Gehring und die Dekanin für den Bereich Aufbaustudiengänge und stellvertretende Rektorin der ESAP, Diana Bustamante, je eine kurze Begrüßungsrede. In diesem Rahmen betonte Dr. Gehring, dass das Sachbuch einen wichtigen Beitrag zur Rolle Kolumbiens in der venezolanischen Krise darstelle. Dies sei insofern relevant, als Kolumbien zum einen ein Nachbarland Venezuelas und zum anderen primäres Aufnahmeland venezolanischer Migranten ist. Außerdem sei die Publikation auch von hohem wissenschaftlichen Wert, da mehrere nationale und internationale Experten aus verschiedenen Fachbereichen daran mitgearbeitet haben. Es müsse nach ganzheitlichen Lösungen gesucht werden, die sich nicht nur auf die Migranten fokussieren, sondern in die auch der Großteil der Bevölkerung miteinbezogen werde, der sich nach wie vor in Venezuela befinde. Diana Bustamante erklärte, es sei Teil der Mission der ESAP durch Projekte wie die Veröffentlichung des Sachbuches staatliche Institutionen zu stärken, den Wissenstand zu erweitern und die Kenntnisse über regionale Charakteristika und Probleme auszubauen.

Anschließend stellte der akademische Koordinator und Koautor des Sachbuches, Dr. Eduardo Pastrana Buelvas einige zentrale Inhalte der Veröffentlichung vor. Er betonte, dass sich Venezuela inmitten von geostrategischen Auseinandersetzungen befinde, in die unter anderem Russland, China und die USA integriert seien. Dementsprechend seien die Interessen eben dieser Länder entscheidend, wenn es zu Verhandlungen zwischen der Opposition und der Regierung Maduro käme. Ein solches Verhandlungsszenario sei sehr komplex und werde auch weiterhin bestehen bleiben, solange Machtinteressen einflussreicher Akteure, bzw. Länder existieren. 

Es folgte eine Analyse der drei Koautoren über die Situation Venezuelas. Zuerst richtete sich die Vizedirektorin der Universidad Militar Nueva Granda, Olga Lucia Illera, an das Publikum. Ihrer Meinung nach leifere die Publikation nicht nur Antworten, sondern werfe auch viele Fragen auf. Im Rahmen der Veröffentlichung würden sowohl die Interessen externer Akteure als auch mögliche Szenarien für einen politischen Wandel umrissen.   

Diana Bustamante gab anschließend einen Einblick in die Ergebnisse ihrer Studie über NGOs (Nichtregierungsorganisationen) und sozialen Bewegungen in Venezuela. Anfänglich hätten diese Gruppierungen die Politik des Sozialismus des 21. Jahrhunderts geschätzt und unterstützt; doch spätestens seit dem Sinken der Ölpreise und dem Tod von Hugo Chávez sei ein Wandel eingetreten und die Organisationen hätten eine wichtige Rolle in der Beobachtung, Evaluierung und Berichterstattung der Krise überommen. Die Förderung internationaler Allianzen sei unabdingbar für die Arbeit der NGO´s auf lokaler Ebene und könne deren Einfluss stärken.

Die Veranstaltung endete mit einem Redebeitrag von Ronal Rodríguez, der an der Universidad del Rosario lehrt und als Forscher im Observatorio de Venezuela („Beobachtungsstelle Venezuela“) tätig ist. Herr Rodriguez betonte, dass die Kontrolle und Registrierung von Migranten nach wie vor unerlässliche Faktoren für eine sichere und geregelte Einwanderung seien. Viele venezolanische Migranten verfügten über kein gültiges Ausweisdokument. Bereits ca. 3,7 Millionen Venezolaner hätten ihr Land verlassen und viele Konsulate im Ausland seien geschlossen worden. Sollten jedoch in Venezuela demokratische Wahlen abgehalten werden, sei es unabdingbar die Situation der fehlenden Ausweispapiere und der Registrierung zu klären und die Partizipation an den Wahlen für venezolanische Migranten zu ermöglichen. Denn sonst könne ein großer Teil der Bevölkerung sein Stimmrecht nicht wahrnehmen. Weiterhin sollten Übergangsdokumente für venezolanische Migranten ausgestellt werden, mit deren Hilfe Aufenthaltsort und Lebensverhältnisse identifiziert und so eine eventuell notwendige Unterstützung gewährt werden könne.

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